Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Symptome, Übertragung, Verlauf

Mysteriöser Ausbruch von Affenpocken in Großbritannien – was steckt dahinter?

Affenpocken
Affenpocken auf Armen und Beinen eines Kindes (Aufnahme stammt aus Liberia, und nicht von den aktuellen Fällen im UK)Foto: Getty Images

Insgesamt wurden aktuell sieben Fälle von Affenpocken in Großbritannien entdeckt – was steckt hinter dem Ausbruch und wie gefährlich ist das Virus?

In Großbritannien sind vier neue Fälle von Affenpocken gemeldet worden. Damit steigt die Zahl auf insgesamt sieben, wie unter anderem die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet.1 Es soll sich dabei um die westafrikanische Variante handeln, die milder verlaufe als die zentralafrikanische, heißt es weiter. Mysteriös: Wie es bei den vier Männern zum Affenpocken-Ausbruch kam, gilt als bislang nicht vollständig geklärt. Denn keiner von ihnen war zuvor nach Afrika gereist.

Affenpocken in Großbritannien – was bislang über den Ausbruch bekannt ist

Der erste Fall von Affenpocken tauchte vor etwa zehn Tagen auf. Der erkrankte Mann, der aktuell in einem Krankenhaus behandelt wird, brachte wohl das seltene Virus von seiner Nigeria-Reise mit. Bei den vier neuen Fällen bleibt es bislang ein Rätsel, wie die Männer sich infizieren konnten. Zwei wohnen in einem Haushalt, haben aber keine Verbindung zu den anderen Fällen. „Das ist ungewöhnlich“, sagt Dr. Susan Hopkins von der UK Health Security Agency (UKHSA). Denn: Affenpocken-Viren sind nicht besonders übertragungsfreudig, es braucht extrem engen Kontakt, damit es überhaupt zu einem Ausbruch kommen kann.

Twitter Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Auch interessant: Der Grund, warum sich Infektionskrankheiten jetzt schneller ausbreiten

Betroffene Männer hatten sexuellen Kontakt zu anderen Männern

Die Gesundheitsbehörde fügte hinzu, dass es sich bei den vier neuen Erkrankten um Männer handle, die sich als schwul oder bisexuell identifizieren. „Wir fordern insbesondere schwule und bisexuelle Männer dringend auf, auf ungewöhnliche Hautausschläge oder Läsionen zu achten und unverzüglich einen Dienst für sexuelle Gesundheit zu kontaktieren“, so Hopkins. Sie erhofft sich davon, die wahre Quelle der neuen Infektionen zu finden.

Auch interessant: Verbreitete Virus-Infektion bei Jugendlichen möglicher Auslöser für Multiple Sklerose

Symptome und Krankheitsverlauf

Laut einer Übersicht des Robert Koch Instituts (RKI) kündigen sich Affenpocken mit

  • Fieber,
  • Kopfschmerzen,
  • Muskelschmerzen,
  • Rückenschmerzen,
  • geschwollene Lymphknoten,
  • Schüttelfrost und
  • Erschöpfung an.2

Anschließend kommt es zu einem Hautausschlag in Form von Bläschen und Pusteln, die den Pocken gleichen. Diese platzen irgendwann auf, bilden Schorf und fallen schließlich ab. Die Inkubationszeit beträgt meist 10 bis 14 Tage. Nach drei bis vier Wochen ist die Krankheit in der Regel überstanden, sie verläuft nur selten tödlich. Wenn, dann sind vor allem Kinder unter acht Jahren betroffen. In seltenen Fällen bleiben Narben zurück oder es kann zur Erdbildung kommen.

Beach Camp Frame 1

Auch interessant: Hautekzeme – Symptome, Ursachen und was gegen sie hilft

Übertragungswege und endemisches Risiko

Bei Affenpocken handelt es sich um eine seltene Virusinfektion – erst recht in Europa. Dementsprechend sind nur wenige Ausbrüche bekannt. Der erste Fall von Affenpocken bei einem Menschen wurde 1970 in Kongo registriert und wurde seitdem in einer Reihe von zentral- und westafrikanischen Ländern entdeckt. Bekannt sind Übertragungen durch Kontakt mit infizierten Tieren (Eichhörnchen, Ratten, Primaten), zum Beispiel durch Bisse oder dem Verzehr von infiziertem Fleisch (Bushmeat). Menschen untereinander können sich auch anstecken, dafür braucht es aber extrem engen Kontakt und eine Reihe unglücklicher Zufälle. Vermutlich, indem das Pocken-Sekret über eine verletze Hautstelle beim Gegenüber eintritt. Die längste dokumentierte Übertragungskette betrug gerade mal sechs Personen. Die weltweit bekannten Gesamtfälle belaufen sich auf wenige Hundert. Daher schätzt die WHO das endemische Risiko als extrem gering ein.

Quellen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für