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Studie legt nahe

Fernseh-Limit verringert Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben

Langes Fernsehen und dabei ungesunde Snacks essen – diese Kombination ist besonders schlecht für die Gesundheit.
Foto: Getty Images

Dass ein zu hoher Fernsehkonsum schlecht für die Gesundheit ist, ist nicht neu. Wissenschaftler der Universität Glasgow wollen nun in einer Studie herausgefunden haben, wo das Limit der täglichen TV-Zeit liegt, ab welchen das Risiko steigt, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. FITBOOK stellt die Ergebnisse vor.

Wer dieses Fernseh-Limit einhält, soll sein Sterberisiko verringern können

Maximal zwei Stunden am Tag, besser noch weniger – dieses tägliche Fernseh-Limit sollten sich Erwachsene einer Langzeit-Studie der Universität Glasgow zu Folge setzen. Wissenschaftler haben dafür in einem Zeitraum von zwölf Jahren (2006 bis 2018) knapp 500.000 Menschen im Alter von 37 bis 73 untersucht. Erforscht wurden ihre Fernsehgewohnheiten und der Zusammenhang mit der körperlichen Gesundheit und einem krankheitsbedingten Sterberisiko.

Das Ergebnis der Studie zeigte, dass diejenigen Teilnehmer, die täglich nur zwei oder weniger Stunden fernsahen, von allen Befragten am seltensten an Krebs oder einer kardiovaskulären Erkrankung (Herz-Kreislauf-System) litten.

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Hätten alle Teilnehmer dieses Fernseh-Limit eingehalten, so hätte man laut den Wissenschaftlern das allgemeine Sterberisiko um etwa 5.62 Prozent, das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben sogar um and 7.97 Prozent verringern oder die Todesfälle zumindest verzögern können.

Die Studie berücksichtigte übrigens nicht nur das traditionelle Fernsehen auf dem TV-Gerät, sondern auch Video-Streaming, etwa auf einem mobilen Endgerät.

Langes Sitzen und ungesunde Snacks vor dem TV als Risikofaktoren

Eine Erkenntnis, die zugegebenermaßen wenig überrascht, ist, dass vor allem das lange Sitzen beim Fernsehschauen maßgeblich für einen schlechten Gesundheitszustand ist. Das bestätigt der Leiter der Studie, Dr. Hamish Foster vom „Institute of Health and Wellbeing“ der Universität Glasgow. Die neue Studie unterstütze die bisher bereits bekannten Erkenntnisse, dass ein überwiegend sitzender Lebensstil, unter anderem durch langes Fernsehen, sich negativ auf die Gesundheit auswirkt.

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Aus diesem Grund untersuchten die Wissenschaftler auch die potenziellen Vorteile eines Ersatzes der Fernsehzeit durch gesündere Aktivitäten, beispielsweise Gehen. Dabei fanden sie heraus: Am meisten profitierten gesundheitlich davon nachweislich jene, die zuvor nur sehr wenig Zeit ihres Tages mit Bewegung verbracht hatten.

Als weitere Faktoren nannten die Forscher auch ungesundes Naschen während des Fernsehens sowie einen niedrigeren sozioökonomischen Status derer, die tendenziell mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen. In beiden Fällen konnte im Rahmen der Studie sowohl mit der Fernsehzeit als auch mit schlechter Gesundheit ein Zusammenhang beobachtet werden.

Wissenschaftler halten weitere Forschung für notwendig 

„Unsere Studie legt nahe, dass eine Begrenzung der Fernsehzeit viele gesundheitliche Beeinträchtigungen verzögern oder verhindern könnte“, sagt Dr. Foster. Jedoch führt er weiter aus, dass man die Forschung an diesem Punkt noch nicht abschließen könne. „Es sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um all diese Faktoren zu verstehen und zukünftige Ratschläge und Richtlinien ausarbeiten zu können“, so der Studienleiter.