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Von Laser bis Abschleifen

Narben behandeln – die Möglichkeiten im Überblick

Wer aus optischen Gründen eine Narbe behandeln lassen will, muss die Kosten meist selbst tragen.
Wer aus optischen Gründen eine Narbe behandeln lassen will, muss die Kosten meist selbst tragen. Foto: Getty Images
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FITBOOK Redaktion

31. Dezember 2025, 17:22 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Narben können sichtbare Erinnerungen an Unfälle, Operationen oder Hauterkrankungen sein – nicht selten empfinden Betroffene sie als störend oder sogar belastend. Doch was genau ist eine Narbe eigentlich, wie entsteht sie und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es wirklich? Ein umfassender Überblick über die Entstehung, Arten und medizinisch-kosmetischen Behandlungsformen von Narben.

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Was ist eine Narbe?

Eine Narbe ist Ersatzgewebe, das der Körper bildet, um geschädigte oder verletzte Haut zu schließen. Wird nur die oberste Hautschicht – die Epidermis – verletzt, heilt die Wunde meist ohne Narbe ab. Reicht die Verletzung jedoch tiefer, entsteht bei der Heilung zwangsläufig eine Narbe. Narben unterscheiden sich von gesunder Haut: Sie sind weniger elastisch, enthalten keine Schweiß- oder Talgdrüsen und meist auch keine Haarfollikel. Frische Narben erscheinen oft rötlich und erhaben, während sie mit der Zeit blasser und flacher werden. Die endgültige Reifung kann bis zu zwei Jahre dauern. In dieser Phase kann sich die Narbe noch deutlich verändern.1

Welche Arten von Narben gibt es?

Akne im Gesicht, Verbrennungen am Körper, Schnitte bei chirurgischen Eingriffen: Immer können Narben zurückbleiben. Wer die Spuren auf der Haut als Makel empfindet, der möchte sie oft ganz schnell loswerden. Es gibt zwar verschiedene Möglichkeiten, Narben zu behandeln, aber die können durchaus zeit- und kostenintensiv sein. Und man sollte wissen: „Man kann mit verschiedenen Verfahren das Aussehen von Narben verbessern, unsichtbar werden sie in aller Regel nicht“, sagt Prof. Philipp Babilas, Dermatologe am Hautzentrum Regensburg.

Narben sind eine Art Ersatzgewebe, das der Körper bildet, um Wunden zu schließen. Es gibt verschiedene Arten:

  • verdickte (hypertrophe)
  • eingesunkene (atrophe)
  • wuchernde (Keloide)

Unauffällige Narben verlaufen meist flach, blass und ohne Beschwerden. Bei gestörter Wundheilung entstehen dagegen sogenannte Narbenstörungen: hypertrophe Narben, Keloide oder atrophe Narben. Diese können mit Juckreiz, Schmerzen, Spannungsgefühlen oder Empfindungsstörungen einhergehen.

Auch interessant: Dermatologin Dr. Emi Arpa: Ȇber diese Hauterkrankungen wird ungern gesprochen

Narben behandeln – die verschiedenen Methoden im Überblick

Wer sich für eine Behandlung entscheidet, sollte im Vorfeld klären, wer die Kosten trägt, rät Jochen Sunken von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Vor dieser Entscheidung steht die Beratung durch spezialisierte Dermatologen oder Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Denn welches der Verfahren zum Einsatz kommt, hängt unter anderem vom Hautbild des Patienten und der Art der Narben ab.

Die Möglichkeiten im Überblick:

Lasertherapie

Bei dieser Methode können Dermatologen durch kalkulierte Verletzungen sehr gezielt eine Narbe behandeln, ohne angrenzendes Gewebe zu zerstören. Sie eignet sich etwa zum Verbessern von Akne- oder Operationsnarben. Der Nachteil: „Die Lasertherapie ist zeitaufwäedig“, so Babilas. Oft sind mehrere Sitzungen nötig.

Je nach Art der Narbe kommen unterschiedliche Lasertechniken zum Einsatz: Ablative Laser tragen überschüssiges Gewebe schichtweise ab, während nicht-ablative Verfahren (z. B. Farbstofflaser oder IPL) vor allem zur Reduktion von Rötungen dienen.

Microneedling

Hierbei ist ein Gerät mit feinsten Nadeln gespickt, die bis zu 1000 Mal pro Minute in die Narbe piksen. Dadurch will man die Haut dazu bringen, Kollagen und Elastin zu bilden. Microneedling kommt häufig bei glatten oder eingesunkenen Narben zum Einsatz.

Das Verfahren kann auch mit Wirkstoffen kombiniert werden, die über die Mikrokanäle in die Haut eingeschleust werden („Needling-assisted drug delivery“). Es eignet sich insbesondere bei Verbrennungsnarben.

Chirurgischer Eingriff

Bei einer großflächigen Narbe bietet es sich mitunter an, dass die Narbe herausgeschnitten und neu vernäht wird. Eine Alternative könnte auch sein, Haut zu verpflanzen. Dabei entnimmt der Operateur Fettgewebe von einer unauffälligen Stelle am Körper und näht es über das Narbengewebe. Der Nachteil bei diesen Varianten ist Babilas zufolge, dass neue Narben entstehen.

Solche Eingriffe werden in der Regel frühestens ein Jahr nach Entstehung der Narbe vorgenommen, da sich das Gewebe bis dahin noch natürlich verändern kann.

