15. August 2025, 18:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Die Antibabypille zählt zu den sichersten Verhütungsmitteln. Aber ihre Wirkung ist nicht immer gewährleistet und kann durch mehrere Faktoren beeinflusst werden. FITBOOK klärt auf, welche Medikamente und Lebensmittel den Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft verringern können oder der Gesundheit schaden, wenn sie mit der Pille kombiniert werden.
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Wie wirkt die Antibabypille?
Die meisten Antibabypillen, die erwachsenen Frauen verschrieben werden, sind sogenannte Mikropillen. Ihre Wirkweise vereinfacht erklärt: Mithilfe einer Kombination aus verschiedenen Hormonen täuschen sie dem weiblichen Körper eine Schwangerschaft vor. Dabei verhindert ein künstlicher Überschuss an unter anderem Gestagen das Springen einer Eizelle, die beim Geschlechtsverkehr befruchtet werden könnte.1
Kann man die Pille danach zu oft einnehmen?
Wer Johanniskraut-Präparate einnimmt, sollte sich besonders gut vor der Sonne schützen
7 Dinge, die die Wirkung der Pille beeinflussen können
Einnahme von Medikamenten
Bestimmte Antibiotika – darunter Penicilline und Tetracycline – können die Wirkung der Antibabypille auf mehreren Wegen mindern: Ein Teil der zugeführten Hormone wird bereits bei der ersten Passage durch die Leber mit Schwefel- oder Glucuronsäure verbunden und anschließend über den Darm wieder ausgeschieden.2 Daneben greifen Antibiotika die Darmflora an, was die Aufnahme der entscheidenden Hormone erschweren und somit die Wirkung der Pille beeinträchtigen kann. Gleichwohl sind Magen-Darm-Beschwerden häufige Nebenwirkungen, die ebenfalls einen nachteiligen Effekt auf den hormonellen Verhütungsschutz haben können (siehe unten). Wenngleich die Datenlage zur Interaktion zwischen Antibabypille und Antibiotika noch recht dünn ist, sollte man sich der möglichen Wechselwirkungen bewusst sein.
Generell gilt, wenn Sie ein neues Medikament einnehmen müssen: Informieren Sie sich in der Apotheke, ob es sich mit Ihrer Hormonpille verträgt. Im Zweifelsfall zusätzlich mit Kondom verhüten. Neben Antibiotika können auch Schmerzmittel und Arzneien, die die Verdauungstätigkeit anregen (z. B. Abführmittel), die Wirksamkeit der Pille einschränken, gleiches gilt für Beruhigungs-, Schlafmittel und Antidepressiva. Eine besondere Warnung gilt für den Stimmungsaufheller Johanniskraut, der pflanzlich ist und deshalb hinsichtlich seines Wechselwirkungspotenzials oft unterschätzt wird.3
Antibabypille bei Durchfall und Erbrechen
Ob nun ausgelöst durch Arzneimittel, einen Alkoholrausch oder schlecht vertragende Lebensmittel: Magen-Darm-Beschwerden, die sich vor dem Ablauf von 4 Stunden nach Einnahme der Pille mit Durchfall oder Erbrechen äußern, können deren Wirkung ebenfalls massiv beeinträchtigen.4
Einmaliger, wässriger Stuhlgang gilt dabei als wenig bedenklich. Wenn es allerdings innerhalb eines Tages zu bis zu dreimal zu dünnem und vermehrtem Stuhl kommt, hat der Körper sehr wahrscheinlich nicht ausreichend Hormone aufnehmen können, bevor diese ihn wieder verlassen haben. Hier gilt: Bitte nicht einfach eine weitere Pille nachnehmen! Lesen Sie in der Packungsbeilage Ihres Präparats nach, wie Sie sich in dem Fall verhalten sollten, und/oder informieren Sie sich bei Ihrem Gynäkologen bzw. in der Apotheke.
Antibabypille und Aktivkohle
Ist der Durchfall einer Lebensmittelvergiftung geschuldet, helfen Aktivkohletabletten, die Giftstoffe binden und deren Abtransport fördern.5 Die Stoffe werden dadurch quasi durch den Magen-Darm-Trakt geschleust – und das gilt ebenso für das, was der Körper eigentlich verwerten sollte, also auch Vitamine, Mineralstoffe und Medikamente. Die Pille kann somit nicht mehr richtig wirken.
Einfluss bestimmter Lebensmittel
Grapefruits mögen zwar gesundheitsförderlich und vitaminreich sein, einige ihrer Inhaltsstoffe konkurrieren jedoch mit den arzneilich wirksamen Bestandteilen der Antibabypille. Dasselbe gilt für Alkohol – dieser kann Einfluss auf den Hormonhaushalt nehmen und so einen Wirkungsverlust der Pille bewirken.6
Verschiedene weitere Lebensmittel sollten Frauen, die die Pille nehmen, nicht im Übermaß zu sich nehmen. Dazu zählt alles, was abführend wirken kann – also etwa viel starker Kaffee, Trockenobst sowie mitunter verdauungsfördernde Fruchtsäfte.7
Fasten beeinflusst die Wirkung der Pille
Nicht nur bestimmte Lebensmittel, auch zu wenig davon, kann die Wirkung der Pille beeinflussen. Wer über einen längeren Zeitraum fastet, kann damit das Risiko einer unwirksamen Pille erhöhen. Zum einen wird der Hormonhaushalt des Körpers durch das Fasten durcheinandergebracht, zum anderen kann es passieren, dass die Einnahme der Pille auf leeren Magen zu Darmbeschwerden oder Durchfall führt, wodurch ihre Wirksamkeit nachlässt.
Einfluss von Hitze
Aufgrund ihrer Wirkstoffzusammensetzung, welche die Pille temperaturempfindlicher macht, sollte diese möglichst bei Raumtemperatur gelagert werden. Ist die Pillenverpackung kurzzeitig Hitze ausgesetzt, ist das zwar nicht weiter schlimm, allerdings sollte Vorsicht geboten werden, wenn sie längere Zeit bei über 25 Grad aufbewahrt wird.8 Außerdem sollte man es vermeiden, die Pille ohne Verpackung oder in einem transparenten Blister direkt in die Sonne zu legen. Kälte hingegen macht der Antibabypille nichts aus.
Antibabypille und pflanzliche Mittel
Pflanzliche Wirkstoffe wie Johanniskraut wird oftmals zur Behandlung von Depressionen verschrieben. Es wirkt zwar stimmungsaufhellend, kann jedoch den Stoffwechsel der Leber beschleunigen. Dadurch wiederum werden die Wirkstoffe der Pille schneller abgebaut und die Pille im Zweifel unwirksam gemacht.9
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Pillen-Einnahme
Generell bietet es sich an, die Pille zu einem späten Zeitpunkt des Tages einzunehmen, etwa als letzte Handlung vor dem Schlafengehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Anschluss noch etwas ihre Wirkung beeinträchtigt, ist so bestmöglich reduziert. Die Einnahme nach einem geselligen Abend, sowie nach einem langen und harten Arbeitstag kann schnell vergessen werden. Deswegen hilft bei der Einnahme am frühen Abend, eine Erinnerung durch App.