Eine Erkältung wirkt sich häufig auf den gesamten Körper aus. Da Hals, Nase und Ohren miteinander verbunden sind, bleibt es während einer Erkältung meist nicht bei einer einzigen Beschwerde. Doch wieso kommt es dabei oft zu Hörproblemen, sind diese wirklich risikofrei und welche Behandlungsmöglichkeit gibt es? FITBOOK bringt Licht ins Dunkle.
Während einer Erkältung bekommen manche Menschen auch Hörprobleme. „Ganz hinten in der Nase liegt die Öffnung zur eustachischen Röhre“, erklärt Michael Deeg vom Deutschen Berufsverband der HNO-Ärzte. Diese belüftet das Ohr. Bei einer Erkältung ist diese Funktion jedoch eingeschränkt und vermittelt dem Betroffenen ein stumpfes Hörgefühl. Wenn die Sinne eines Menschen sich in der Ausprägung plötzlich verändern, kann dies verständlicherweise beunruhigend sein.
Übersicht
Welche Ursache steckt hinter Hörproblemen während einer Erkältung?
Die Ursache für ein eingeschränktes Hörvermögen stellt häufig die sogenannte Tubenbelüftungsstörung dar. Bei einer Erkältung kann es entweder zur ein- oder beidseitig gestörten Belüftung des Mittelohrs kommen. Die Verbindung zwischen Nasenrachenraum und Mittelohr (Ohrtrompete) wird durch diese Funktionsstörung sozusagen verlegt.
Auslöser dafür sind meist Schleimhautschwellungen oder Schleimhautwucherungen welche häufig mit Schnupfen, Entzündungen oder auch Infekten einhergehen. Diese Belüftungsstörung kann in jedem Alter auftreten, jedoch häufiger im Kindesalter zwischen drei und sieben Jahren. Grund hierfür sind die natürlichen, altersbedingten vergrößerten Rachenmandeln (Polypen). In manchen Fällen kommt es aufgrund einer Tubenbelüftungsstörung auch zu einer Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr. Der sogenannte Paukenerguss. Auch dieser kann als Folge der Funktionsstörung, eine Ursache für eine Hörminderung darstellen.
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Wie äußert sich die Hörminderung?
- Ein- oder beidseitige Hörminderung
- Knacken, Druck und stechender Schmerz im Ohr
- Fieber, Schnupfen, Erschöpfung als Begleiterscheinungen
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Klingt die Erkältung ab, kommt das Hörvermögen zurück
Durch das Anschwellen der Nasenschleimhaut funktioniert also die Belüftung des Ohrs nicht optimal. Im Rahmen einer Erkältung kann es daher ebenfalls zu einer Flüssigkeitsansammlung führen. „Daher rührt das taube Gefühl.“ Ein Grund zur Sorge sollte es aber nicht sein, beruhigt der Facharzt. In der Regel klingt die Erkältung von allein ab, und das Hörvermögen kommt zurück.
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Nasentropfen können hilfreich sein
Abschwellende Nasentropfen, bzw. Nasensprays können während eines Infektes behilflich sein, denn auch wenn sie häufig kein Risiko darstellen, können Hörminderungen als sehr unangenehm empfunden werden. Wenn das Ohr jedoch sehr oft zugeht oder sich die Hörprobleme nach überstandener Erkältung nicht bessern, sollte der Betroffene lieber zu einem HNO-Arzt gehen und sich professionell beraten lassen.
Quellen
- Apotheken.de Gesundheit heute. (aufgerufen am: 17.11.2022)
- Mit Material von dpa