20. Oktober 2026, 10:15 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Lungenkrebs kennt jeder, aber Lungenknoten? Letzteres mag zunächst ähnlich beängstigend sein, aber in den meisten Fällen sind Knötchen in der Lunge kein Grund zur Panik. Über 95 Prozent aller Lungenknoten sind gutartig. Denn je größer ein Lungenknoten wird, desto höher ist auch das Risiko, dass sich dahinter Krebs verbirgt. Was Sie darüber wissen sollten, lesen Sie bei FITBOOK.
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Was ist ein Lungenknoten?
Ein Lungenknoten ist eine kleine Gewebeveränderung in der Lunge. „Klein“ bedeutet in diesem Fall: Er misst zwischen wenigen Millimetern und maximal drei Zentimetern. Knoten mit einem Durchmesser von weniger als acht Millimetern sind nur selten bösartig, ihr Krebsrisiko liegt bei etwa einem Prozent. Grundsätzlich gilt: Je größer ein Lungenknoten wird, desto höher ist das Risiko, dass sich dahinter Krebs verbirgt. Mehr als 95 Prozent der Lungenknoten sind jedoch gutartig.1 Häufig entstehen sie als Folge längst abgeheilter Infektionen, etwa einer früheren Lungenentzündung, oder durch kleine Vernarbungen, Verkalkungen und andere gutartige Gewebeveränderungen. Entdeckt werden Lungenknoten meist zufällig, etwa bei einer Computertomographie (CT) des Brustkorbs.
Ursache eines bösartigen Knotens
Lungenknoten sind bei Erwachsenen recht häufig, bis zu einer von vier weist sie auf. Bei Rauchern kann sogar jeder zweite betroffen sein.2 Ein bösartiger Knoten entsteht meist in einem mehrstufigen Prozess. Durch Veränderungen im Erbgut können die natürlichen Schutz- und Reparaturmechanismen der Zellen ausfallen, sodass sich geschädigte Lungenzellen zunehmend unkontrolliert vermehren. Teilweise entwickeln sich solche Knoten schrittweise aus zunächst unauffälligen Gewebeveränderungen.
Eine wichtige Ursache für Zellschäden ist Zigarettenrauch. Das Risiko für einen bösartigen Knoten steigt mit der gerauchten Menge. Pro zehn Packungsjahren nimmt es statistisch um das 1,2-Fache zu. Aber auch Feinstaub und Luftverschmutzung können das Risiko erhöhen. Hinzu kommen chronische Lungenerkrankungen wie COPD sowie das Alter, da sich Zellschäden im Laufe des Lebens ansammeln. Auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle, denn Krebserkrankungen in der engeren Familie können das eigene Risiko erhöhen.
Risikoeinstufung und Häufigkeit
Im Rahmen des standardisierten Lungenkrebs-Screenings (nach dem etablierten Lung-RADS-System) werden Lungenknoten in Risikoklassen eingeteilt.2 Diese Orientierungswerte geben an, wie häufig bestimmte Befunde vorkommen und wie hoch das damit verbundene Krebsrisiko geschätzt wird:
- Kategorie eins (keine Knoten oder eindeutig gutartig): ca. 39 Prozent aller Scans.
- Kategorie zwei (sehr kleine/unverdächtige Knoten, unter sechs Millimetern): ca. 45 Prozent aller Scans.
- Kategorie drei (wahrscheinlich gutartig, z. B. sechs bis acht Millimeter): ca. neun Prozent aller Scans.
- Kategorie vier (verdächtig/erhöhtes Risiko, über acht Millimeter oder wachsend): ca. sieben Prozent aller Scans.
Wichtig ist, die reine Größe dient dabei nur als erste Orientierung. Für die genaue ärztliche Einschätzung spielen weitere medizinische Faktoren eine entscheidende Rolle.
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Wie wird der Knoten festgestellt?
In der Regel werden Lungenknoten durch bildgebende Verfahren entdeckt, meist zufällig. Das kann beispielsweise bei einer Untersuchung in der Notaufnahme, wegen anhaltenden Hustens oder im Rahmen eines Lungenkrebs-Screenings geschehen. Anschließend folgt eine genaue diagnostische Einordnung. Dabei beurteilen Ärzte unter anderem Größe, Form und Gewebeeigenschaften des Knotens sowie persönliche Risikofaktoren – dazugehören Alter, das Rauchverhalten und eine familiäre Krebsvorgeschichte – und ordnen den Befund mithilfe etablierter Klassifikationssysteme und Risikomodelle einer Risikokategorie zu. Besteht ein erhöhtes oder unklares Risiko, kommen weitere Untersuchungen zum Einsatz. Dazu gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen per CT, Biomarker-Tests und gegebenenfalls die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Die Gewebeprobe unter dem Mikroskop kann sicheren Aufschluss darüber geben, ob ein Lungenknoten gutartig oder bösartig ist.3
Behandlung
Sehr geringes Risiko – unter fünf Prozent
Bei einem so geringen Krebsrisiko wird in der Regel auf invasive Eingriffe wie Gewebeentnahmen oder Operationen verzichtet. Stattdessen wird der Knoten regelmäßig per CT kontrolliert, etwa nach drei, sechs oder zwölf Monaten. Bleiben Größe und Form über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren unverändert, gilt der Knoten als gutartig.
Mittleres Risiko – fünf bis 65 Prozent
Fällt ein CT-Befund nicht eindeutig aus, sind weitere Untersuchungen nötig. Ziel ist es, abzuklären, ob sich hinter dem Lungenknoten Krebs verbirgt. Reichen bildgebende Verfahren dafür nicht aus, kann eine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden. Erst eine solche Biopsie kann einen Tumor sicher bestätigen oder ausschließen. Bestätigt sich der Verdacht nicht, wird der Knoten wie bei einem geringen Risiko regelmäßig per CT kontrolliert. Wird hingegen Krebs festgestellt, beginnt die Behandlung. Je nach Befund kommen dafür eine gewebeschonende Operation, eine gezielte Bestrahlung oder eine medikamentöse Therapie infrage.
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Hohes Risiko – über 65 Prozent
Bestätigt eine Gewebeprobe den Krebsverdacht, wird die Therapie eingeleitet. Befindet sich der Tumor in einem frühen Stadium und ist kleiner als zwei Zentimeter, reicht heute häufig die Entfernung eines einzelnen Lungensegments (Segmentektomie) aus. Früher musste dafür meist der gesamte Lungenlappen entfernt werden. Ist eine Operation aufgrund von Vorerkrankungen nicht möglich oder nicht gewünscht, kann eine hochpräzise Bestrahlung zum Einsatz kommen. Bei fortgeschrittenen Tumoren oder ergänzend zur Absicherung werden zudem Immuntherapien, zielgerichtete Medikamente oder Chemotherapien eingesetzt.4