31. Juli 2026, 9:44 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Sharon Stone hat gegen ärztlichen Rat ihre Schlaganfall-Medikamente abgesetzt. Obendrein hat die Schauspielerin mit dem Kiffen aufgehört. Was das mit ihrem Körper gemacht hat, wie der Schlaganfall im Jahr 2001 sie geprägt hat und wie groß die Marihuana-Gefahr heutzutage tatsächlich ist, lesen Sie bei FITBOOK.
Jetzt dem FITBOOK-Kanal bei Whatsapp folgen!
Medikamenten-Entzug und Schluss mit Marihuana
Im Jahr 2001 kam große Sorge um Sharon Stone auf: Aufgrund eines Schlaganfalls und anschließender Hirnblutungen befand sich die „Basic Instinct“-Darstellerin in einem kritischen Zustand. Und obwohl dieser Vorfall inzwischen 25 Jahre her ist, müsste die Schauspielerin laut ihren Ärzten eigentlich noch immer Medikamente einnehmen. Doch Sharon Stone wollte sich damit nicht abfinden. In einem Interview mit „Variety“ sprach Sharon Stone darüber, dass sie im September 2025 begonnen habe, eines ihrer Medikamente abzusetzen. Ihr Arzt meint zwar: „Sie können es nicht absetzen. Sie können es nie absetzen.“ Sharon erwiderte: „Ich setze es ab.“
„Es war, als würde man von Heroin loskommen. Viereinhalb Monate lang war ich todkrank“, berichtet Stone. Ihr Wille „Ich will mein Leben zurück“ und „Ich will ein medikamentenfreies Leben“ hat sich durchgesetzt. Mehr noch, beschloss die Schauspielerin auch, mit dem Kiffen aufzuhören. Sie glaube ohnehin, dass heutzutage zu viel Zeug hineingemischt werde. „Man zieht es ja nicht mehr einfach so aus der Erde. Es ist nicht mehr wie früher, als wir Kinder waren“, erklärte die 68-Jährige. Einfach war der Entzug nicht: Stone fühlte sich einen Monat lang ziemlich krank, und sei deshalb zu ihrem Neurologen gegangen. „Sharon, ich hatte schon Patienten, die wegen Marihuana im Krankenhaus gestorben sind“, erzählte dieser. Dennoch scheint es, dass Stone den Entzug durchgezogen hat.
Mehr Verunreinigung
Stones Vermutung, dass heutigem Cannabis mehr „hineingemischt“ wird als früher, lässt sich durch mehrere Studien stützen. Eine Analyse von über 300 Straßencannabis-Proben aus 30 deutschen sowie zehn weiteren europäischen Städten ergab, dass nur rund jede fünfte Probe frei von Verunreinigungen war.1 71 Prozent enthielten verbotene Pestizide, 65 Prozent Spuren von Fäkalien, Bakterien oder Viren. Auch eine britische Untersuchung von über 1600 Cannabisproben fand, dass mehr als ein Drittel der Proben einen psychoaktiven Zusatzstoff enthielt, am häufigsten synthetische Cannabinoide.2 Der EU-Drogenbericht 2025 bestätigt den Trend.3 Sowohl der THC-Gehalt in Cannabisharz als auch das Vorkommen von mit synthetischen Cannabinoiden besprühtem Naturcannabis nehmen europaweit zu.
Tod durch Cannabis?
Diese Aussage von Stones Neurologen lässt sich wissenschaftlich nicht ohne Weiteres bestätigen. Eine tödliche Überdosis allein durch THC, also den psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis, gilt in der Fachliteratur als praktisch ausgeschlossen. Weder die US-Gesundheitsbehörde CDC noch das National Institute on Drug Abuse verzeichnen einen bestätigten Fall, in dem Cannabis allein durch Toxizität zum Tod geführt hat. Der Grund: Im Gegensatz zu Opioiden unterdrückt THC nicht die Atemfunktion – den Mechanismus, über den die meisten tödlichen Überdosierungen anderer Substanzen eintreten.
