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Corona-Warn-App: Was nach einer Risikobegegnung zu tun ist

Corona-Warn-App
Die Corona-Warn-App zeigt an, ob man Kontakt zu einem Infizierten hatte. Aber was tut man eigentlich, nach so einer Begegnung? Foto: Getty Images

Seit Juni gibt es die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Sie soll anzeigen, ob man sich durch Kontakt mit einem Infizierten einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt hat. In diesem Fall schickt sie einen Warnhinweis aufs Smartphone. Nur was ist dann eigentlich genau zu tun?

Corona-Warn-App sendet Warnhinweis nach einer Risikobegegnung

Die zentrale Funktion der Corona-Warn-App ist eine Statusanzeige in Form eines Quadrates, das (im besten Falle) grün eingefärbt ist. Es kann aber auch rot und in manchen Fällen auch grau sein. Die Statusmeldung zeigt an, wie hoch das momentane Risiko einer Corona-Infektion für den Benutzer ist, oder genau genommen: ob sich das entsprechende Handy in den letzten 14 Tagen in der Nähe einer Person befunden hat, die mit Covid-19 infiziert war/ist und somit eine sogenannte Risikobegegnung stattgefunden hat. Ist das der Fall gewesen, schickt die App zusätzlich eine automatische Push-Benachrichtigung.

Wer sich mit Corona infiziert hat, sollte sein positives Testergebnis freiwillig in der App hinterlegen, denn nur daraus kann dieses Infektionsrisiko berechnet werden. Die App auf dem eigenen Smartphone vergleicht, ob, wie lange und mit welchem Abstand man einer infizierten Person begegnet ist. Die Risikowarnung bekommt man deshalb nicht in Echzeit, sondern rückwirkend nach einem solchen möglichen Kontakt.

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Rot, grün oder grau – was bedeutet welcher Warnhinweis?

Insgesamt kann die Corona-Warn-App drei verschiedene Warnhinweise anzeigen. Der jeweilige aktuelle Status ergibt sich aus einem sogenannten „Risk Score“, der sich aus verschiedenen Faktoren, wie etwa dem Zeitpunkt der Begegnung, dem genauen Abstand zum Infizierten, wie auch der Dauer des Kontaktes errechnet. In die Bewertung fließt aber zum Beispiel nicht mit ein, ob die Risiko-Kontaktperson einen Mundschutz getragen hat, und ob man die Risikobegegnung im Freien oder einem geschlossenen Raum erlebt hat. Nachfolgend die drei Risikostufen im Überblick:

Rot – erhöhtes Infektionsrisiko 

Eine rote Statusanzeige bedeutet, dass man in den letzten 14 Tagen mindesten zu einer Person Kontakt hatte, die positiv auf Corona getestet wurde. Das Handy der besagten Person muss sich dafür länger als 10 Minuten in der Nähe (weniger als etwa acht Meter) des eigenen Gerätes befunden haben. Dieser relativ große Abstand wurde gewählt, um Messungenauigkeiten auszugleichen. Die Corona-Warn-App zeigt zusätzlich auch an, an welchem Tag dieses Begegnung stattgefunden hat.

Grün – niedriges Infektionsrisiko

Grün bedeutet erst einmal, dass es in den letzten 14 Tage keine echte Risikobegegnung gab. Darunter fallen allerdings auch Situationen, in denen man einer nachweislich mit SARS-CoV-2 infizierten Person zwar begegnet ist, sie aber zu weit weg oder das Aufeinandertreffen zu kurz war. Wenn man trotz geringem Infektionsrisiko Kontakt zu einem Infizierten hatte, zeigt die App also mit einem grünen Warnhinweis an.

Grau – unbekanntes Infektionsrisiko 

Ist das Quadrat in der Corona-Warn-App grau hinterlegt, heißt das, dass eine Risikobegegnung aktuell nicht erfasst werden kann. Grund dafür kann sein, dass man Bluetooth, bei Android-Geräten zusätzlich noch GPS, nicht eingeschaltet hat. Nur dann funktioniert die Berechnung der App nämlich. Auch wenn man die Risiko-Ermittlung nur zu kurz aktiviert hatte, funktioniert die Corona-Warn-App nicht. In der Vergangenheit kam es auch immer wieder zu Problemen, da einige Betriebssysteme die App automatisch beendet hatten und in diesen Fällen ebenfalls keine Erfassung einer etwaigen Risikobegegnung möglich war.

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Das richtige Verhalten bei einem roten und grünen Warnhinweis

Und was ist nun eigentlich zu tun, wenn die Corona-Warn-App eine Risikobegegnung anzeigt? Ein roter Warnhinweis bedeutet, dass man sich möglicherweise mit Covid-19 infiziert haben könnte. Die App erteilt in diesem Fall folgende Handlungsratschläge:

  • Umgehend nachhause gehen
  • Kontakt zu anderen Menschen reduzieren
  • Telefonisch beim Hausarzt, dem Gesundheitsamt oder dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (unter der Nummer 116 117) melden

Im Gespräch mit den entsprechenden Ansprechpartnern wird abgewägt, ob man sich auf Corona testen lassen sollte – zum Beispiel weil man typische Symptome zeigt, zu einer Risikogruppe zählt oder zu einer solchen Kontakt hat/hatte oder etwa in einer Kita oder Schule arbeitet.

Bei einem grünen Warnhinweis durch die Corona-Warn-App hingegen muss man weder eine der aufgelisteten Anlaufstellen kontaktieren, noch sich in Quarantäne begeben oder einen SARS-CoV-2-Test machen. Das gilt aber nur, wenn man keine Corona-Symptome hat. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt trotzdem, für die nächsten 14 Tage Kontakte auf des Mindestmaß zu reduzieren, sowie weiterhin gewissenhaft die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

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Wann man den Arbeitgeber über eine Risikobegegnung informieren muss

Aber muss man eigentlich auch seinem Arbeitgeber Bescheid sagen, wenn man einen solchen Warnhinweis erhält? Nein, dazu ist man rechtlich nicht verpflichtet. Wichtig ist erst einmal die Einschätzung durch Hausarzt, Gesundheitsamt oder kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, ob man nun krankgeschrieben wird und einen Corona-Test durchführen lassen sollte. Informieren muss man den Arbeitgeber nur sofern das Testergebnis positiv ausfällt.

Wie zuverlässig sind die Warnhinweise der Corona-Warn-App?

Zurecht wird auch die Frage laut, wie zuverlässig die Corona-Warn-App solche Warnhinweise über eine Risikobegegnung versendet. Generell reagiert das Warnsystem sehr sensibel – mit dem Ziel, möglichst vor jedem potentiellen Infektionsrisiko zu warnen. Daher sendet sie eben auch (grüne) Warnhinweise, wenn eine Ansteckung durch eine Risikobegegnung aufgrund von großer Entfernung oder kurzer Dauer nur gering war. Bekommt man also eine entsprechende Benachrichtigung, sollte man sich in jedem Fall vernünftig verhalten und diese auch ernst nehmen.

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