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Studie aus USA findet weitere Hinweise

Wie wirkt sich die Körpergröße auf das Darmkrebsrisiko aus? 

darmkrebs große Menschen: Illustration vom Darm
Die Forschung belegt einmal mehr die Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchungen, wenn es um Darmkrebs gehtFoto: Getty Images

Große Menschen haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Das geht aus einer umfassenden Analyse der Johns Hopkins Medicine hervor.

Laut einer groß angelegten Metaanalyse sollten große Menschen häufiger zur Vorsorge gehen, da bei ihnen möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs besteht. Das könnte Männer ab einer Körpergröße von 185 Zentimeter und Frauen ab 175 Zentimeter betreffen. Dass möglicherweise ein Zusammenhang zwischen Körpergröße und Krebsrisiko besteht, davon geht die Wissenschaft schon länger aus.1 Die aktuellen Ergebnisse bestärken diese Vermutung jetzt erneut.

47 internationale Studien und 280.660 Darmkrebsfälle überprüft

Das Team überprüfte 47 internationale Studien, die 280.660 Darmkrebsfälle und 14.139 Fälle von kolorektalen Adenomen (gutartige drüsenbildende Tumore in der Dickdarm- oder Rektumschleimhaut) abdeckten. Sie schlossen auch Daten aus einer Studie mit 1459 erwachsenen Patienten ein, die sich einer ambulanten Darmspiegelung unterzogen, um die Beziehung zwischen Krebs und an Dickdarmwänden haftenden Bakterien besser zu verstehen. Da die Definition von Größe auf der ganzen Welt unterschiedlich ist, verglich das Johns-Hopkins-Team das höchste mit dem niedrigsten Größenperzentil verschiedener Studiengruppen.2

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Die größten Menschen hatten ein 24 Prozent höheres Risiko für Darmkrebs

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die größten Menschen innerhalb des höchsten Perzentils ein bis zu 24 Prozent höheres Risiko hatten, an Darmkrebs zu erkranken als die kleinsten innerhalb des niedrigsten Perzentils“, so Studienleiter Prof. Gerard Mullin in einer Universitätsmitteilung.3 Der durchschnittliche Amerikaner ist 175 Zentimeter groß, die durchschnittliche Amerikanerin 162 Zentimeter. Alle weiteren 10 Zentimeter Körpergröße erhöhen laut dem Experten das Darmkrebsrisiko um 14 Prozent sowie um weitere 6 Prozent für Adenome (präkanzeröse Dickdarmpolypen). Das hieße, Männer über 185 Zentimeter sowie Frauen über 172 Zentimeter sollten sich über ihr erhöhtes Risiko bewusst sein.

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Körpergröße als übersehener Risikofaktor

Laut der „American Cancer Society“ ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebsart bei Männern und Frauen. Eine schlechte Ernährung, wenig Bewegung, Alkohol, familiäre Vorgeschichte und Rauchen gelten als bekannte Risikofaktoren. Mit der Körpergröße kommt nun ein weiterer hinzu. „Dies ist die bisher größte Studie dieser Art“, führt Mullin weiter aus. „Sie baut auf Beweisen auf, dass eine große Körpergröße ein übersehener Faktor ist und bei der Bewertung und Empfehlung von Patienten für Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen berücksichtigt werden sollte.“

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Warum große Menschen möglicherweise öfter von Darmkrebs betroffen sind

„Ein möglicher Grund für diesen Zusammenhang ist, dass die Größe eines Erwachsenen mit der Größe der Körperorgane korreliert. Eine aktivere Proliferation (Vermehrung und Wachstum von Zellen und Gewebe) in Organen größerer Menschen könnte die Wahrscheinlichkeit von Mutationen erhöhen, die zu bösartigen Veränderungen führen“, fügt Mitautorin Elinor Zhou hinzu. „Wir brauchen weitere Studien, bevor wir definitiv sagen können, ab welcher Körpergröße Sie eine frühere Darmkrebsvorsorge benötigen.“

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