Anders sieht die Studienlage bei Menschen mit einer diagnostizierten Cannabiskonsumstörung aus. Eine kanadische Kohortenstudie mit rund 528.000 Teilnehmenden, veröffentlicht 2025, zeigt ein knapp dreifach erhöhtes Sterberisiko binnen fünf Jahren im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Die Ursache liegt hier jedoch nicht in einer direkten Vergiftung, sondern in Folgerisiken wie Suizid, Unfällen, Opioidvergiftungen und Lungenkrebs. Auch Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall treten bei starkem, chronischem Cannabiskonsum nachweislich häufiger auf.
Die Aussage des Neurologen dürfte sich somit eher auf solche indirekten gesundheitlichen Risiken beziehen als auf eine reine THC-Vergiftung – für Letztere gibt es nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand keinen dokumentierten Fall.
Schlaganfall – „Ich hatte eine Überlebenschance von einem Prozent“
Am 30. Januar 2025 wurde der Schauspielerin eine große Ehre zuteil: Sie moderierte das Red-Dress-Collection-Konzert der American Heart Association (AHA). Im Rahmen der Veranstaltung ließ Sharon Stone, in einem Interview mit dem „People“-Magazin, deshalb auch ihre Fans an ihrer gesundheitlichen Geschichte teilhaben und erinnerte sich an die Zeit ihres Schlaganfalls zurück. Aufgrund einer gerissenen Wirbelarterie hatte sie neun Tage lang eine Gehirnblutung. Die Ärzte waren damals vom Schlimmsten ausgegangen. „Ich hatte eine Überlebenschance von einem Prozent“, schilderte die „Casino“-Darstellerin. Und doch hat sie es geschafft, sich ins Leben zurückzukämpfen.
Geeignete Rehabilitationsmaßnahmen blieben aus
„Als ich das Krankenhaus verließ, waren 18 Prozent meiner Körpermasse verschwunden, ich schleifte meinen rechten Fuß hinter mir her und konnte meinen eigenen Namen nicht schreiben“, so Stone über die erste Zeit nach ihrem Schlaganfall. Die Nachsorge – aus ihrer Sicht eine Katastrophe. Es habe kein geeignetes Rehabilitationsprogramm gegeben, das ihr Stottern gestoppt und welches ihre Krankenkasse übernommen hätte, erklärt die Schauspielerin, die zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben „mittellos“ war. Während sie versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, ließ sich auch ihr Mann von ihr scheiden. „Ich hatte nichts. Ich hatte kein Geld und keine Karriere“, so Stone.
Sharon Stone kehrte stärker zurück
Ihre Geschichte wollte die Schauspielerin nutzen, um anderen Betroffenen Mut zu machen. „Ich stehe hier und veranstalte diesen Ball auf zwei Beinen in 12,5 cm hohen Absätzen, und ich kann es, ich habe es geschafft, und ihr könnt es auch“, sagte Stone. Der Weg dahin sei alles andere als leicht gewesen. „Ich möchte, dass sie mich sehen und wissen: Mein Mann wollte sich von mir scheiden lassen, alle stritten sich darum, alles zu bekommen, und die Bank hatte mir 18 Millionen Dollar meiner gesamten Ersparnisse abgenommen. Ich hatte nichts. Kein Geld. Keine Karriere“, erzählte die Schauspielerin. Trotz dieser Rückschläge habe sie sich zurück ins Leben gekämpft.
Auch interessant: Wir leben länger, sind aber weniger gesund
Sharon Stone möchte auch auf die Anzeichen eines Schlaganfalls aufmerksam machen. Deshalb benannte sie im Rahmen der Veranstaltung verschiedene Symptome, wie ein eingefallenes Gesicht, Taubheitsgefühle sowie eine undeutliche Aussprache, und riet: „Rufen Sie den Notarzt und fahren Sie ins Krankenhaus […]. Zögern Sie nicht!“