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US-Studie

Anzahl an Geburten einer Frau beeinflusst ihr biologisches Alter

Halten Kinder jung – oder lassen sie die Frau, die sie geboren hat, schneller altern? Eine Studie liefert Antworten.
Halten Kinder jung – oder lassen sie die Frau, die sie geboren hat, schneller altern? Eine Studie liefert Antworten. Foto: Getty Images

Die Anzahl an Geburten, auf die eine Frau zurückblickt, hat Einfluss auf ihr persönliches biologisches Alter. Das haben US-Forscher im Rahmen einer Studie herausgefunden. Je kinderreicher, desto schneller schreitet das Altern voran? Das würde man vielleicht meinen. So einfach ist es aber offenbar nicht.

Eine Schwangerschaft ist für den Körper und den Geist der Frau eine Mammutaufgabe. Und natürlich ist auch die Mutterschaft kräftezehrend. Dennoch: Frauen mit verhältnismäßig vielen Kindern altern offenbar langsamer. Das hat eine Untersuchung an der Pennsylvania State University ergeben. Demnach wirken sich drei bis vier Geburten auf das biologische Alter am günstigsten aus. Bemerkbar mache sich das nach Abschluss der Wechseljahre.

Anzahl an Geburten beeinflusst biologisches Alter

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Schwangerschaft und Geburt zu Veränderungen (…) verschiedener physiologischer Systeme beitragen, welche den Alterungsprozess in der Menopause beeinflussen können.“ Das erklärt Studienleiterin Talia Shirazi in einer Pressemitteilung der Pennsylvania State University. Die Studie selbst wurde im Fachblatt „Scientific Reports“ veröffentlicht.

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Details zur Studie

Den Forschern lagen Gesundheitsinformationen von rund 4.500 Frauen aus der National Health and Nutrition Examination Survey vor, einem Forschungsprogramm mit statistischen Erhebungen der US-amerikanischen National Center for Health Statistics.

Die Daten wurden zwischen 1999 und 2010 gesammelt und enthielten u. a. Angaben zum Reproduktionsverhalten der Probandinnen. Allerdings fehlten Informationen zu etwaigen Schwangerschaftsabbrüchen und Fehlgeburten – eine Schwäche ihrer Studie, wir die Forscher anmerken.

Abgleich von Geburtenanzahl und Parametern des biologischen Alters

Unter Vermerk der Anzahl an Geburten maßen die Forscher das biologische Alterung der Probandinnen anhand verschiedener Paramater zur Stoffwechselgesundheit sowie Nieren- und Leberfunktion der Probandinnen. Auch ein Aufkommen von Entzündungswerten sowie weitere Marker im Blutbild flossen in die Beurteilung ein. Ebenso das Risiko für verschiedene Krankheiten, welches im Zuge einer Schwangerschaft wachsen bzw. abnehmen könne.

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Frauen, die drei oder vier Geburten hinter sich haben, altern langsamer

Es habe sich gezeigt, dass den offenbar günstigsten Einfluss auf das biologische Alter drei bis vier Geburten haben. Jene Frauen altern der Untersuchung zufolge langsamer als solche, die gar keine oder nur ein oder zwei Kinder bekommen haben.

Shirazi sieht eine mögliche Erklärung für das langsamere oder schnellere Altern im Vorhandensein bzw. Fehlen sogenannter Ovarialhormone (= weibliche Geschlechtshormone). Diese halten den biologischen Verfallsprozess womöglich im Zaum, was das geringere biologischen Alter nach Abschluss der Menopause bedingen könnte.

Evolutionsbedingte Entwicklung?

Was die Ursache für diesen Mechanismus betrifft, können die Forscher nur mutmaßen. Sie glauben an eine Art Kompromiss, den der Körper eingeht, so dass die auslaugenden Auswirkungen einer Schwanger- und Mutterschaft sich bezahlt machen. Laut Shirazi wäre das aus evolutionsbiologischer Sicht sinnvoll: So stünde Frauen auch zur körperlichen Aufrechterhaltung und Verteidigung – der Kinder und ihrer selbst – mehr Energie zur Verfügung.

Die Grenze liegt aber offenbar bei genau vier zur Welt gebrachten Kindern. Der Studie zufolge altern Frauen wieder schneller, wenn sie mehr als vier Kinder zur Welt gebracht haben.