Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für Fitness, Gesundheit und Ernährung
Krankheiten A bis Z Alle Themen
Mückensaison in Europa

West-Nil-Virus breitet sich wieder aus

Das West-Nil-Virus wurde auch mit einem Fall in Deutschland gemeldet.
Gegen die Ausbreitung des West-Nil-Virus: Mückenbekämpfung in Los Palacios bei Sevilla Foto: Europa Press News
Artikel teilen

11. August 2026, 10:12 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Mehr als 240 registrierte Fälle in Europa und ein erster lokal übertragener Fall in Deutschland. Die Mückensaison ist in vollem Gange, und mit ihr breitet sich auch das West-Nil-Virus erneut in Europa aus. FITBOOK erklärt, wie die aktuelle Lage aussieht, ob sich der Virus auch hierzulande weiter ausbreiten könnte und wie eine Ansteckung verläuft.

Jetzt dem FITBOOK-Kanal bei Whatsapp folgen!

Das Virus in Europa

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden bis zum 5. August dieses Jahres bereits 241 lokal erworbene Infektionen in sieben europäischen Ländern registriert.1 Lokal erworben bedeutet, dass sich dort ansässige Personen infizierten und keine Reisenden. Die meisten Fälle meldeten Italien (139) und Griechenland (61), gefolgt von Spanien (17) und Nordmazedonien (13). Insgesamt sind mittlerweile 59 Regionen in Europa betroffen. Auch Deutschland verzeichnet wieder einen hierzulande erworbenen Fall. Ende Juli wurde eine Infektion in Rheinland-Pfalz bekannt.

Angesichts steigender Fallzahlen in Südeuropa rief die WHO auch schon Ende Juli zu erhöhter Wachsamkeit auf.2 Das Regionalbüro für Europa warnte, dass höhere Temperaturen und längere Sommer die Ausbreitung des West-Nil-Virus begünstigen könnten.

Wie hoch ist die Gefahr in Deutschland? Aktuelle Charité-Einschätzung

In den vergangenen Jahren wurde das Virus in Deutschland, insbesondere in Regionen Ostdeutschlands, beim Menschen sowie bei Wildvögeln und Pferden nachgewiesen. Das Robert Koch-Institut und das Friedrich-Loeffler-Institut berichten seit Jahren über eine mögliche dauerhafte Etablierung des Virus in Deutschland. Die klimatischen Voraussetzungen für eine Ausbreitung sind zunehmend auch hierzulande gegeben: Warme Sommer, milde Winter und stehende Gewässer fördern die Vermehrung und Aktivität der Stechmücken, die das Virus übertragen.

Im Juni 2026 berichtete die Charité zudem, dass das West-Nil-Virus in Berlin mittlerweile „heimisch geworden“ sei.3 Für eine Studie untersuchten Forscher rund 24.000 Stechmücken. Dabei zeigte sich, dass infizierte Mücken hauptsächlich in den Sommermonaten Juli und August auftreten und die Infektionsraten teilweise mit denen in Südeuropa vergleichbar sind. Besonders Friedhöfe, Kleingärten und Parkanlagen gelten demnach als mögliche Risikogebiete.

Mehr zum Thema

Wie verläuft das West-Nil-Fieber?

Das West-Nil-Fieber verläuft meist mild oder sogar völlig unbemerkt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts entwickeln etwa vier von fünf Infizierten überhaupt keine Beschwerden.4 Rund jeder Fünfte bekomme grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen. Schwere Krankheitsverläufe sind selten und betreffen etwa einen von 100 Infizierten. Deshalb könnte die Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen auch sehr hoch sein. Als besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe gelten ältere Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Für das Virus gibt es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie. Umso wichtiger ist der Schutz vor Mückenstichen, insbesondere während der Hauptübertragungszeit zwischen Juli und September sowie in betroffenen Regionen.

Auch interessant: So gefährlich ist das West-Nil-Fieber

2019 erstmals Ansteckung mit West-Nil-Virus in Deutschland

2019 waren erste mutmaßlich von Mücken übertragene Ansteckungen bei Menschen in Deutschland bekannt geworden, die zuvor nicht verreist waren. Dem RKI zufolge wurde 2018 hierzulande erstmals die Übertragung zwischen Stechmücken und Vögeln dokumentiert, vermutlich sei das ursprünglich aus Afrika stammende Virus aber schon wenige Jahre zuvor nach Deutschland gelangt. Angenommen wird, dass der Erreger mittlerweile auch hier in Mücken überwintern kann. Pferde gelten, ebenso wie Menschen, als sogenannte Fehlwirte. Zwar können sie sich mit dem Virus infizieren und dabei ernsthafte gesundheitliche Schäden erleiden, doch die Viruskonzentration im Blut bleibt so gering, dass eine Weitergabe – etwa über Stechmücken – nicht möglich ist. Infizierte Menschen sind daher nicht ansteckend.

Quellen

  1. European Centre for Disease Prevention and Control. Weekly overview of areas affected by West Nile virus in Europe, based on reported human cases. (aufgerufen am 10.08.2026) ↩︎
  2. World Health Organization. West Nile virus: as cases rise across parts of Europe, here is what you need to know. (aufgerufen am 10.08.2026) ↩︎
  3. Charité. Das West-Nil-Virus ist in Berlin heimisch geworden. (aufgerufen am 10.08.2026) ↩︎
  4. Robert Koch-Institut. West-Nil-Virus-Fall-Kontroll­studie. (aufgerufen am 10.08.2026) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.