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Erste Ergebnisse machen Hoffnung

Corona-Impfstoff erfolgreich in den USA getestet

Impfstoff: Ein Mediziner in Schutzkleidung und mit Mund-Nasen-Schutzmaske hält eine aufgezogene Spritze hoch
Fieberhafte Fahndung: Nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus wird weltweit unter Hochdruck gesucht
Foto: Getty Images

Im weltweiten Rennen um den ersten Impfstoff gegen Covid-19 liegt derzeit die US-Pharmafirma Moderna ganz weit vorn. Aber auch deutsche Firmen beginnen mit ersten Tests an gesunden Menschen. FITBOOK erklärt, was der Stand der Forschung ist.

Einen ersten Erfolg in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 verkündete jetzt die Biotechfirma „Moderna“ aus den USA. Nach wochenlanger Forschung unter Hochdruck haben die ersten acht gesunde Patienten eine Immunantwort ausgebildet, nachdem ihnen der Impfstoff „mRNA-1273“ injiziert wurde.

Nach zwei Gaben des Impfstoffes haben alle Testpersonen Antikörper entwickelt. Und zwar in einer Konzentration, wie sie Menschen aufweisen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben. Zum Teil war die Anzahl an Antikörpern bei den Testpersonen sogar höher. Insgesamt sollen in dieser ersten Testreihe 45 Personen mit mRNA-1273 geimpft werden.

Impfstoff: Ein Mann verlässt das Gebäude des Biotech-Unternehmens „Moderna“

Das Hauptquartier des Biotech-Unternehmens „Moderna“ liegt in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts
Foto: Getty Images

mRNA-Impfstoff bei Menschen gut verträglich

Bei den bislang getesteten Personen zeigte sich eine gute Verträglichkeit des Impfstoffes. Noch bevor die Phase-II-Studie voll abgeschlossen ist, will „Moderna“ schon im Juli mit einer weiteren Studie starten. Die besonders wichtige Phase-III-Studie ist dann so groß angelegt, dass sie bei positiven Testergebnissen zulassungsrelevant ist. Falls „Moderna“ die Daten in großen Testreihen bestätigen kann, wäre es womöglich das erste Biotech-Unternehmen, dass einen mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt bringt.

Neben dem US-Konzern „Moderna“ setzen auch die deutsche Pharmafirma „Biontech“ und das Tübinger Biotech-Unternehmen „Curevac“ auf Wirkstoffe mit mRNA. FITBOOK berichtete, dass die beiden Unternehmen ganz vorn dabei sind, was die Entwicklung eines geeigneten Impfstoffs gegen das Coronavirus angeht.

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Was macht die mRNA-Technologie so besonders?

mRNA (von englisch: messenger RNA) ist so etwas wie der Gegenspieler der DNA. RNA liest quasi die Erbinformation aus der DNA ab und steuert so die Proteine. Manche Forscher nennen mRNA deswegen auch die „Software des Lebens“. Jedenfalls ist vielen Medizinern klar, dass auf Basis von mRNA eine neue Medikamente-Klasse entsteht. Denn Substanzen mit mRNA können die Produktion von jeglichen Eiweißketten in den Zellen ankurbeln.

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mRNA-Wirkstoff wäre schnell und günstig herzustellen

Soweit die Theorie. Der Haken an der Sache: Bislang gibt es weder Medikamente noch Impfstoffe auf Grundlage der mRNA-Technologie. Denn in der Praxis wurde diese bis jetzt noch nicht erprobt. Das macht die Entwicklung noch zu einer Zitterpartie. Gelingt es den Biotech-Unternehmen, die Wirkstoffe auf mRNA-Basis zur Marktreife zu bringen, könnten die Medikamente und Impfstoffe jedoch schnell und kostengünstig hergestellt werden. Die Welt würde aufatmen.