30. September 2019, 11:03 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Erstmal ist der Gedanke erschreckend: Die Diagnose einer schweren Erkrankung kommt nicht vom mitfühlenden Arzt – sondern ganz nüchtern aus dem Rechner. Doch Künstliche Intelligenz in der Medizin kann auch Chancen bieten. Ob KI Ärzte aus Fleisch und Blut verdrängt, hat eine britische Studie untersucht. FITBOOK stellt sie vor!
Im Krankenhaus und in der Arztpraxis hält die Künstliche Intelligenz (KI) Einzug. Sollte die Diagnose aus dem Computer mindestens so präzise werden wie die eines Arztes, könnte das für Patienten ein Segen sein. Denn wer schon mal ins Krankenhaus musste, weiß, wie selten man dort den behandelnden Arzt zu Gesicht bekommt.
Bürokratie und Auswertung auf den Rechner verlagern
Meist fehlt den Medizinern schlicht die Zeit für ihre Patienten, müssen sie sich doch mit viel bürokratischem Kram rumschlagen, EKGs, Röntgenbilder und Blutuntersuchungen auswerten. Solche Aufgaben könnte in Zukunft die KI übernehmen, während sich der Arzt wieder mehr dem Patienten zuwendet.
Doch was bei Patienten gut ankommt, weckt bei vielen Ärzten schiere Existenzängste. Durch den vermehrten Einsatz von selbstlernenden Algorithmen im Sprechzimmer droht schließlich Stellenabbau und Jobverlust für Mediziner. Wie berechtigt ist die Angst?
Eine im Fachmagazin „The Lancet Digital Health“ erschienene Vergleichsstudie aus Großbritannien hat nun Auswertungen verschiedener Studien unter die Lupe genommen. Diese untersuchten, ob Ärzte oder Computerprogramme die besseren Diagnosen stellten.
Entwarnung für alle menschlichen Mediziner: Künstliche Intelligenz kann es kaum besser, erkannte sie Krankheiten in 87 Prozent der Fälle. Die echten Ärzte diagnostizierten zu 86 Prozent richtig.
Das Forscherteam der Vergleichsstudie sieht großes Potential in selbstlernender Medizin-Software, warnt jedoch vor einem zu hoch geschraubten Erwartungen an KI. Erhielten Mediziner mehr Information über die Krankheitssymptome ihrer Patienten, sind sie bei der Diagnose gegenüber einem Computer klar im Vorteil.
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