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Laut Studie des BfR

Veganer sind teilweise schwer mit Jod unterversorgt

In der veganen Ernährung kommt manches (z. B. Jod) zu kurz
In der rein pflanzlichen Ernährung können verschiedene Vitamine und Spurenelemente zu kurz kommen. Das betrifft offenbar insbesondere Jod.
Foto: Getty Images

Forscher haben die Nährstoffversorgung von Mischköstlern und Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, untersucht und miteinander verglichen. Viele Probanden beider Gruppen waren mit dem Spurenelement Jod unterversorgt – doch die Veganer offenbar besonders schwer.

In der rein pflanzlichen Ernährung kommen verschiedene Mikro- und Makronährstoffe von Natur aus in geringeren Mengen (oder gar nicht) vor. Veganer müssen daher besonders auf einen möglichst ausgewogenen Speiseplan achten, wenn sie umfassend versorgt sein wollen, oder gar zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Gewarnt wird häufig vor einem Mangel an Vitamin B12 – offenbar fehlt es Veganern aber vor allem an Jod.

Studie zu Risiken und Vorteilen veganer Ernährung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich im Rahmen einer entsprechend benannten Querschnittsstudie mit den „Risiken und Vorteilen der veganen Ernährung“ (RBVD) auseinandergesetzt. 36 Veganer und 26 Mischköstler im Alter zwischen 30 und 60 Jahren hatten daran teilgenommen. Die Gruppen bestanden jeweils zur Hälfte aus weiblichen und männlichen Probanden.

Ablauf der Untersuchung

Die Forscher fragten die Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmer ab und ermittelten die entscheidenden Parameter der Nährstoffversorgung per Blut- und Urinuntersuchung im Labor. Die Originalarbeit ist im „Ärzteblatt“ veröffentlicht. Wie es darin heißt, hatten „nahezu alle Veganer und ein Drittel der Mischköstler“ in den vier Wochen vor der Bestandsaufnahme Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Dies wurde in der Analyse berücksichtigt.

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Teilweise überraschende Ergebnisse

Vitamin B12 ist fast ausschließlich in Fleisch- und Milchprodukten enthalten. Dennoch stellten die Forscher im Gruppenvergleich keine wesentlichen Unterschiede beim Vitamin-B12-Status fest. Auch die Eisen- und Vitamin-D-Versorgung war bei beiden Probandengruppen in etwa gleich. Dies ist den Forschern zufolge „in Abhängigkeit von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln“ zu bewerten.

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Veganer schwer an Jod unterversorgt

Schlechter war es bei den Veganern um die Jodversorgung bestellt. Das zeigten Urinuntersuchungen. „Die Jodausscheidung lag bei einem Drittel der Veganer sogar unterhalb des WHO-Grenzwertes (…) für eine schwere Unterversorgung“, heißt es in der Originalarbeit.

Allerdings: Auch bei den Mischköstlern war die Jodversorgung nicht ausreichend. Wirklich überraschend ist das nicht. Laut dem BfR nehmen seit 1980er Jahren nur wenige Deutsche ausreichend Jod zu sich.

Gefahren durch zu wenig (und zu viel) Jod

Jod ist für die Funktion der Schilddrüse und des gesamten Stoffwechsels von großer Bedeutujng. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Erwachsene und Jugendliche täglich zwischen 180 und 200 Mikrogramm davon aufnehmen. Jod kommt vor allem in Fisch vor. Veganern bleiben Algen, wenn sie einem Jodmangel über die Ernährung vorbeugen wollen, und ansonsten Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. Jod in Kapselform.

Aber Achtung: Es gibt auch zu viel des Guten. Dauerhaft mehr als 500 Mikrogramm Jod am Tag zu sich zu nehmen, kann bei empfindlichen Menschen zu einer Schilddrüsenerkrankung führen.

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich vegan ernähren zu wollen, können wir Ihnen die Kolumne von FITBOOK-Autor Flavio Treppner empfehlen. Er wagte über sechs Monate an die Vegan-Challenge und berichtete über seine Erfahrungen.