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Charité-Studie zeigt

Wie eine App Brustkrebs-Patientinnen mit Metastasen hilft

Brustkrebs mit Metastasen
Jedes Stückchen mehr Lebensqualität ist ein Gewinn für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs Foto: Getty Images
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6. August 2026, 17:42 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Für viele Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs zählt jeder Gewinn an Lebensqualität. Eine neue Studie der Berliner Charité zeigt nun, dass dabei nicht nur Medikamente und Therapien eine Rolle spielen. Eine digitale Begleitung per App könnte Betroffenen im Alltag spürbar helfen, dass sie sich fitter und weniger erschöpft fühlen.

Charité-Studie mit mehr als 900 Patientinnen

Jährlich erhalten in Deutschland rund 21.000 Frauen die Diagnose metastasierter Brustkrebs. Hat der Krebs bereits in andere Organe gestreut, gilt er als nicht heilbar. Die Behandlung zielt deshalb vor allem darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen und Beschwerden zu lindern.

Das gelingt nicht nur mithilfe von Medikamenten, zeigt die Studie der Berliner Charité, die diese Woche im renommierten Fachjournal „JAMA Oncology“ veröffentlicht wurde.1 Daran beteiligten sich mehr als 900 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs aus 52 Brustkrebszentren.

Die Teilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine erhielt die reguläre medizinische Versorgung ohne zusätzliche digitale Unterstützung. Die andere Gruppe wurde über eine App begleitet und beantwortete wöchentlich per Smartphone Fragen zu Symptomen wie Schmerzen, Erschöpfung oder körperlichen Einschränkungen.

App meldet Verschlechterungen automatisch

Kern des Konzepts ist die Ida-Care-App. Verschlechterten sich die angegebenen Beschwerden, löste das System automatisch eine Warnung aus. Geschulte Pflegekräfte oder Ärzte wurden informiert und mussten innerhalb von 48 Stunden telefonisch Kontakt zu den Betroffenen aufnehmen. Das Ziel: gesundheitliche Probleme früh erkennen und möglichst gegensteuern, bevor ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird.

Weniger Fatigue und bessere körperliche Fitness

Die Ergebnisse fielen deutlich aus. Nach sechs Monaten zeigten die digitalbegleiteten Frauen weniger Erschöpfung als die Teilnehmerinnen der Vergleichsgruppe. Außerdem waren sie körperlich leistungsfähiger.

Nach wissenschaftlichen Kriterien war der Unterschied groß genug, um als klinisch relevant eingestuft zu werden. Das bedeutet, dass die Verbesserungen auch im Alltag der Patientinnen spürbar gewesen sein dürften.

Besonders wichtig ist dieser Befund, weil die sogenannte Fatigue zu den belastendsten Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung zählt. Studien zufolge leiden zwischen 70 und 90 Prozent aller Brustkrebspatientinnen unter dieser ausgeprägten Erschöpfung.2

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Digitale Unterstützung statt neuer Therapie

Bemerkenswert an der Untersuchung ist, dass weder ein neues Medikament noch eine innovative Therapie getestet wurde. Stattdessen stand die Frage im Mittelpunkt, ob eine engmaschige digitale Betreuung die Versorgung verbessern kann. Die App ersetzt dabei weder Ärzte noch Pflegepersonal. Sie dient vielmehr dazu, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und schnelle Unterstützung zu organisieren.

Aussicht auf Regelversorgung für gesetzlich Versicherte

Die positiven Ergebnisse könnten nun Auswirkungen auf die Versorgung von Patientinnen haben. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat aufgrund der vorliegenden Daten bereits empfohlen, das Versorgungskonzept künftig gesetzlich Versicherten zugänglich zu machen.3 Damit könnte die digitale Begleitung perspektivisch Teil der Regelversorgung für Frauen mit metastasiertem Brustkrebs werden.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Statistisch erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens daran. Trotz deutlicher Fortschritte in der Behandlung entwickeln etwa 20 Prozent der Betroffenen im Verlauf ihrer Erkrankung Metastasen. Für diese Patientinnen könnte die App künftig eine zusätzliche Möglichkeit bieten, ihre Lebensqualität zu stabilisieren und sich im Alltag besser begleitet zu fühlen.

Quellen

  1. JAMA Oncology. Electronic Patient-Reported Outcome Monitoring With Alert-Based Interventions in Metastatic Breast Cancer. A Randomized Clinical Trial (zuletzt aufgerufen: 7. August 2026) ↩︎
  2. PINK!. Fatigue: Die wichtigsten Infos zum Erschöpfungssyndrom (zuletzt aufgerufen: 5. August 2026) ↩︎
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss. Beschluss: PRO B – PROM bei Brusterkrankungen – neue Wege in der Versorgung bei metastasiertem Brustkrebs (zuletzt aufgerufen: 5. August 2026) ↩︎

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