29. September 2026, 9:50 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
„Altersflecken wirken oft so, als würden sie plötzlich über Nacht auftauchen. Tatsächlich steckt dahinter aber ein Prozess, der sich über Jahre entwickelt hat: UV-Strahlung regt die Pigmentbildung an, und irgendwann werden die Folgen sichtbar. Die gute Nachricht ist: Altersflecken sind in der Regel harmlos und lassen sich aus kosmetischer Sicht gut behandeln“, so Frau Dr. Derendorf, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie.
Was sind Altersflecken?
Altersflecken (med. solare Lentigines) sind flache, meist hell- bis dunkelbraune Hautveränderungen. Sie zählen zu den Pigmentstörungen, genauer gesagt zu den gutartigen, lokal begrenzten Hyperpigmentierungen der Haut. Sie entstehen vor allem an exponierten Stellen, die über Jahre hinweg vermehrt UV-Strahlung abbekommen haben. Typisch sind deshalb die Handrücken, das Gesicht, die Unterarme und teilweise Dekolleté und Schultern.
Warum sind besonders die Hände betroffen?
Die Hände gehören zu den Körperstellen, die praktisch das ganze Jahr über UV-Strahlung ausgesetzt sind. Im Gegensatz zum Gesicht werden sie außerdem häufig beim Sonnenschutz vergessen.
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Sind Altersflecken und Sonnenflecken das Gleiche?
In der Regel sind mit Altersflecken und Sonnenflecken dieselben Hautveränderungen gemeint. Die Bezeichnung „Sonnenflecken“ (Fachbegriff: Lentigo solaris) beschreibt dabei die Ursache, nämlich die langfristige UV-Belastung, während „Altersflecken“ darauf hinweist, dass sie mit zunehmendem Alter häufiger sichtbar werden.
Warum bekommt man Altersflecken?
Altersflecken sind nicht plötzlich da, sondern sind das sichtbare Ergebnis einer langfristigen UV‑Belastung. „UV-Strahlung kann Veränderungen in den Hautzellen auslösen und die Melaninbildung oder die Speicherung des Pigments beeinflussen“, erklärt Frau Dr. Derendorf. „Irgendwann werden diese Veränderungen dann als deutlich sichtbare Flecken auf der Haut erkennbar. Häufige, stärkere Sonnenbrände können diesen Prozess zusätzlich beschleunigen.“
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Bekommt man Altersflecken nur im Alter?
Mit dem Alter werden Altersflecken häufiger, weil sich die UV-Belastung über viele Jahre summiert. Besonders häufig treten sie ab dem mittleren Lebensalter auf. Dabei spielt aber nicht nur das Alter selbst eine Rolle, sondern vor allem die Menge an UV-Strahlung, der die Haut im Laufe des Lebens ausgesetzt war. Auch der natürliche Alterungsprozess hat Einfluss, denn mit zunehmendem Alter zeigt die Haut andere Reparatur- und Pigmentierungsprozesse. Tatsächlich können Altersflecken aber auch schon in jüngeren Jahren auftreten, vor allem wenn die Haut über längere Zeit viel Sonne ausgesetzt war.
Sind Altersflecken im Winter heller?
Anders als Sommersprossen verschwinden Altersflecken im Winter normalerweise nicht wieder. Ihre Farbe kann sich aber im Sommer durch zusätzliche UV-Strahlung verstärken, wodurch sie im Winter heller wirken können.
Kann man Altersflecken wieder entfernen?
„Wenn Sie Altersflecken aus kosmetischen Gründen loswerden möchten, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Entscheidend ist zunächst, ob es sich tatsächlich um einen harmlosen solaren Lentigo handelt“, so die Expertin. „Denn nicht jede neue braune Hautveränderung ist automatisch ein Altersfleck.“
Harmloser Altersfleck oder doch besser zum Arzt?