Cortisonbehandlung

Ein Facharzt spritzt mit einer dünnen Injektionsnadel Cortison in das Narbengewebe. Das hemmt Entzündungen und stoppt das Zellenwachstum. Das komme vor allem bei verdickten Narben und bei Keloiden infrage, schildert Babilas.

Am häufigsten kommt hierbei das Glukokortikoid Triamcinolon (TAC) zum Einsatz. Die Injektionen erfolgen meist im Abstand von mehreren Wochen und können bei Bedarf wiederholt werden.2

Abschleifen

Diese Vorgehensweise nennt sich Dermabrasion. Dabei werden etwa die Wülste von Keloiden oder die Ränder von Akne-Narben mit einem rotierenden Schleifkopf abgetragen. Das ist schmerzhaft, weshalb sie in Vollnarkose erfolgt. „Oft ist eine Nachbehandlung nötig“, sagt Babilas. Zudem können sich erneut Narben bilden.

Auch ältere, verdickte oder wulstige Narben lassen sich mit dieser Methode glätten. Besonders häufig wird sie im Gesicht angewendet.

Andere Methoden

Weitere nicht-operative Methoden wie Massage, Schröpfen oder Silikonbehandlungen können helfen, das Narbengewebe geschmeidiger zu machen. Bei der Narbenmassage – am besten nach ärztlicher Rücksprache etwa vier Wochen nach Wundverschluss – wird das Gewebe gelockert und besser durchblutet. Auch Zwiebelextrakte können lindernd wirken. Beim Schröpfen entsteht durch kleine Saugglocken ein Unterdruck, der das Gewebe stimuliert – besonders geeignet im Gesicht oder am Hals. Silikongele, -pflaster oder -auflagen halten die Narbe feucht und können die Bildung von Keloiden und hypertrophen Narben hemmen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Druckbehandlung mit Kompressionskleidung oder transparenten Masken – vor allem bei großflächigen Narben nach Verbrennungen. Sie dauert meist mehrere Monate und wird oft mit anderen Verfahren kombiniert.

Auch die Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie) kann Keloide oder hypertrophe Narben flacher machen – besonders in Kombination mit Cortisoninjektionen.

Was kosten Narben-Behandlungen?

Allgemeine Aussagen zur Höhe der Kosten sind schwer zu machen, jeder Fall ist anders. „Es kommt nicht zuletzt auf die Größe der Narbe oder Narben an“, erklärt Babilas. Eine Laserbehandlung kann nach seinen Angaben pro Sitzung mit im Schnitt 200 bis 500 Euro zu Buche schlagen, eine Cortisonbehandlung mit etwa 100 Euro pro Sitzung.

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Zahlt die Krankenversicherung die Behandlung?

„Die Entfernung von Narben allein aus ästhetischen Gründen ist grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung“, sagt Claudia Widmaier vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV) in Berlin.

Anderes sei es, wenn Versicherte durch die Narbe in Körperfunktionen beeinträchtigt sind. Bei entstellenden Narben kommt es indes auf den Einzelfall an. „Eine Rolle spielt dabei, ob die Narbe sichtbar ist – zum Beispiel im Gesicht – oder ob die Narbe generell durch Kleidung verdeckt ist“, erläutert Verbraucherschützer Jochen Sunken.

Soll eine Entfernung von Narben aus psychologischen Gründen erfolgen, besteht kein Anspruch gegenüber der Krankenversicherung. Sie zahlt laut Sunken die Psychotherapie, nicht aber die Narbenbehandlung.

Eventuell kommt ein anderer Kostenträger als die Krankenkasse infrage. „Ist die Narbe zum Beispiel Folge eines Verkehrsunfalls, kann es sein, dass der Unfallgegner für die Kosten aufkommen muss“, so Sunken. War die Ursache ein Arbeitsunfall, kommt die Berufsgenossenschaft als Kostenträger infrage.

Anleitung zum Überschminken von Narben

Narben auf der Gesichtshaut oder am Dekolleté empfinden Betroffene oft als belastend – und wollen sie überdecken. Dafür sollten sie zu Camouflage-Creme greifen, rät Nathalie Fischer, Expertin für den VKE-Kosmetikverband. Hautunregelmäßigkeiten ließen sich dadurch vollständig abdecken. Solch eine stark pigmentierte Abdeckcreme hafte zuverlässig auf der Haut und lasse sich zudem perfekt „verblenden“.

So geht man dabei vor:

  1. Die Haut reinigen, Tagespflege auftragen und einziehen lassen.
  2. Die Haut mit einem Papiertuch sanft abtupfen.
  3. Camouflage-Creme mit den Fingerkuppen auf die abzudeckenden Hautpartien auftragen und dann sanft einklopfen. „Dabei großflächig vorgehen und die Übergänge miteinbeziehen“, rät Fischer. Bei größeren zu kaschierenden Hautpartien die Creme über das ganze Gesicht verteilen.
  4. Ein transparenter, langanhaltender Puder mattiert und fixiert die Camouflage anschließend und macht sie schwitz- und wischfest. „Den Fixierpuder reichlich aufstäuben und zehn Minuten einwirken lassen.“ Den überschüssigen Puder mit einem Pinsel vorsichtig abnehmen.
  5. Am Ende des Tages die Creme mit einem Reinigungsöl entfernen.

*mit Material von dpa

Quellen

  1. Gesundheit.GV.AT. Narben und Narbenbehandlung. (aufgerufen am 09.12.2025) ↩︎
  2. netDoktor. Narben entfernen. (aufgerufen am 09.12.2025) ↩︎

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