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Neue Studie

Sie werden oft von Mücken gestochen? Daran kann es liegen

Mücken erkennen offenbar mehr Unterschiede zwischen Menschen als bisher bekannt
Mücken erkennen offenbar mehr Unterschiede zwischen Menschen als bisher bekannt Foto: Patrick Pleul/dpa
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Isa Kabakci
Redakteur

4. August 2026, 17:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Warum werden manche Menschen ständig von Mücken gestochen, während andere weitgehend verschont bleiben? Eine neue Studie deutet darauf hin, dass die Antwort nicht nur im individuellen Körpergeruch liegt. Offenbar kommt es auch darauf an, um welche Mückenart es sich handelt. Denn verschiedene Arten scheinen unterschiedliche Menschen zu bevorzugen. FITBOOK hat bei einem der Studienautoren, Dr. Matthew DeGennaro, nachgefragt.

Mücken haben unterschiedliche Vorlieben

Die aktuelle Studie mit 119 Erwachsenen zeigt, dass nicht alle Mücken denselben Geschmack haben. Die drei untersuchten Arten bevorzugten jeweils unterschiedliche Personen. Keiner der Teilnehmer gehörte bei allen drei Arten gleichzeitig zu den besonders attraktiven „Lieblingsopfern“. Zudem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sowohl bestimmte Geruchsstoffe als auch die Zusammensetzung der Hautbakterien eine wichtige Rolle spielen.

Für den Mitautor DeGennaro selbst war dieses Ergebnis unerwartet: „Überraschend war für mich, dass verschiedene Mückenarten unterschiedliche Menschen bevorzugen. Ich dachte, Mücken würden mehr oder weniger dieselben Menschen mögen. Die Tatsache, dass die von einer Art bevorzugten Menschen gemeinsame Hautbakterien und Gerüche aufweisen, untermauert unsere Erkenntnis.“

So wurde die Studie durchgeführt

Forscher der Florida International University untersuchten, warum manche Menschen für Mücken attraktiver sind als andere und ob verschiedene Mückenarten dabei dieselben Vorlieben haben. Dafür testeten sie 119 Erwachsene im Alter von 18 bis 59 Jahren auf ihre Anziehungskraft für die drei krankheitsübertragenden Mückenarten Gelbfiebermücke („Aedes aegypti“), Asiatische Tigermücke („Aedes albopictus“) und Südliche Hausmücke („Culex quinquefasciatus“).1

Dabei analysierten die Wissenschaftler zum einen, wie stark die Mücken auf die Teilnehmer reagierten. Zum anderen untersuchten sie die Geruchsstoffe der Haut sowie das Hautmikrobiom, also die Gesamtheit der auf der Haut lebenden Bakterien. Ziel war es herauszufinden, welche biologischen Faktoren die Attraktivität für verschiedene Mückenarten beeinflussen.

Körpergeruch und Hautbakterien beeinflussen die Anziehung

Die Forscher stellten fest, dass die Anziehungskraft der Testpersonen je nach Mückenart unterschiedlich ausfiel. Im Durchschnitt flogen bei der Gelbfiebermücke 89 Prozent der eingesetzten Mücken die Geruchsquelle an. Bei der Südlichen Hausmücke lag dieser Wert bei 43 Prozent, bei der Asiatischen Tigermücke bei 27 Prozent.

Besonders auffällig war, dass die Attraktivitätsbewertungen der drei Arten kaum übereinstimmten. Wer für eine Mückenart besonders anziehend war, musste es für die anderen Arten nicht sein. Die Korrelationen zwischen den Attraktivitätswerten waren durchweg schwach. Zudem gab es keine Person, die bei allen drei Arten gleichzeitig zu den attraktivsten Teilnehmern gehörte.

