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Australische Studie

Schlafanzug im Homeoffice lässt Rückschlüsse auf mentale Verfassung zu

Mann im Schlafanzug im Homeoffice
Die Angewohnheit, den Homeoffice-Tag im Schlafanzug zu verbringen, assoziieren australische Forscher mit einer schlechteren mentalen Verfassung Foto: Getty Images

Wer sich nur aus dem Bett schälen und an den Schreibtisch setzen muss, könnte geneigt sein, auf aufwändiges Zurechtmachen zu verzichten. Aber Achtung: Personen, die den Homeoffice-Tag im Schlafanzug bestreiten, sind laut einer Studie häufiger von schlechter mentaler Verfassung.

Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, mochte zunächst einige Vorteile mitbringen. Etwa können einige etwas länger schlafen, da die Anfahrt ins Büro wegfällt, oder auch Pakete annehmen, die im Laufe des Tages zu Hause ankommen. Auf der nachteiligen Seite können fortschreitende Vereinsamung und Monotonie stehen. Deshalb stellt das Homeoffice-Gebot die Menschen auf die Probe – und zwar vor allem solche, die unter psychischen Problemen leiden. Einen Hinweis auf die Verfassung kann es offenbar liefern, ob sie sich für die Arbeit umziehen oder einfach im Schlafanzug bleiben.

Verbindung zwischen Schlafanzug im Homeoffice und mentaler Gesundheit

Das Thema war Gegenstand einer aktuell im „Medical Journal of Australia“ erschienen Studie. Demnach ist bei Menschen, die mit Schlafanzug im Homeoffice arbeiten, die mentale Verfassung öfter schlecht.

An der Untersuchung teilgenommen hatten Personen (Mitarbeiter und Studenten) verschiedener Forschungseinrichtungen in Sydney. Im Fokus stand – neben der psychischen Gesundheit – die Frage, ob und ggf. wie es sich auf die Produktivität der Probanden auswirkte, wenn sie den Arbeitstag im Homeoffice im Schlafanzug bestritten.

Unterschiedliche Auswirkungen je nach Probanden-Typ

Die Ergebnisse sind offenbar differenziert zu betrachten. Was etwa den Einfluss auf die Produktivität betrifft, stellten die Forscher keine einheitlichen Auffälligkeiten fest.

Allerdings verzeichneten sie bei Menschen, die relativ zu Anfang ihrer beruflichen Karriere im Homeoffice arbeiten mussten, eine beeinträchtigte fachliche Leistung. Ähnliches galt – unabhängig von deren Berufserfahrung – für Personen, in deren Homeoffice-Umgebung sich kleine Kinder aufhielten.

Auffälliger Zusammenhang mit der mentalen Verfassung

Signifikant sei jedoch der Zusammenhang zwischen Arbeiten im Schlafanzug und einer psychischen Gesundheit gewesen. Bei Personen, die im Homeoffice Schlafanzug trugen, war die mentale Verfassung schlechter.

Die Ergebnisse seien wahrscheinlich auf andere Länder anwendbar, heißt es in der Schlussfolgerung des Fachartikels. Die Forscher weisen aber auf die klassische Henne-Ei-Problematik hin. Heißt: Es lasse sich nicht beurteilen, ob der Homeoffice-Aufenthalt im Schlafanzug auf die mentale Verfassung Auswirkungen hatte oder, ob umgekehrt diejenigen Menschen, die von vornherein zu psychischer Instabilität neigten, eher zur Arbeit im Schlafanzug blieben als mental gefestigte Kollegen.

Wer auf seine Garderobe achtet, isst auch gesünder

Diese ist nicht die erste Studie, die sich mit der Art der Kleidung und damit verbundenen Verhaltensweisen beschäftigte. FITBOOK berichtete erst kürzlich über eine Untersuchung chinesischer, US-amerikanischer und australischer Forscher zum Zusammenhang zwischen Ernährungs- und Ankleidegewohnheiten. Der Studie zu Folge entscheiden sich Menschen, die sich (auch im Homeoffice) im Business-Look kleiden, eher für gesunde Lebensmittel als Menschen in gemütlicherer Kleidung. Diese würden bevorzugt zu ungesundem Essen, bspw. Fast Food, greifen.

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Der Antoß, sich umzuziehen, kann bereits helfen

Unabhängig davon, was also nun zuerst war – die psychischen Beeinträchtigung oder die Angewohnheit, im Schlafanzug zu bleiben: Der einfache Anstoß, sich vor Beginn des Arbeitstages im Homeoffice umzuziehen, soll die mentale Verfassung zumindest einiger Betroffener verbessert haben.

Und wenn diejenigen dann auch noch gesünder essen – umso besser.

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