Mehr als 35.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an einer Sepsis, die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Unbehandelt endet die Blutvergiftung immer tödlich. Wie Sie die Warnzeichen selbst erkennen können – und warum schnelle Hilfe Leben rettet.
Aktuell wird Norwegens König Harald im Osloer Rikshospitalet wegen einer Sepsis behandelt. In Deutschland stirbt laut Aktionsbündnis Patientensicherheit alle sechs Minuten ein Mensch an einer Sepsis.
In 4 einfachen Schritten Blutvergiftung erkennen
Die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis hat eine Merkhilfe entwickelt, wie man bei schweren Infektionen bei sich selbst und anderen die Symptome einer Sepsis nicht übersieht:
An den Kopf fassen: Fällt das Denken schwer? Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit können Warnzeichen sein.
Hand auf die Brust legen: Ist die Atmung erschwert? Atemnot, Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung sind kritisch.
Hand aufs Herz legen: Rast der Puls? Herzrasen oder niedriger Blutdruck sind ebenfalls Anzeichen.
Den Körper fühlen: Fühlt man sich sterbenskrank? Unerklärlich starke Schmerzen oder ein extremer Krankheitszustand sollten alarmieren.
Sepsis ist ein akuter Notfall. Tritt bei einer bestehenden Infektion eines oder mehrerer dieser Symptome auf, sollte sofort der Notruf (112) oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) verständigt werden.
Besonders tückisch: Es gibt nicht das eine typische Sepsis-Symptom. Viele Betroffene beschreiben vielmehr ein außergewöhnlich schweres Krankheitsgefühl – „krank wie noch nie“. Zusätzlich können Fieber, Schüttelfrost, große Schwäche sowie kalte oder marmoriert wirkende Hände, Arme, Beine und Füße auftreten. Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn eine Infektion besteht oder kürzlich bestanden hat und sich der Zustand plötzlich deutlich verschlechtert.1
Übrigens sollte man nicht auf den vermeintlich typischen roten Strich warten, der sich auf der Haut in Richtung Herz zieht. Anders als häufig angenommen, ist dieser kein eindeutiges Zeichen einer „Blutvergiftung“. Er kann vielmehr auf eine Entzündung der Lymphbahnen, eine sogenannte Lymphangitis, hindeuten. Auch sie muss ärztlich behandelt werden und kann in seltenen Fällen zu einer Sepsis führen.2
Ist es Sepsis? Wer die Symptome kennt, kann rechtzeitig handeln. Foto: dpa-infografik/dpa-tmn
Unsicher? Check im Netz hilft weiter
Auf der Website hält die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis zwei Checklisten zum Erkennen von Risikofaktoren und Infektionszeichen bereit. Hier kann man anhand einer Auswahl Faktoren auswählen und Symptome angeben, anschließend erhält man eine Einschätzung, die beim Erkennen einer Sepsis helfen kann:
DocCheck Flexikon. Sepsis. (aufgerufen am 31.08.2026)↩︎
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