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Angekeimtes Müsli

Das taugt „Keimster“ aus „Die Höhle der Löwen“

„Keimster“ bei „Die Höhle der Löwen“
Die Leipziger Gründer Michael Gebhardt und Erik Renk wollen mit der (finanziellen) Unterstützung der Löwen „schneller wachsen“. Wie der „Keimster“-Pitch wohl ausgehen wird?
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Hinter „Keimster“ steckt etwas anderes, als man zunächst vielleicht erwarten würde. So stellen die Gründer Michael Gebhardt und Erik Renk bei „Die Höhle der Löwen“ (dienstags um 20.15 Uhr bei Vox) nicht etwa ein Produkt vor, das Keime/Krankheitserreger aufspüren oder beseitigen kann, sondern eine Firma für angekeimtes Müsli. Was das bedeutet – und warum die beiden Männer versichern, dass ihre Flocken-Variante gesünder ist als die übliche? FITBOOK hat die Sendung gesehen.

Die beiden Freunde Michael Gebhardt und Erik Renk hat schon vor der Firmengründung eine gemeinsame Leidenschaft verbunden: gesunde Ernährung. In gewisser Weise wollen sie ihr Produkt also nicht zuletzt für sich selbst entwickelt haben.

So sind die Gründer auf ihre Idee gekommen

Tatsächlich soll die Idee nicht einmal wirklich neu sein. Die 31-Jährigen erklären, dass es bei vielen Großeltern nicht unüblich gewesen sei, Getreide in Wasser einzuweichen. Dieses habe sich vorher in der Keimruhe befunden – ein Zustand, in dem jede Art von Getreide Antinährstoffe enthalte, welche die Aufnahme der enthaltenen Nährstoffe für den Körper erschwert.

Durch den Kontakt mit Wasser, das sogenannte Keimen, komme es zu einem Stoffwechselprozess, bei dem das Korn aktiviert werde. „Leben entsteht“, erklärt Gebhart (ausgebildeter Ernährungswissenschaftler) in der Vox-Sendung. Und diesen Vorgang haben die „Keimster“-Gründer in ihr Produktionsverfahren integriert.

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Das Besondere an Keimster

Als Folge der Aktivierung würde irgendwann ein kleiner Keimling heranwachsen. Bevor es jedoch soweit ist, schreiten die Hersteller ein und verwenden das Korn in entsprechend geöffnetem Zustand weiter, indem sie es schonend trocknen und auf diese Weise auch haltbar machen.

Das „Bio-Basis-Müsli“ soll aus ökologischer Landwirtschaft stammen und ohne Zucker, Konservierungsstoffe und ähnliches auskommen. Stattdessen enthält es, wie die Gründer versichern (und auch auf der „Keimster“-Website schreiben), viele Proteine, Ballaststoffe und ein „fein nussiges Aroma“. Und nicht zuletzt sei das Gute, dass die Aminosäuren, Vitamine, Proteine und sekundären Pflanzenstoffe aus dem Getreide für den Körper zugänglicher geworden seien. So jedenfalls das Versprechen.

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Die Löwen machen den Geschmackstest

In „Die Höhle der Löwen“ wird das Müsli von den Investoren Georg Kofler, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel verkostet. Und die sind sich nicht einig, ob sich die gekeimten von normalen Flocken geschmacklich unterscheiden. „Lecker“ sollen sie auf jeden Fall sein – und mit entsprechenden Rezepten auf der Website auch zu beispielsweise Gebäck werden können.

„Die Höhle der Löwen“

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Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Was sagt ein unabhängiger Experte zum Keimster-Produkt?

Diplom-Ernährungswissenschaftler Uwe Knop zeigt sich auf Nachfrage von FITBOOK skeptisch. Höhere Nährstoffdichte hin, ressourcenschonende Herstellung her – darüber, wie sich jene marketingwirksamen „Phrasen“ konkret auf Körper und Gesundheit auswirken, sage das alles nichts. „Es existiert kein Beweis dafür, dass dieses Müsli besser oder gesünder ist als irgendein anderes“, sagt uns Knop. Entsprechend werde der Kunde hier in hohle Blasen gehüllt, die einen hohen Preis rechtfertigen sollen. Dieser liegt aktuell tatsächlich bei rund 12,99 Euro für zwei 350-Gramm-Packungen.

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Deal or no Deal?

Laut Knop mögen die Effekte, die das „besondere Verfahren“ für den Konsumenten mitbringen sollen, nicht belegt und somit „frei erfundene Gesundheitsversprechen“ sein. Ein Löwe empfindet das aber ganz anders: Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel zeigten sich bereit, 300.000 Euro zu investieren – allerdings zu 30 Prozent (statt der von den Gründern angebotenen 15 Prozent) der Firmenanteile. Den Zuschlag bekam am Ende er. Wie „Gründerszene“ erfahren haben will, sollen sich Dümmel, Gebhardt und Renk nach der Sendung dann noch auf 200.000 Euro gegen 20 Prozent geeinigt haben.