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Aktuelle Studie

Verkehrslärm in der Nacht schadet dem Herzen

Mann leidet im Bett unter Lärmbelästigung
Lärmbelästigung ist in den Nachtstunden schädlicher als am Tag, behaupten Wissenschaftler
Foto: Getty Images

Dass Geräuschbelästigung Stress für Körper und Psyche bedeutet, überrascht wohl niemanden mehr. Eine neuere Erkenntnis: dass vor allem nächtlicher Lärm der Gesundheit schaden kann. Das gibt aktuell ein Team europäischer Forscher bekannt.

Hormonchaos und Bluthochdruck durch Nachtlärm

Prof. Dr. Thomas Münzel hat die Untersuchung zusammen mit seinem Team der Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz geleitet und auch als Studienautor fungiert. Dem Abstract nach (aktuell erschienen in der Fachpublikation „Annual Review of Public Health“) habe die Auswertung deutlich gezeigt, dass nächtlicher Fluglärm neben Erkrankungen des Herzens auch ein gesteigertes Risiko auf psychische Erkrankungen wie Depressionen mit sich bringe. Vor allem soll Nachtlärm mit einem erhöhten Blutdruck, Gefäßversteifung sowie einem vermehrten Ausstoß von Stresshormonen assoziiert werden können.

Lärm als Risikofaktor lange unterschätzt

Die neuen Erkenntnisse konkretisieren, was bereits eine Zusammenarbeit der Swiss-TPH-Forscher mit der Universität Basel hervorgebracht hat: Geräuschbelastung durch Flug-, Schienen- und Straßenverkehr erhöht das Risiko auf Herzinfarkt und Diabetes (weiterer Auslöser: Schadstoffbelastung).

„In Studien, in denen die Auswirkungen der Luftverschmutzung untersucht werden, ohne die Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit ausreichend zu berücksichtigen, könnten die langfristigen Auswirkungen der Luftverschmutzung überschätzt werden“, hieß es damals in einer Pressemitteilung.

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Prof. Münzel und Kollegen fordern nun bessere Vorkehrungsmaßnahmen gegen Nachtlärm. Für die Politik würde das bedeuten, strengere Vorschriften für den Flug- und Straßenverkehr durchzusetzen, damit insbesondere die Stunden zwischen 22 Uhr und 6 Uhr eine buchstäbliche Nachtruhe ermöglichen.

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