26. September 2026, 7:54 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Von Cholesterin hört man ständig, erst recht mit zunehmendem Alter. Deutlich seltener ist dagegen von Triglyzeriden die Rede. Dabei handelt es sich ebenfalls um Blutfette, die für unsere Gesundheit eine wichtige Rolle spielen. Doch welcher Wert sagt eigentlich mehr über die Gesundheit aus? Und was genau steckt hinter Cholesterin und Triglyzeriden?
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Welcher Wert ist aussagekräftiger?
Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, da beide Blutfette unterschiedliche gesundheitliche Risiken anzeigen und je nach Höhe des Wertes eine unterschiedliche medizinische Dringlichkeit mitschwingt. Jedoch kann man einteilen in zwei Bereiche:
Für akute Organrisiken
Triglyzeride dienen dem Körper primär als Energiereserve und sind bei moderat erhöhten Werten ein unabhängiger Risikoindikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1 Wenn der Spiegel jedoch extrem hoch steigt (ab 500 bis 1000 mg/dL), verschiebt sich die medizinische Priorität schlagartig. Hier besteht das akute Risiko einer potenziell lebensbedrohlichen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). In diesem Extrembereich hat die rasche Senkung der Triglyzeride Vorrang vor der Senkung des Cholesterins.
Für das Herz-Kreislauf-Risiko
Geht es um die langfristige Vorbeugung von Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall, gilt LDL-Cholesterin in den kardiologischen Leitlinien als der wichtigste Zielwert. Triglyzeride spielen ebenfalls eine Rolle, doch LDL-Cholesterin steht bei der Risikobewertung und Therapie meist im Mittelpunkt.
Cholesterin ist ein Sammelbegriff. Für die Herzgesundheit gilt vordergründig das LDL-Cholesterin als entscheidender Wert.
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Was sind Triglyceride?
Den meisten Menschen ist wohl das Cholesterin eher ein Begriff. Dabei sind Triglyzeride neben ihm die wichtigsten Blutfette und die primäre Energiereserve unseres Körpers. Triglyceride versorgen Muskeln und Organe mit Energie und entstehen immer dann, wenn dem Körper überschüssige Kalorien zugeführt werden. Das passiert insbesondere bei einem hohen Konsum von rasch verdaulichen Kohlenhydraten, Zucker – wie auch Fruchtzucker – und Alkohol. Diese Überschüsse baut die Leber direkt in neue Fette um, die anschließend verpackt über das Blut transportiert und im Fettgewebe für spätere Zeiten gespeichert werden. Führt man dem Körper dauerhaft mehr Energie zu, als er verbraucht – oder konsumiert man regelmäßig viel Zucker und Alkohol –, kann der Triglyzeridspiegel im Blut dadurch deutlich ansteigen. Nicht immer liegt es jedoch rein an Lebensstil und Ernährung. In selteneren Fällen steckt eine genetische Erkrankung dahinter, bei der dem Körper bestimmte Enzym-Bausteine fehlen und er Triglyzeride im Blut nicht richtig aufspalten oder verarbeiten kann.
Übersichtstabelle
| Kategorie / Einstufung | Wert (mg/dL) | Wert (mmol/L) | Medizinische Bewertung | Risiko & notwendiger Handlungsbedarf |
|---|---|---|---|---|
| Normal | < 150 | < 1,7 | Physiologisch gesund und unauffällig | Kein Handlungsbedarf; normale Routinekontrollen reichen aus |
| Grenzwertig hoch | 150 – 199 | 1,7 – 2,3 | Leicht erhöht | Leicht erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Anpassung des Lebensstils (Ernährung, Bewegung) |
| Hoch (Moderate Hypertriglyzeridämie) | 200 – 499 | 2,3 – 5,6 | Deutlich erhöht | Erhöhtes Risiko für Gefäßverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall. Lebensstiloptimierung und ärztliche Prüfung von Medikamenten (z. B. Statine) |
| Sehr hoch (Schwere Hypertriglyzeridämie) | 500 – 999 | 5,6 – 11,3 | Schwer erhöhte Fettstoffwechselstörung | Kritischer Schwellenwert: Zunehmendes Risiko für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Dringende medikamentöse Therapie (z. B. Fibrate) und Fettrestriktion |
| Extrem hoch (Sehr schwere Hypertriglyzeridämie) | ≥ 1000 | ≥ 11,3 | Medizinische Notfallsituation / Notfallwert | Exponentiell hohes Risiko für akute Pankreatitis (> 10 Prozent) und Durchblutungsstörungen. Sofortige Akutbehandlung erforderlich (z. B. Insulininfusion, strengste Fettkarenz, Apherese) |
Informationen zur Blutabnahme
Der Triglyzeridspiegel wird über eine einfache Blutuntersuchung im Labor ermittelt. Für eine genaue Abklärung ist es wichtig, nüchtern zur Blutentnahme zu kommen, da die Blutfettwerte nach Mahlzeiten stark schwanken. Es sollte 12 bis 14 Stunden vor der Blutentnahme nichts gegessen und auch auf Alkohol verzichtet werden.
Auf dem Laborzettel taucht der Wert meist in einer von zwei Maßeinheiten auf: mg/dL oder mmol/L.
- mg/dL (Milligramm pro Deziliter) misst das reine Gewicht des Fettes im Blut (Standard in Deutschland).
- mmol/L (Millimol pro Liter) misst die chemische Anzahl der Fettmoleküle (internationale Einheit).
Das sind lediglich zwei unterschiedliche Maßeinheiten für denselben Wert. Je nachdem, auf welchem Laborzettel man landet, taucht die eine oder die andere auf.
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Was ist Cholesterin?
Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin. Wie bereits weiter oben erwähnt, nutzt man den Begriff im Alltag oft als Sammelbezeichnung für verschiedene Transportformen im Blut. Die Form HDL-Cholesterin ist positiv besetzt, da sie als körpereigene Müllabfuhr bekannt ist. Sie sammelt überschüssiges Fett aus den Gefäßwänden ein und bringt es zur Leber zurück. LDL-Cholesterin dagegen bringt das Cholesterin primär zu den Zellen. Zirkuliert davon jedoch zu viel im Blut, lagert es sich in den Adern ab und kann diese schleichend verengen. Deshalb gilt ein hoher LDL-Wert als der eigentliche Risikofaktor für Herz und Gefäße – und ist das „schlecht“-konnotierte Cholesterin, von dem man immer hört.