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Intimbereich und Achseln

Ist es schädlich, sich überall zu rasieren?

Ist es schädlich, sich z.B. im Intimbereich zu rasieren?
Sich im z.B. Intimbereich zu rasieren, soll angeblich schädlich sein. Ob das stimmt?Foto: iStock RyanKing999

Körperbehaarung erfüllt heute nicht mehr den Zweck, den Menschen vor Kälte zu schützen. Aber vielleicht einen anderen? Angeblich soll es schädlich sein, sich in den Achseln und vor allem im Intimbereich zu rasieren oder auf andere Weise zu enthaaren. FITBOOK fragte einen Experten, ob das stimmt.

Bevor man sich fragt, ob es schädlich ist, sich Intimbereich und unter den Achseln zu rasieren, sollte geklärt werden, warum wir überhaupt über Körperbehaarung verfügen. Bei unseren Vorfahren, den Urzeitmenschen, konnte man noch von einem regelrechten Fell sprechen. Im Laufe der Evolution hat sich unser Körper immer wieder an die äußeren (v.a. klimatischen) Bedingungen angepasst. Zeitweise etwa diente unsere Behaarung zum Schutz vor Kälte.

Warum wir Haare im Intimbereich und unter den Achseln haben

„Außerdem hat unsere rudimentäre Behaarung in grauer Vorzeit als sexueller Lockstoff gedient,“ erklärt der Münchener Dermatologe Dr. med. Timm Golüke im Gespräch mit FITBOOK. Das sei auch der Grund, weshalb es an den Stellen, an denen Scham-  und Achselhaare wachsen, anders riecht als am restlichen Körper.

Da der Mensch sich heute den Außentemperaturen entsprechend kleiden kann, hat die Kälte-Schutz-Funktion seit vielen, vielen Jahren ausgedient. Und dass man durch Rasieren etwaige Gerüche im Intim- und Achselbereich reduziert, mag zwar stimmen – ist aber meist auch der gewünschte Effekt.

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Kuschelige Angriffsfläche für Bakterien

Vielmehr sind Gerüche ein Grund gegen Körperbehaarung. Haare an den genannten Stellen bieten laut Dr. Golüke eine kuschelige Angriffsfläche für Bakterien. Je weniger Bakterien sich ansiedeln können, desto geruchloser ist der Schweiß, das Ganze ist also auch eine Hygienefrage.

Rasieren im Intimbereich und unter den Achseln: Ist es schädlich?

Wer sich also – wenn auch nur aus ästhetischen Gründen – an ihnen stört, darf Schamhaare und Co. guten Gewissens entfernen. Aber: „Beim Rasieren entstehen Mikroverletzungen, die Eintrittspforten für Erreger darstellen können“, erklärt der Dermatologe. Umso wichtiger sei es, die nötigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Wenn Frauen und Männer zwischen den Rasuren an den entsprechenden Stellen kleinere Pickel finden, könnte an einer zu oft gebrauchten oder minderwertige Klinge liegen. „Ist diese stumpf und gleitet nicht reibungslos, muss man noch mehr Druck ausüben. Dadurch kann das Risiko auf Entzündungen steigen.“

Aus Pickeln und kleineren Entzündungen können sich Furunkel und daraus Abszesse (Eiterbeulen) entwickeln, die schlimmstenfalls zur Blutvergiftung führen. Sollten Sie so etwas an Ihrem Körper feststellen, bitte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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Genauso wichtig: hygienisches Waxing

Gleiches betrifft natürlich auch das sogenannte Waxing, also die Haarentfernung mit Wachs oder feiner Zuckerpaste. Zu diesem Zweck sollten Sie sich idealerweise in ein Studio mit Profis wenden, wo Sie von sauberen Arbeitsverhältnissen überzeugt sein können. Kommen Sie geduscht – aber ohne entsprechende Körperpartie eingecremt zu haben, da Wachs oder Zuckerpaste auf fettiger Haut nicht haften kann. Auch nach der Prozedur bitte für 24 Stunden vom Reinigen oder Eincremen mit Ihrer üblichen Kosmetik absehen. Beim Waxing werden die Haarwurzeln herausgezogen und die Poren geöffnet – ebenfalls mögliche Eintrittspforten für unerwünschte Eindringlinge.

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Fazit

Es ist grundsätzlich NICHT schädlich, seine Haare an den Beinen, im Intimbereich oder unter den Armen zu rasieren. Dabei wird jedoch die Haut gereizt. Hygienisches Arbeiten ist daher das A und O.