„Ein typischer Altersfleck ist flach, gleichmäßig braun gefärbt, klar begrenzt und verändert sich über längere Zeit kaum“, erläutert die Dermatologin. „Auffällig sind dagegen Flecken, die neu entstehen oder sich verändern, schnell wachsen, unregelmäßige Ränder haben, mehrere Farbtöne zeigen, jucken, bluten oder sich deutlich von den anderen Hautveränderungen unterscheiden. Auch wenn ein Fleck plötzlich anders aussieht als die übrigen, sollte er der Hautärztin oder dem Hautarzt gezeigt werden. Im Zweifel sollten Sie lieber einmal zu viel kontrollieren lassen, bevor ein vermeintlicher Altersfleck auf eigene Faust kosmetisch behandelt wird.“
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Medizinische Methoden zur Entfernung von Altersflecken
Laserbehandlung
Pigmentlaser zielen gezielt auf das Melanin in den dunklen Hautveränderungen. Das Pigment wird durch die Behandlung so verändert, dass der Körper die behandelten Pigmentreste anschließend abbauen kann. Je nach Hauttyp, Anzahl und Ausprägung der Flecken kommen unterschiedliche Lasersysteme infrage. Die Behandlung gilt als risikoarm, es können aber Rötungen, Krusten oder vorübergehende Pigmentveränderungen auftreten. Gerade bei stärker pigmentierter Haut besteht außerdem das Risiko einer nachfolgenden Hyperpigmentierung. Deshalb sollte die Behandlung nur von erfahrenen Fachärzten durchgeführt werden.
IPL Therapie
IPL steht für Intense Pulsed Light, also intensiv gepulstes Licht. Es handelt sich nicht um einen Laser, sondern um breitbandiges Licht, das unter anderem auf Pigmente abzielen und dadurch Altersflecken deutlich aufhellen kann.
Kryotherapie
Bei der Kryotherapie, auch bekannt als Kältetherapie, werden einzelne Pigmentflecken mit flüssigem Stickstoff behandelt. Die behandelte Hautstelle wird gezielt geschädigt und anschließend erneuert. Das Verfahren kann wirksam sein, kann aber ebenfalls Blasen, Krusten oder vorübergehende beziehungsweise länger anhaltende Pigmentveränderungen verursachen. Welche Methode sinnvoll ist, hängt deshalb unter anderem von Hauttyp, Lokalisation und Anzahl der Flecken ab.
Chemische Peelings
Auch chemische Peelings können Altersflecken sichtbar aufhellen. Dabei werden bestimmte Säuren auf die Haut aufgetragen, die abgestorbene Hautzellen ablösen und die Hauterneuerung anregen. Je nach Präparat kommen beispielsweise Glykolsäure oder Trichloressigsäure (TCA) zum Einsatz. Wie stark das Peeling wirkt, hängt unter anderem von Wirkstoff, Konzentration und Hauttyp ab. Da zu starke oder falsch angewendete Peelings Hautreizungen und Pigmentveränderungen verursachen können, sollten stärkere Peelings gegen Altersflecken ausschließlich professionell dermatologisch durchgeführt werden. Besonders wichtig ist anschließend konsequenter Sonnenschutz, da die behandelte Haut besonders empfindlich auf UV-Strahlung reagieren kann.
Kosmetische Methoden: Cremes und Seren
„Wenn Sie bei der Entfernung auf Kosmetik setzen möchten, sollten Sie Ihre Erwartungen realistisch halten. Eine Creme kann Altersflecken zwar aufhellen, aber einen ausgeprägten einzelnen Lentigo in der Regel nicht so zuverlässig beseitigen wie ein dermatologisches Verfahren. Typische Wirkstoffe, die bei Pigmentstörungen eingesetzt werden und eine Aufhellung begünstigen können, sind unter anderem Retinoide, Vitamin C, Alpha-Hydroxysäuren und Azelainsäure“, erläutert Frau Dr. Derendorf.
Hilft Aloe vera gegen Altersflecken?
Aloe vera kann die Haut pflegen und beruhigen. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass sie bestehende Altersflecken entfernt oder deutlich aufhellt.
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Was kann man selbst gegen Altersflecken tun?
„Der wichtigste Schritt ist nicht unbedingt die Entfernung bereits vorhandener Flecken, sondern konsequenter UV-Schutz zur Vorbeugung. Denn auch nach einer erfolgreichen Behandlung können neue Altersflecken entstehen“, rät Frau Dr. Derendorf. „Für Gesicht, Hände und andere unbedeckte Körperstellen empfiehlt sich immer ein breitbandiger Sonnenschutz mit mindestens SPF 30, besser SPF 50 bei hoher UV‑Belastung. Zusätzlich helfen Kleidung, Schatten sowie ein Hut oder eine Kappe. Gerade die Hände sollten beim Eincremen nicht vergessen werden. Das ist auch dann wichtig, wenn bereits eine Laser-, IPL- oder Kältebehandlung erfolgt ist. Die Behandlung entfernt zwar den sichtbaren Fleck, verändert aber nicht die jahrzehntelange UV-Belastung, die seiner Entstehung zugrunde lag.“
Mit fachlicher Beratung von Frau Dr. Derendorf, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie. Praxis Dermatologie am St. Anna Platz in München.