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Studie aus Wuhan

Welche Long-Covid-Symptome auch 2 Jahre nach schwerem Verlauf noch auftreten

long covid schwerer verlauf: Mann erschöpft vor Laptop
Müdigkeit und Erschöpfung sind häufige und lang anhaltende Symptome nach einer Corona-InfektionFoto: Getty Images

Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, leidet mitunter noch Monate später unter den Folgen. Das betrifft vor allem Personen, die einen schweren Krankheitsverlauf hatten. Eine neue Studie zeigt, wie häufig Patienten unter Long Covid leiden und welche Symptome auch zwei Jahre nach der Erkrankung noch auftreten können.

Im Fachmagazin „The Lancet Respratory Medicine“ wurden die Ergebnisse der längsten Nachbeobachtungsstudie von Corona-Erkrankten veröffentlicht. Sie untersuchte den Gesundheitszustand von Patienten mit und ohne Long Covid, die sich gleich zu Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert hatten und mit einem schweren Verlauf ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Zwei Jahre Nachbeobachtungszeit

Während die meisten Untersuchungen nur den Zeitraum von einem Jahr nach der akuten Infektion in Betracht ziehen, wurden in der vorliegenden Studie Patienten bis zu zwei Jahre nach ihrer Erkrankung beobachtet. Insgesamt werteten die Wissenschaftler Daten über den Gesundheitszustand von 1192 Personen aus China aus, die sich während der ersten Phase der Pandemie, genauer zwischen dem 7. Januar und 29. Mai 2020, mit SARS-CoV-2 infiziert hatten.

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Alle Patienten – unabhängig davon, ob sie an Long Covid litten – hatten einen schweren Verlauf und mussten im „Jin Yin-tan“-Krankenhaus in Wuhan, China, behandelt werden. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 57 Jahren, der Anteil von Frauen bei 46 Prozent. Auch eine Kontrollgruppe war Teil der Studie.

Ermittlung von Long-Covid-Symptomen bei Patienten mit schwerem Verlauf

Um ein umfassendes Bild vom Gesundheitszustand der Patienten zu gewinnen, wurden die Daten zu drei verschiedenen Zeitpunkten nach der Erkrankung erhoben: sechs Monate, ein Jahr und zwei Jahre später. Dafür wurde u. a. ein Belastungstest beim Laufen durchgeführt und verschiedene Proben im Labor untersucht. Alle Patienten füllten Fragebögen zu ihren Symptomen, aber auch zum Zustand ihrer psychischen Gesundheit und ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität aus. Sie wurden befragt, ob sie nach ihrer Genesung wieder zur Arbeit gehen konnten und welche Art der Versorgung sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus in Anspruch genommen hatten.

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Häufige Long-Covid-Symptome zwei Jahre nach schwerem Verlauf

Nur sechs Monate nach der Erkrankung mit schwerem Verlauf berichteten 68 Prozent der Studienteilnehmer über mindestens ein typisches Symptom von Long Covid. Doch auch noch zwei Jahre danach litten 55 Prozent aller Teilnehmer an Symptomen von Long Covid. Außerdem waren sie in einem deutlich schlechteren Gesundheitszustand als andere. 31 Prozent davon klagten über Müdigkeit und Muskelschmerzen und weitere 31 Prozent über Schlafstörungen. Auch Symptome wie Gelenkschmerzen, Schwindel, Herzrasen und Kopfschmerzen traten auf.

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Die Hälfte der Long-Covid-Patienten gab an, wegen der Symptome eine geringere Lebensqualität zu haben. Davon erklärten 35 Prozent, generell häufiger Schmerzen oder Beschwerden zu haben. Bei vielen hatte insbesondere die psychische Gesundheit Schaden getragen, sodass 13 Prozent mit Angst und elf Prozent mit Depressionen zu kämpfen hatten. Fünf Prozent fühlten sich außerdem eingeschränkt in ihrer Mobilität, bei vier Prozent hatte die Arbeitsleistung abgenommen.

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