11. September 2025, 13:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die gesetzlichen Krankenkassen stecken tief in den roten Zahlen. Damit die Beiträge nicht immer weiter steigen, wird gerade eine revolutionäre Idee diskutiert: ein günstigerer „Basistarif“ für gesetzlich Versicherte. Damit könnten Versicherte, die seltener zum Arzt gehen oder keine Extras brauchen, Geld sparen. FITBOOK möchte von seinen Lesern wissen: Was halten Sie von dem Vorschlag?
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Reformvorschlag gegen Kostenexplosion bei den Krankenkassen
In der privaten Krankenversicherung kennt man den Basistarif schon lange, er ist dort eine Art Auffangtarif für Personen, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen können, aber trotzdem einen Grundschutz benötigen. In der gesetzlichen Kasse gibt es so etwas bislang nicht – doch angesichts der steigenden Milliardenkosten kommt nun Bewegung in die Sache.
Jede Kasse könnte künftig ein Basis-Tarifmodell anbieten
Um neue Belastungen für die Beitragszahler zu vermeiden, kam aus dem Bundesgesundheitsministerium nun die Idee, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen jeweils einen günstigeren Basistarif einführen könnten (u.a. BILD berichtet). Dieser Tarif würden den 74 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland eine abgespeckte Grundversorgung garantieren, also das medizinisch Notwendige. Gewünschte Zusatzleistungen, etwa die Kostenübernahme bei Brillen, müsste man dann, wie bei einem Baukasten, individuell dazubuchen – und bezahlen. Dabei solle sich niemand in seinem Versicherungsschutz verschlechtern.
Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenversicherung gibt es bereits heute. Wer zum Beispiel eine Chefarztbehandlung im Krankenhaus wünscht oder bessere Leistungen beim Zahnersatz, kann dies über private Zusatzversicherungen absichern – nicht aber innerhalb des GKV-Systems.
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Auch Arztbindung könnte Tarife günstiger machen
Neben der Idee mit den günstigeren Basistarifen brachte Tino Sorge, Parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium, auch die Einführung des Primärarztmodells mit finanziellen Anreizen in die politische Diskussion ein: Kassen könnten auch günstigere Tarife anbieten, die zum Beispiel deshalb günstiger sind, weil man sich zu einer bestimmten Arztbindung verpflichte, lautet ein weiterer Vorschlag.
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Wie denken Sie darüber?
FITBOOK möchte wissen: Mehr Eigenverantwortung als Kassenpatient, Extras nur noch gegen Aufpreis: Was halten Sie von der Idee des Bundesgesundheitsministeriums? Sind Sie – mit Blick auf immer neue Kostensteigerungen bei den GKV-Beiträgen – für eine Einführung günstigerer Basistarife in der gesetzlichen Krankenversicherung samt individuell zusätzlich buchbarer Zusatzleistungen? Oder halten Sie davon nichts?
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Das sagen Befürworter und Gegner
Befürworter ist etwa Prof. Andreas Beivers, Gesundheitsökonom von der Hochschule Fresenius. BILD sagte er allerdings auch: „Das Thema birgt enormen sozialen Sprengstoff. Wer wenig verdient, darf beispielsweise nicht gezwungen sein, auf die freie Arztwahl zu verzichten.“1 Kai Behrens, Sprecher des Bundesverbandes sieht in dem Vorschlag indes „Entsolidarisierung und Leistungskürzung durch die Hintertür“. Auch der Sozialverband VdK lehnt den Vorstoß klar ab. Es drohe „eine Zwei-Klassen-Versorgung innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung“, zitiert BILD die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier.