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Studie zeigt Zusammenhang

Welche Fitnesssteigerung das Prostatakrebsrisiko am besten senkt

Eine Studie hat untersucht, wie sich das Prostatakrebsrisiko senken lässt
Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Eine Möglichkeit, wie man das Risiko für diese Krankheit senken kann, zeigt eine neue Studie auf. Foto: Getty Images/Science Photo Library RF
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Anna Echtermeyer
Redakteurin

19. November 2025, 11:59 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Männer, die über die Zeit ihre Ausdauer verbessern, können ihr Risiko für Prostatakrebs womöglich deutlich senken – um rund 35 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte schwedische Studie mit mehr als 57.000 Teilnehmern. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern und nach Lungenkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Umso wichtiger sind Hinweise darauf, dass körperliche Fitness eine schützende Rolle spielt.

Studie zeigt 35 niedrigeres Erkrankungsrisiko bei 3 Prozent Fitness-Steigerung

Dr. Kate Bolam ist Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin an der Swedish School of Sport and Health Sciences Stockholm. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist das Thema Bewegung als Prävention chronischer Krankheiten. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern ist sie dem Zusammenhang nachgegangen zwischen Veränderungen der Ausdauer (Fachbegriff: kardiorespiratorische Fitness) und dem Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken oder daran zu sterben. Im Zentrum stand nicht einfach der Vergleich von fitten versus unfitten Männern – sondern die Frage, ob eine Verbesserung der Fitness im Laufe der Jahre selbst einen Einfluss auf das Prostatakrebsrisiko hat. Die Studie wurde im „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlicht.1

Nachdem frühere Studien die Fitness meist nur zu einem Zeitpunkt gemessen hatten, fanden Bolam und Team heraus, dass eine Steigerung der kardiorespiratorischen Fitness um mehr als drei Prozent mit einem 35 Prozent niedrigeren Prostatakrebs-Erkrankungsrisiko verbunden war – im Vergleich zu Männern, deren Fitness sank. Besonders profitierten Männer mit moderater Ausgangsfitness. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Anpassung auf Alter, Bildungsstand, BMI und Rauchverhalten statistisch signifikant. Männer, deren Fitness stabil blieb, lagen zwischen diesen Gruppen.

VO2max der Männer über Jahre durch Ausdauertests bestimmt

Die Forscher nutzten Daten aus dem schwedischen „Health Profile Assessment“-Programm, bei dem Angestellte freiwillig an Gesundheitsuntersuchungen teilnahmen. Eingeschlossen wurden 57.652 Männer, die zwischen 1982 und 2019 mindestens zwei standardisierte Ausdauertests auf dem Fahrradergometer mit mindestens elf Monaten Abstand absolviert hatten. Bei Teilnehmern mit mehr als zwei Tests wurden nur der erste und der letzte zur Auswertung herangezogen.

Zur Messung der kardiorespiratorischen Fitness wurde ein spezieller Trainingstest angewendet. Beim Astrand-Rhyming-Test wird nach Aufwärmen binnen sechs Minuten auf dem Ergometer der Widerstand so angepasst, dass aus der gemessenen Herzfrequenz und den „getretenen“ Watt sicher die VO2max der Männer abgeleitet werden kann. Dieser Wert beschreibt die maximal mögliche Sauerstoffaufnahme bei Belastung. Die Aussagekraft der VO2max ist bezüglich der Ausdauerfähigkeit sehr hoch, da dies ein essenzieller Teil der körperlichen Fitness ist.

Studie fand keinen Zusammenhang zwischen Fitness und Risiko, an Prostatakrebs zu sterben

Durchschnittlich 6,7 Jahre nach ihrem letzten Fitnesstest wurden die Männer dann erneut beobachtet. Bei 592 der Männer war in diesem Zeitraum Prostatakrebs diagnostiziert worden. Da es nur 46 Todesfälle in der Stichprobe gab, zeigte die Studie keinen Zusammenhang zwischen Veränderung der Fitness und dem Risiko, an Prostatakrebs zu sterben.

Männer mit mittlerer Ausgangsfitness profitierten besonders stark

Jene Männer, die nicht unsportlich, aber auch keine Spitzensportler sind, profitierten hinsichtlich des sinkenden Prostatakrebsrisikos besonders. Männer mit einer solchen mittleren Fitness fahren vielleicht regelmäßig Rad oder joggen (nicht auf Marathon-Niveau). Bei ihnen war jede prozentuale Steigerung der VO2max mit einem um zwei Prozent geringeren Risiko verbunden, an Prostatakrebs zu erkranken.

Auch interessant: Prostatakrebs-Früherkennung! Facharzt erklärt, worauf Männer achten sollten

Jede 4. Krebsdiagnose in Deutschland entfällt auf Prostata

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Statistisch entfällt in Deutschland jede vierte Krebsdiagnose bei Männern auf eine bösartige Tumorerkrankung der Vorsteherdrüse.2 Aus diesem Grund und wegen der hohen Sterblichkeit gibt es für Prostatakrebs eine etablierte Früherkennung für Männer ab dem 50. Lebensjahr. Bemerkbar macht sich die Erkrankung etwa durch Beschwerden beim Wasserlassen. Auch Blut im Sperma und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können auf Prostatakrebs hinweisen. Beides ist unter Umständen aber auch auf eine einfache Entzündung oder Vergrößerung der Prostata zurückzuführen. Eine gründliche Abklärung derartiger Beschwerden ist in jedem Fall ratsam.

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Einordnung der Studienergebnisse

Auch wenn der Zusammenhang zwischen einer Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness und einem reduzierten Risiko für Prostatakrebs in der Studie klar war – es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, welche keine Kausalität beweist. Man kann also nicht sicher sagen, dass höhere Fitness direkt das Prostatakrebsrisiko senkt. Es könnte auch an anderen, mit Fitness verbundenen Lebensstilfaktoren liegen. Die Daten stammen nur von berufstätigen schwedischen Männern und sind damit nicht unbedingt auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar. Außerdem fehlten Informationen zu Screeningverhalten und Genetik, die das Ergebnis beeinflussen könnten.

Es lohnt sich immer, an der eigenen Ausdauer zu arbeiten

Gleichwohl trägt eine höhere kardiale Fitness häufig auch zu einem gesünderen Lebensstil bei, was das allgemeine Krebsrisiko – und so auch das Risiko für Prostatakrebs – senkt. Es lohnt sich immer, an der eigenen Ausdauer zu arbeiten – auch und gerade in der Lebensmitte.

Quellen

  1. Bolam, K.A., Bojsen-Møller, E., Wallin, P. et al. (2024). Association between change in cardiorespiratory fitness and prostate cancer incidence and mortality in 57 652 Swedish men. British Journal of Sports Medicine. ↩︎
  2. Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts: Krebs in Deutschland für 2019/2020 (aufgerufen am 19.11.2025) ↩︎

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