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Laut Studie

Kaffee vor dem Frühstück beeinflusst Blutzucker erheblich

Eine Tasse starker, schwarzer Kaffee vor dem Frühstück soll den Blutzuckerspiegel erhöhen. Zu dem Ergebnis kamen britische Forscher in einer Studie.
Eine Tasse starker, schwarzer Kaffee vor dem Frühstück soll den Blutzuckerspiegel erhöhen. Zu dem Ergebnis kamen britische Forscher in einer Studie.Foto: Getty Images

Für viele Menschen gehört eine Tasse Kaffee fest zur Morgenroutine. Besonders dann, wenn man es besonders nötig hat, sich munter zu machen, da man in der Nacht zuvor schlecht geschlafen hat. Dabei soll gerade diese Kombi – Schlafstörungen und Kaffee – ungünstige Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben. FITBOOK fasst die Ergebnisse einer Studie zu dem Thema zusammen.

Forscher der Universität im britischen Bath haben sich mit den Auswirkungen von Schlafstörungen auf verschiedene Stoffwechselmarker befasst. Unter anderem ging es dabei um den Blutzuckerspiegel. Interessant: Etwaige Schlafstörungen sollen den Blutzucker kaum beeinflusst haben. Erst in Kombination mit einem Kaffee vor dem Frühstück dokumentierten die Forscher negative Veränderungen der Blutzuckerwerte.1

So lief die Untersuchung ab

An der (zugegeben, recht kleinen) Studie haben etwa 30 gesunde weibliche und männliche Probanden teilgenommen. Alle von ihnen sollten aufeinanderfolgend die gleichen Aufgaben absolvieren.

• Beim ersten Teil des Experiments durften die Probanden friedlich (aus-)schlafen. Am Morgen sollten sie dann ein zucker- und kalorienreiches Getränk zu sich nehmen, welches in puncto Energiedichte dem möglichst nahekommt, was sie gewöhnlich zum Frühstück verzehrten.

• Teil zwei des Experiments war unangenehmer. Hier weckten die Forscher die Probanden einmal pro Stunde und hielten sie für jeweils fünf Minuten wach. Im Anschluss an die weniger erholsame Nachtruhe erhielten sie das gleiche Getränk wie am Morgen nach dem ersten Teilexperiment.

• Beim dritten Teil des Experiments durften die Probanden wieder nicht durchschlafen. Die Forscher störten ihren Schlaf erneut stündlich und hielten sie für jeweils fünf Minuten wach. Der Morgen danach begann aber etwas anders: Die Teilnehmer tranken zunächst einen starken, schwarzen Kaffee und sollten dann 30 Minuten warten, bevor sie doch wieder das zuckerreiche Getränk zu sich nahmen.

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Erhöht Kaffee den Blutzuckerspiegel?

Die Forscher maßen nach jedem Teilexperiment den Blutzuckerspiegel der Probanden. Dabei zeigte sich: Der vor dem Frühstück getrunkene schwarze Kaffee hatte den Glukosegehalt in ihrem Blut um rund 50 Prozent erhöht.

Mediziner empfehlen, den Blutzuckerspiegel möglichst niedrig zu halten, um so die Gefahr von Krankheiten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder Diskussionen, dass Frühstücken ungesunde Auswirkungen hat und bspw. die Entstehung von Diabetes begünstigen kann. Dies zumindest will die aktuelle Studie widerlegen – so lange erst im Anschluss Kaffee getrunken wird. Die Uni-Forscher vermuten, dass das zugeführte Koffein die Fähigkeit des Körpers einschränkt, den Zucker aus dem Frühstück (für die Untersuchung durch das kalorienhaltige Getränk imitiert) zu verstoffwechseln.

Studie ist nicht sehr aussagekräftig

Die Ergebnisse beziehen sich auf eine Studie mit sehr überschaubarer Teilnehmerzahl. Wie aussagekräftig sie sind, bleibt daher fraglich.

Dennoch scheint es einige Argumente dafür zu geben, seinen ersten Kaffee erst nach dem Frühstück zu trinken. FITBOOK berichtete über die Morgenroutine von Fitness-Influencerin Kayla Itsines, die selbst erst nach einem ausgewogenen Frühstück zur Kaffeetasse greift. Der Grund: „Kaffee kann den Appetit unterdrücken und macht es schwer zu sagen, wie hungrig man ist, sodass man vielleicht nicht genug isst.“

Gleichzeitig ist Kaffee sehr säurehaltig und kann den (insbesondere nüchternen) Magen angreifen. Zusammengefasst kann der Selbsttest, ob Ihnen Kaffee vor, zum oder nach dem Frühstück am besten bekommt, sicher nicht schaden. Vielleicht sogar bei Kontrolle Ihres Blutzuckers.

Quelle:
1. Templeman, Iain Smith, Harry A. Walhin, Jean-Philippe Middleton, Benita Gonzalez, Javier T. Karagounis, Leonidas G. Johnston, Jonathan D. and Betts, James A. (2021). Journal of Applied Physiology, Vol. 130, Issue. 5, p. 1534. Unacylated ghrelin, leptin, and appetite display diurnal rhythmicity in lean adults.

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