Wer unter rheumatoider Arthritis leidet, sollte auf eine vegane Ernährung umstellen, empfehlen Ernährungswissenschaftler. So zeigt auch eine neue Studie: Bereits nach wenigen Wochen lassen die Schmerzen in den Gelenken erheblich nach.
Rheumatoide Arthritis ist eine häufige Autoimmunerkrankung, die typischerweise Gelenkschmerzen, Schwellungen und schließlich dauerhafte Gelenkschäden verursacht. Laut Wissenschaftlern des „Physicians Committee for Responsible Medicine“ lassen sich die damit einhergehen Schmerzen mithilfe einer simplen Ernährungsumstellung lindern. So konnte das Forscherteam in einer aktuellen Studie nachweisen, dass eine fettarme vegane Ernährung ohne Kalorienbeschränkung die schmerzhaften Symptome bei Arthritis-Patienten nach nur wenigen Wochen lindert. Positiver Nebeneffekt: Gewichtsverlust und ein verbesserter Cholesterinspiegel.
Während der Studie wurden 44 Erwachsene, bei denen zuvor eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden war, für 16 Wochen einer von zwei Gruppen zugeteilt. Die erste Gruppe reduzierte drei Wochen lang Schritt für Schritt tierische Lebensmittel, gefolgt von vier Wochen strikt veganer Ernährung, um anschließend neun Wochen lang ebenso schrittweise wieder zur alten Kost zurückzukehren. Die zweite Gruppe aß wie gewohnt, erhielt aber täglich ein Placebo-Medikament, heißt es in der Studie, die aktuell in der Fachzeitschrift „American Journal of Lifestyle Medicine“ veröffentlicht wurde.
Während der veganen Phase gingen die Schmerzen erheblich zurück
Noch vor Beginn der Studie sollten die Patienten die Stärke ihrer aktuellen Schmerzen angeben. Zusätzlich nutzen die Wissenschaftler als Parameter den sogenannten „Disease Activity Score-28“ (DAS28). Bei diesem System werden Schmerzempfindlichkeit und Schwellungen von 28 Gelenken beurteilt. Auf Basis dessen können Ärzte die Stärke der Schmerzen bzw. Krankheitsaktivität besser einschätzen und entsprechende Aussagen treffen. Alles über 5,1 gilt als hoch. Alles unter 3,2 gilt als gering. Und tatsächlich: Die vegane Ernährung sorgte dafür, dass der DAS28-Wert um durchschnittlich 2 Punkte zurückging, was auf eine stärkere Verringerung der Gelenkschmerzen hinweist.
Die vegane Ernährung sorgte ebenfalls dafür, dass bei den Arthrose-Patienten die Zahl der schmerzenden Gelenke von durchschnittlich 7 auf 3,3 sank – also mehr als um die Hälfte zurückging. Interessanterweise nahm dieser Wert bei der Placebo-Gruppe leicht zu. Insgesamt gaben am Ende der Studie alle Teilnehmer der veganen Gruppe an, wesentlich geringere Schmerzen zu spüren als noch zu Beginn. Die Personen, die einzig das Placebo einnahmen, spürten so gut wie gar keinen Unterschied.
Experte: Mit veganer Ernährung ließe sich das Leiden von Millionen Arthritis-Patienten lindern
„Eine vegane Ernährung könnte das Rezept zur Linderung von Gelenkschmerzen für Millionen von Menschen sein, die an rheumatoider Arthritis leiden“, erklärt Studienleiter Neal Barnard in einer Mitteilung des Ärztekomitees.2 Denn ganz nebenbei nahmen die Probanden durchschnittlich sieben Kilo ab und erfreuten sich besserer Cholesterinwerte. Auch brauchten sie weniger Schmerzmedikamente. „Das sind Nebenwirkungen, die nur von Vorteil sind“, schließt der Experte.
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.