Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Forscher warnen

Einwegmasken sollte man wirklich nur einmal nutzen

Gebrauchte Einwegmaske Schutz
Mehrmals tragen? Besser nicht! Laut neuen Untersuchungen bieten benutzte Einwegmasken kaum noch Schutz vor Coronaviren.Foto: Getty Images

Lieber schnell eine gebrauchte Einwegmaske aufsetzen, als umständlich die Packung mit den frischen zu suchen? Dadurch setzen Sie sich und Ihr Umfeld ungeahnt einem großen Risiko aus. Laut einer aktuellen Untersuchung nämlich gelangen Aerosole durch gebrauchte, verformte Masken erst recht in Mund und Rachen.

In die Tasche geknüllt, irgendwo in der Wohnung abgelegt, ins Auto gehängt – gebrauchte Einwegmasken dürften bei vielen Menschen momentan keine Mangelware sein. Aus Bequemlichkeit oder Sparsamkeit werden diese auch gerne mehrmals getragen. Laut Forscher*innen der University of Massachusetts und der California Baptist University ist das aber gar keine gute Idee. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie gefährden Sie dadurch offenbar sich selbst und auch andere.

Nur frische Masken bieten vollen Schutz

Für ihre Untersuchung nahm das Team die üblichen chirurgischen Einwegmasken unter die Lupe. Diese bestehen aus drei Schichten: innen ein absorbierendes Material, in der Mitte ein filterndes und außen ein nicht absorbierenden Material. Diese Kombi erweist sich als kostengünstig und wirksam. Deshalb nutzt ein Großteil der Bevölkerung jene Einwegmasken.

Alle Details zur Studie und den Modell-Berechnungen der Forscher sind im Wissenschaftsportal „EurekAlert!“ nachzulesen. Demnach filtert ein frisches Exemplar 65 Prozent, also fast drei Viertel aller winzigen, potenziell infektiösen Partikel heraus. Nach mehrmaligem Tragen zeigte sich, dass nur noch 25 Prozent der Tröpfchen herausgefiltert werden.

Auch interessant: Kostenlose FFP2-Masken für Risikopatienten verursachen Chaos

Verformungen bei gebrauchten Einwegmasken sorgen für nachlassenden Schutz

Was sie noch entdeckten: Durch den mehrmaligen Gebrauch verformt sich die Maske, was zu einem veränderten Luftstrom beim Ein- und Ausatmen führt. Zwar könnten selbst benutzte Masken immer noch eine bestimmte Anzahl von Partikeln herausfiltern – jedoch nur noch solche, die größer sind als 5 Mikrometer. Das erklärt Hauptautor Jinxiang Xi. Wie das Computermodel weiter zeigte, tritt die Luft bei einer gebrauchten Einwegmaske durch die gesamte Maskenoberfläche in Mund und Nase ein. Dies kann das Eintreten von Aerosolen begünstigen.

Auch interessant: 5 Schutzmasken gegen das Coronavirus – und was sie bringen

Tragen Sie immer eine frische Maske!

Jinxiang Xi und seine Kollegen hoffen, dass die neuen Ergebnisse die Gesundheitsbehörden dazu bringen, bessere Aufklärungskampagnen bezüglich des richtigen Gebrauchs von Masken bzw. Einwegmasken ins Leben zu rufen.

Wichtig: Vor dem Entsorgen stets die Bänder zerschneiden. Denn immer wieder gelangen benutzte Masken in die Natur, wo sie zur potenziell tödlichen Falle für Tiere werden können, wenn sie sich darin verheddern.

Themen