Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Gesundheitspartner
von FITBOOK

Weihnachten zu viel geschlemmt?

Hilft Algeldrat gegen Sodbrennen?

Ein mann hält sich die Brust: Algeldrat kann bei Sodbrennen helfen
Nach fettem und gehaltvollem Essen leiden viele menschen unter Sodbrennen. Was hilft dagegen?Foto: Getty Images

An den Festtagen wird meist zu viel geschlemmt. Mit unschönen Folgen wie Sodbrennen, Magenzwicken, -drücken oder -brennen. Helfen dann Magenmittel mit Algeldrat? Wenn ja, haben diese Nebenwirkungen? Und gibt es Alternativen?

Gans, Ente oder Festtagsbraten – dazu eine gehaltvolle Sauce, aufgetunkt mit mindestens zwei dicken Klößen. Gereicht wird außerdem Rot- und Grünkohl – für den guten Geschmack selbstverständlich mit Schmalz angereichert. Puh. Weihnachtszeit bedeutet vielerorts Vollverpflegung bis hin zur Völlerei. Da hilft dann oft selbst der Verdauungsschnaps nicht mehr. Doch können Magenmittel Linderung verschaffen? Hilft Algeldrat gegen Sodbrennen?

Hilft Algeldrat gegen Sodbrennen?

In vielen Fällen ja. In der Gelben Liste wird erklärt, Hauptanwendungsgebiet für Algeldrat seien Sodbrennen und Speiseröhrenentzündungen. Auch bei säurebedingtem Aufstoßen werde der Wirkstoff laut dem deutschen Arzneimittelverzeichnis angewendet.

Wie Algeldrat genau wirkt? Eingenommen gibt der Wirkstoff im Verdauungstrakt Aluminiumionen ab. Diese verbinden sich in der Magen- und Darmschleimhaut mit bestimmten Eiweißen. Als Folge wird das Magengewebe unempfindlicher gegenüber Verletzungen und Entzündungen. Hersteller sprechen auch davon, dass sich der Wirkstoff wie ein Schutzfilm auf die Magenschleimhaut lege.

Zudem bindet Algeldrat überschüssige Magensäure und neutralisiert diese. Als Folge kann diese nicht mehr in die Speiseröhre gelangen und dort Sodbrennen auslösen. Saures Aufstoßen wird beendet und die Heilung von Speiseröhrenentzündungen gefördert.

Überdies wird Algeldrat in der Medizin eingesetzt, wenn eine erhöhte Phosphatkonzentration vorliegt. Im Dünndarm werden überschüssige saure Phosphate gebunden und schließlich ausgeschieden.

Auch interessant: Forscher warnen vor Allergien durch Magensäureblocker

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Obwohl Algeldrat gegen Sodbrennen hilft, können Nebenwirkungen auftreten. Am ehesten kann es zu Verstopfungen kommen, vor allem wenn Algeldrat in hohen Dosen eingenommen wird. Wer eh schon mit einer schlappen Darmtätigkeit zu kämpfen hat, sollte daher auf Mittel mit Algeldrat verzichten. Auch Schwangere, Stillende und Kinder sollten nicht zu Präparaten mit diesem Wirkstoff greifen.

Algeldrat kann in selten Fällen zudem einen Mangel an Phosphaten bewirken. Als Folge können Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und Knochenschmerzen auftreten. Auch wer Problemen mit den Nieren hat, sollte von Algeldrat die Finger lassen. Es droht ansonsten eine erhöhte Konzentration von Aluminium im Blut. Mit der Folge, dass sich das Metall in Nerven oder Knochen ablagert.

Was hilft noch gegen Sodbrennen?

Auch wenn es zu Weihnachten schwer fällt – am besten gegen Sodbrennen hilft weniger zu essen. Und um all die Dinge einen Bogen machen, die dem Magen schnell zusetzen: Zigaretten, Alkohol, Kaffee.

Als Alternative zu Mitteln mit Algeldrat bieten sich Arzneien mit Pantoprazol an. Der Säureblocker hemmt Zellen, die Magensäure produzieren. Wer ganz auf alternative Medizin setzt: Extrakte aus Heilpflanzen wie Schöllkraut, Süßholz oder der Bitteren Schleifenblume sollen gegen Sodbrennen helfen. Sollte nach dem Essen noch ein Tee im Magen Platz haben, kann man es mit Scharfgarbe, Melisse oder Kamille versuchen. Ein altes Hausmittel ist zudem etwas in Wasser aufgelöstes Backnatron.

Auch interessant: Magen-Darm-Beschwerden bei Corona-Infektion häufiger als vermutet

Und was, wenn das Sodbrennen nicht aufhört?

Wer regelmäßig und über längere Zeit mit Sodbrennen zu kämpfen hat, weiß, wie quälend das ist. In dem Fall sollte man sich unbedingt an den Hausarzt wenden. Hintergrund könnte eine Infektion mit Helicobacter pylori sein. Das Bakterium nistet sich in der Schleimhaut des Magens ein und reizt diese. Magenbeschwerden bis hin zu Magengeschwüren können die Folge sein.