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Lebenserwartung

Hier werden die Menschen in Deutschland am ältesten

Wo werden in Deutschland die Menschen am ältesten?
Es gibt regionale sowie geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Lebenserwartung in Deutschland Foto: Getty Images
Mara Pollokat
Mara Pallokat

5. November 2026, 9:56 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Wie alt wir werden, hängt von vielen Faktoren ab. Auch der Wohnort spielt dabei eine Rolle: In Süddeutschland ist die statistische Lebenserwartung besonders hoch, während einige ostdeutsche Bundesländer niedrigere Werte aufweisen. Neue Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigen zudem, dass sich die Lebenserwartung von Frauen und Männern zuletzt unterschiedlich entwickelt hat.

Bei Männern liegt Baden-Württemberg mit einer Lebenserwartung von 80,6 Jahren vorn. Bayern erreicht mit 80,0 Jahren ebenfalls die Marke von 80 Jahren. Bei Frauen stehen Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern an der Spitze. Die niedrigsten Werte verzeichneten Männer in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, Frauen im Saarland und in Bremen.1

Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich: Zwischen dem Bundesland mit der höchsten und dem mit der niedrigsten Lebenserwartung liegen bei Männern rund 3,9 Jahre, bei Frauen etwa 2,6 Jahre. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Mensch in einer Region automatisch älter oder jünger wird.

Männer holen auf – bei Frauen gibt es Rückgänge

2025 stieg die statistische Lebenserwartung der Männer in allen Bundesländern. Bei Frauen fiel die Entwicklung weniger einheitlich aus: In Thüringen sank der Wert innerhalb eines Jahres um ein halbes Jahr. Auch Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein verzeichneten Rückgänge.

Eine mögliche Erklärung für die unterschiedliche Entwicklung könnte das Rauchverhalten sein. „Unter Männern war starkes Rauchen im 20. Jahrhundert sehr viel weiter verbreitet als unter Frauen, mit erheblichen Auswirkungen auf die Sterblichkeit“, erklärt Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe Mortalität am BiB. Bei Männern sei der Tabakkonsum schon vor mehreren Jahrzehnten zurückgegangen. Bei Frauen habe sich das Rauchen dagegen erst ab etwa 1970 stärker verbreitet. Die gesundheitlichen Folgen könnten deshalb bei ihnen heute noch zunehmen.

Was sagt die Lebenserwartung tatsächlich aus?

Die Lebenserwartung ist keine persönliche Prognose. Sie beschreibt, wie alt Menschen statistisch werden würden, wenn die aktuellen Sterblichkeitsverhältnisse bestehen blieben. Ein Rückgang bedeutet deshalb nicht, dass einzelne Menschen plötzlich ein halbes Jahr früher sterben.

Auch lässt sich aus den regionalen Zahlen allein nicht ablesen, welche Faktoren die Unterschiede verursachen. Neben dem Gesundheitsverhalten können weitere Lebensbedingungen und Unterschiede in der Versorgung eine Rolle spielen. Die aktuellen Berechnungen zeigen vor allem, dass die Lebenserwartung in Deutschland regional weiterhin deutlich auseinanderliegt.

Quellen

  1. Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Regionale Lebenserwartung 2025: Männer gewinnen in allen Bundesländern hinzu, Frauen nicht überall. Pressemitteilung vom 4.11.2026 ↩︎

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