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Gefährlich oder nicht?

Darum knacken unsere Gelenke

Man dehnt den Nacken – und plötzlich knackt es. FITBOOK sagt, was dahinter steckt und wann man damit zum Arzt muss.
Man dehnt den Nacken – und plötzlich knackt es. FITBOOK sagt, was dahinter steckt und wann man damit zum Arzt muss. Foto: Getty Images

Bestimmt kennen Sie jemanden, der gefühlt alle zehn Minuten seine Finger knacken lässt. Oder Sie kennen das gelegentliche Knacken, wenn man dem verspannten Nacken durch Dehnen Entspannung verschafft. Bei FITBOOK erklären Experten, was dahinter steckt – was man selbst dagegen tun kann und wann knackende Gelenke ein Fall für den Arzt sind.

Nach einem langen Tag vor dem Rechner sind Nackenschmerzen keine Seltenheit. Intuitiv versucht man da häufig durch Dehnen Entspannung zu verschaffen. Manchmal knackt’s. Doch warum knacken unsere Gelenke eigentlich? Ist das schädlich? Und was rät man dem Freund, der ständig seine Finger knacken lässt?

Bei Blockierungen entsteht Luft in den Gelenken

Gelenke knacken aus zwei Gründen, erfährt FITBOOK von dem Münchner Facharzt für Orthopädie Dr. Willibald Walter. „Sind die Muskeln verkürzt, liegt zu viel Spannung auf den Sehnen. Die schrappen dann über die Gelenke und das hört man.“ Die andere Ursache: Blockierungen kleiner Wirbelgelenke. Bei Blockierungen entstehe der empfundene Druck durch Luft in den Gelenken. „Dehnt man die Gelenke, entweicht die Luft und es knackt“, so der Experte. Durch das Knacken werde der entstandene Unterdruck in Normaldruck umgewandelt, was erleichternd und spannungsreduzierend sei.

Ist es schädlich, wenn die Gelenke knacken?

Das Knacken an sich sei nicht ungesund – auf Dauer aber nicht Lösung des Problems und eher ein Zeichen, dass etwas gemacht werden müsse, so der Orthopäde. „Je länger ein muskuläres Problem vorliegt, desto eher kommt es zu muskulären Spannungen und desto eher führt das zu Einschränkungen des Gelenks.“

Entspannen der Muskeln sollte ein Facharzt übernehmen

Sind Blockierungen der Grund, könne man dem Knacken in zwei Schritten ein Ende bereiten: Zuerst müssten die Spannungen von den Muskeln genommen und danach sollten sie gestärkt werden. Wie das gelingen kann? Laut dem Orthopäden muss mit physiotherapeutischen und kräftigungstherapeutischen Übungen gearbeitet werden. Das Entspannen der Muskeln sollte ein Facharzt übernehmen – Walter empfiehlt daher in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen. Später könne man die Übungen alleine fortführen.

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Was man selbst machen kann

Bei verkürzten Muskeln – wie beispielsweise einer verspannten Nackenmuskulatur – seien vor allem Dehnübungen das Richtige. Der Sportwissenschaftler Benjamin Zölß empfiehlt als Kräftigungsübung zum Beispiel den Vierfüßlerstand: „Dabei kniet man sich auf alle Viere und versucht den Nacken gerade zu halten. Später kann man dann auch einen Arm und ein Bein dazu strecken.“ Vorteil der Übung: Man braucht keine Geräte und kann sie überall durchführen.

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Sofern das Knacken von verkürzten Muskeln oder Sehnen stammt, würden ebenfalls Dehnübungen helfen. „Das Bindegewebe und die Muskulatur müssen so flexibel sein, dass keine Spannung auftritt“, erklärt Zölß. Dabei kann man den Kopf vorsichtig mit einer Hand in Richtung der jeweils gegenüberliegenden Hüfte ziehen. In Rücksprache mit beispielsweise einem Physiotherapeuten finden Sie die für Sie idealen Kräftigungs- als auch Dehnübungen, um gegen das Knacken zu wirken.

Nicht aus Routine mit den Gelenken knacken

Wie alles im Leben kann auch das Dehnen beziehungsweise Knacken der Gelenke zur Routine werden. „Dann stellt sich ein Automatismus ein, ohne dass es dafür einen Grund gibt“, gibt Walter zu bedenken. Wenn also der Freund oder die Freundin zum gefühlt hundertsten Mal am Tag mit den Fingern knackt, ruhig mal darauf aufmerksam machen!