Die Ergebnisse könnten auch erklären, wie sich die Vorlieben verschiedener Mückenarten im Laufe der Evolution entwickelt haben. Der Forscher sagt dazu: „Diese Ergebnisse haben Auswirkungen auf unser Verständnis davon, wie sich die Wirtspräferenz von Mücken entwickelt haben könnte. Von den mehr als 3500 Mückenarten bevorzugen nur wenige den Menschen. Unsere Ergebnisse zeigen mir, dass jede Mückenart ihre eigene Strategie entwickelt hat, um Menschen zu finden. Warum eine Mückenart bestimmte Gerüche und Hautbakterien des Menschen bevorzugt, ist eine interessante Frage. Signalisieren diese Gerüche und Bakterien einen gesünderen oder nahrhafteren Wirt?“

Auch die Analyse der Körpergerüche ergab artspezifische Muster. Bei „Aedes aegypti“ und „Culex quinquefasciatus“ war eine hohe Attraktivität häufig mit dem Fehlen bestimmter Geruchsstoffe verbunden. Bei „Aedes albopictus“ zeigte sich dagegen eher das Gegenteil: Hier waren bestimmte Duftstoffe bei besonders attraktiven Personen häufiger vorhanden.

Zusätzlich untersuchten die Forscher das Hautmikrobiom. Insgesamt fanden sie 246 verschiedene Bakterientypen, von denen nur einer bei allen Teilnehmern vorkam. Bestimmte Bakterien waren jeweils mit hoher oder niedriger Attraktivität für einzelne Mückenarten verbunden. Drei Bakterien wurden jedoch bei den besonders attraktiven Personen aller drei Mückenarten gemeinsam gefunden: „Corynebacterium kefirresidentii“, „Cutibacterium granulosum“ und eine Variante von „Staphylococcus epidermidis“. Die Autoren vermuten, dass diese Mikroben möglicherweise allgemeine Signale für einen attraktiven Wirt liefern.

Ein weiterer Befund: Die Art Gelbfiebermücke fühlte sich etwas stärker von Männern angezogen als von Frauen. Bei den beiden anderen Mückenarten zeigte sich dieser Unterschied nicht.

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Stärken und Schwächen der Studie

Zu den Stärken der Studie zählen die vergleichsweise große Teilnehmerzahl von 119 Personen sowie die parallele Untersuchung von Mückenanziehung, Hautgeruch und Hautmikrobiom unter standardisierten Bedingungen.

Einschränkend weisen die Autoren darauf hin, dass die Laborversuche reale Alltagssituationen nur begrenzt abbilden. Die Südliche Hausmücke wurde im Labor nur mit getragenen Nylonstrümpfen getestet, nicht direkt am Arm. Das könnte die Ergebnisse im Vergleich zum echten Hautkontakt leicht beeinflussen. Weitere Studien sollen die Ergebnisse nun überprüfen.

Auch interessant: Warum werden manche Menschen öfter von Mücken gestochen als andere?

Das zeigen andere Studien zu diesem Thema

Dass die individuelle Anziehungskraft kein Zufall ist, hatte bereits eine Studie der Rockefeller University aus dem Jahr 2022 gezeigt.2 Dort trugen 64 Freiwillige über drei Jahre hinweg Nylonstrümpfe an den Unterarmen, deren Geruch anschließend Gelbfiebermücken präsentiert wurde. Besonders attraktive Personen wiesen deutlich höhere Mengen bestimmter Carbonsäuren im Hautfett auf – und ihre Attraktivität blieb über den gesamten Zeitraum weitgehend stabil.

An den Hautbakterien setzt inzwischen auch die Suche nach neuen Schutzstrategien an. Ein US-Forschungsteam schaltete 2024 bei „Staphylococcus epidermidis“ gezielt die Produktion von Milchsäure aus – also bei genau jener Bakterienart, die auch in der aktuellen Studie mit hoher Attraktivität verknüpft war.3 Auf die Haut von Mäusen aufgetragen, senkten die veränderten Bakterien die Anziehungskraft auf Mücken um bis zu 64 Prozent, und zwar über elf Tage hinweg. Ob sich daraus ein Schutz für den Menschen entwickeln lässt, ist allerdings offen – Versuche an Menschen stehen bislang aus.

Quellen

  1. Marrero K, Castillo J., Lucas-Barbosa D., et al. (2026). Individual humans are more attractive to certain mosquito species. iScience,; 29 ↩︎
  2. De Obaldia M., Morita T, Dedmon L., et al. (2022). Differential mosquito attraction to humans is associated with skin-derived carboxylic acid levels. Cell; 185, 4099-4116.e13 ↩︎
  3. Liu F., Coutinho-Abreu I.V., et al. (2024). Engineered skin microbiome reduces mosquito attraction to mice, PNAS Nexus, Volume 3, Issue 7, July, pgae267 ↩︎

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