21. Mai 2026, 14:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein erfolgreicher Rauchstopp hat neben zahlreichen bekannten gesundheitlichen Vorteilen offenbar auch einen positiven Einfluss auf das Demenzrisiko. Allerdings entdeckten die der aktuellen Studie beteiligten Forscher einen entscheidenden Haken. FITBOOK erklärt, worauf Aufhörwillige unbedingt achten sollten.
Tabak beziehungsweise die beim Rauchen freigesetzten und eingeatmeten Substanzen sind Gehirngifte. Ältere Studien konnten die negativen Effekte des Zigarettenkonsums auf kognitive Leistungen bereits nachweisen (FITBOOK berichtete). Noch immer gehen viele Raucher jenseits der 60 davon aus, dass ein Rauchstopp in ihrem Alter sich nicht mehr lohnt. Falsch! Eine aktuelle, im Fachjournal ‚Neurology‘ veröffentlichte Analyse zeigt das Gegenteil.1 Ein erfolgreicher Rauchstopp geht immer mit einem stark verringerten Demenzrisiko einher. Dieses Risiko nähert sich bereits nach sieben Jahren Abstinenz dem von Nichtrauchern. Damit das Gehirn aber vollends vom tabakfreien Leben profitieren kann, muss eine Bedingung erfüllt werden.
Langzeitstudie mit knapp 33.000 gesunden, ältere Erwachsene
Für ihre Untersuchung rekrutierten die Forscher 32.802 demenzfreie Frauen und Männer. Ihr Durchschnittsalter betrug zu Beginn etwa 60 Jahre. 20 Prozent von ihnen waren Raucher, 36 Prozent Ex-Raucher und 43 Prozent hatten nie geraucht. Alle zwei Jahre wurden die Teilnehmer nach Raucherstatus, Körpergewicht und allgemeinem Gesundheitszustand befragt. Zusätzliche Gedächtnis- und Denktests gaben Aufschluss darüber, ob sich in der Zwischenzeit eine Demenz entwickelt hatte. Nach einer Studienlaufzeit von 25 Jahren werteten die Forscher sämtliche Daten aus, um ein genaueres Bild davon zu erhalten, welchen Einfluss ein Rauchstopp auf das Demenzrisiko hat.
So stark sinkt das Demenzrisiko mit dem Rauchstopp
Die positiven Effekte auf das Gehirn schienen mit jedem Pfund Extra, das die Tabakabstinenz oft zu Beginn mit sich bringt, an Wirkung zu verlieren. Diese machten sich bereits ab 5 Kilo mehr bemerkbar. Ab zehn Kilo hatte der Rauchstopp keine ersichtlichen positiven Auswirkungen mehr auf das Demenzrisiko. Die Forscher schließen daraus, dass die unmittelbare Zeit nach der letzten Zigarette besonders entscheidend ist. Denn tatsächlich erhöht Tabakverzicht nahezu unausweichlich den Appetit (FITBOOK berichtete). Mit Hilfe von Ernährungsberatung und einem alltagstauglichen Trainingsplan ist dieser jedoch gut in den Griff zu bekommen.
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Die positiven Effekte auf das Gehirn schienen mit jedem Pfund Extra, das Zigarettentabak vor allem zu Beginn oft mit sich bringt, an Wirkung zu verlieren. Diese machten bereits ab fünf Kilo mehr bemerkbar. Bei zehn Kilo mehr hatte der Rauchstopp keine ersichtlichen positiven Auswirkungen mehr auf das Demenzrisiko. Die Forscher schließen darauf, dass die unmittelbare Zeit nach der letzten Zigarette besonders entscheidend ist. Tatsächlich erhöht Tabakverzicht nahezu unausweichlich den Appetit (FITBOOK berichtete). Mit Hilfe von Ernährungsberatung und einem alltagstauglichen Trainingsplan ist dieser gut in den Griff zu bekommen.
Rauchen aufzugeben ist gut fürs Gehirn, aber …
Als klassische Beobachtungsstudie liefert die Untersuchung keine konkreten Beweise dafür, dass der Rauchstopp allein für das sinkende Demenzrisiko verantwortlich ist. Hinzu kommt, dass der Großteil der Daten auf Selbstauskünften der Teilnehmer basiert. Erinnerungsfehler und andere Verzerrungen sind dabei unvermeidbar. Obwohl die Ergebnisse daher mit Vorsicht interpretiert werden sollten, deutet die Studie auf einen Zusammenhang zwischen Tabakverzicht und Gehirngesundheit hin, der selbst im höheren Alter noch zu greifen scheint. Und in einem Punkt sind sich sämtliche ernstzunehmenden Raucherstudien einig: Weiterqualmen bringt keinen einzigen Vorteil.