Gesundheitspartner
von FITBOOK

Offizielle Skala

Das sagt Ihr Stuhl über Ihre Gesundheit aus

Ein Mann auf der Toilette
Wie oft, wie viel, welche Konsistenz? Fragen, die sich mit ein bisschen Routine und der Stuhl-Skala schnell beantworten lassen
Foto: Getty Images

Kennen Sie schon die „Bristol-Stuhlformen-Skala"? Falls nicht, wird es höchste Zeit, denn mit ihrer Hilfe können Sie mit einem Blick erkennen, ob mit Ihrer Verdauung irgendetwas nicht stimmt. Informationen, die auch Ihrem Arzt bei der anschließenden Diagnose helfen. Warum der tägliche „Blick zurück" zur Routine werden sollte, lesen Sie hier.

Wie wichtig es ist, dass die meist tägliche Sitzung auf dem stillen Örtchen reibungslos abläuft, ist spätestens seit Giulia Enders‘ charmanten Bestseller „Darm mit Charme“ auch der breiteren Öffentlichkeit bekannt. Allerdings fällt es den wenigsten Menschen leicht, über ihre Ausscheidungen zu sprechen, obwohl Form und Beschaffenheit erste Hinweise auf eventuelle Krankheiten geben, die – frühzeitig erkannt – in der Regel gut behandelbar sind. Damit auch ohne großes Gerede für Klarheit gesorgt ist, entwickelten die Forscher Kenneth Heaton und S. J. Lewis von der University of Bristol ein leicht verständliches diagnostisches Hilfsmittel: Die Bristol Stool Scale oder zu deutsch die Bristol-Stuhlformen-Skala.

Unterscheidung nach sieben Typen

Bristol Stuhlformen Skala

Die Bristol-Stuhlformen-Skala unterscheidet sieben Kot-Typen
Foto: Wikimedia Commons/Kyle Thompson/CC-by-sa 3.0/de

Typ 1 – Kleine, harte schwer auszuscheidende Kügelchen

Diesen Stuhl loszuwerden, ist meist ein schmerzhaftes Unterfangen und deutet ganz klar auf Flüssigkeitsmangel und damit Verstopfung hin. Die erste Maßnahme: Trinken, trinken, trinken! Finger weg von Kaffee, Limo und Alkohol. Haben Sie öfter mit diesem Typ zu kämpfen und dazu noch weniger als drei Mal die Woche Stuhlgang, kann das auf eine durch Fehlernährung gestörte Darmflora hinweisen. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt.

Typ 2 – Klumpige, kullerartige Würstchen

Auch dieser Typ ist ein klares Anzeichen für Verstopfung. Meist kann dieses Problem ebenfalls mit ordentlich Wasser und einer ballaststoffreichen Ernährung behoben werden. Schuld können allerdings – wie bei Typ 1 – auch Stress oder Medikamente sein. Manchmal hat es auch psychische Ursachen, wie beispielsweise auf Reisen, wo es sich bekanntlich weniger gut entspannen lässt als auf der heimischen Toilette.

Auch interessant: Ab wann wird Verstopfung gefährlich?

Typ 3 – Wurstartig mit rissiger Oberfläche

Bei diesem Anblick gibt es keinen Grund zur Sorge. Alles scheint in Ordnung zu sein. Lediglich ein paar Ballaststoffe mehr, sprich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten auf dem täglichen Speiseplan könnten nicht schaden.

Typ 4 – Wurstförmig mit glatter Oberfläche

Ein Traum, so soll es ein! Wohlgeformt und geschmeidigt gleitet der perfekte Stuhl ohne Mühe heraus und hinterlässt keine Spuren auf dem Toilettenpapier. Ein sicheres Anzeichen, dass mit Ihrer Verdauung alles stimmt und der Darm sich pudelwohl fühlt.

Auch interessant: Warum es gesund ist, zu Pupsen

Typ 5 – Weiche Klümpchen mit glattem Rand

Auch kein Grund zur Sorge. Besonders wenn Sie gerne zu großen Portionen Gemüse greifen, ist ein mehrmalig am Tag stattfindendes „Typ 5“ die logische Konsequenz. Oder aber Sie haben bei zuckerfreien Kaugummis oder Bonbons mit dem Süßstoff Manitol etwas zu beherzt zugegriffen.

Auch interessant: Was Sie im Urin über Ihre Gesundheit ablesen können

Typ 6 – Breiige bis flockige zusammenfließende Masse

Hier haben Sie es schon mit Durchfall zu tun und der Köper verliert viel Wasser und lebensnotwendige Nährstoffe. Hält der Zustand länger an, könnte es auch auf eine Lebensmittelunverträglichkeit wie Laktoseintoleranz hindeuten oder im besten Fall wurde die letzte Mahlzeit nicht besonders gut vertragen und musste dementsprechend auf schnellem Wege raus.

ANZEIGE

Darm mit Charme

★★★★★ Sternebewertung auf Amazon

✔️ In diesem Buch wird erklärt, welch ein hochkomplexes und wunderbares Organ der Darm ist
✔️ Der Darm ist der Schlüssel zu einem gesunden Körper und einem gesunden Geist

Typ 7 – Flüssig, ohne feste Bestanteile

Wässeriger Stuhl ist wahrlich eine unangenehme Sache und ist oft durch Viren, Bakterien oder gar Parasiten verursacht. Wichtig ist es, den Flüssigkeitsverlust sofort wieder auszugleichen. Hält starker Durchfall mehr als drei Tage an ist dies immer ein ernstzunehmendes Warnsignal, das auch auf Krankheiten wie Morbus Crohn, Schilddrüsen-Karzinom oder gar Krebs hindeuten könnte. Sicherheitshalber ärztlich abklären lassen.

Auch interessant: So wichtig ist langsames Essen für die Verdauung

Das sagen Farbe und Geruch aus

Das Ergebnis einer „gesunden Sitzung“ riecht zwar nicht gerade nach Blumenwiese, aber auf eine gewisse Art „würzig-aromatisch“. So, dass man zumindest als Verursacher nicht gleich Reißaus nehmen möchte. Stinkt es dagegen beißend, faulig oder chemisch können das Indizien auf chronische Entzündungen oder Glutenunverträglichkeit (Zölliakie) sein. Auf keinen Fall ignorieren, genauso wenig wie Blutspuren im Kot oder auf dem Klopapier. Ist dies der Fall, sollen Sie keine Zeit verlieren und sofort einen Arzt aufsuchen. Auch ein schwarzer oder gräulicher Stuhl zeigt in den allermeisten Fällen ein größeres Problem auf. Ist er dagegen grün oder orange, ist das meist auf auf einen gesunden Appetit auf Blattgemüse, Karotten oder Kürbis zurückzuführen.