Theoretisch ein leichtes, kalorienarmes Abendessen, soll Salat – später am Tag verzehrt – Magenbeschwerden fördern. FITBOOK klärt den Ernährungsmythos mit Experten Foto: Getty Images
Salat ist gesund – am Abend sollte man ihn aber angeblich lieber nicht essen. Es soll über Nacht gären und Verdauungsbeschwerden verursachen, heißt es oft. Stimmt das? FITBOOK klärt auf.
Wie Ernährungswissenschaftler Uwe Knop im FITBOOK-Interview erklärt, vertragen manche Menschen schwer verdauliche Lebensmittel besser als andere – völlig unabhängig von der Tageszeit. Rohkost, wie er üblicherweise in Salat zu finden ist, könne aufgrund seines Ballaststoffreichtums Probleme bereiten. Das hänge aber von der persönlichen Konstitution und dem individuellen Stoffwechsel ab. „Ballaststoffe sind per Definition unverdauliche Bestandteile“, erklärt der Experte. „Sie können Blähungen verursachen – müssen sie aber nicht!“ Knops Tipp: ausprobieren! „Nur so lässt sich feststellen, welcher Verdauungstyp Sie sind.“
Wer im Magen-Darm-Bereich eher empfindlich veranlagt ist, könnte laut Uwe Knop besonders auf schwefelhaltiges Gemüse mit einer verstärkten Gasproduktion reagieren. Dazu zählen beispielsweise rohe Zwiebeln oder Knoblauch Foto: Getty Images
Professor Nicolai Worm, Diplom-Ökotrophologe und Fachbuchautor aus München („Die Flexi-Diät: Abnehmen mit mediterranem Low Carb“), würde ebenfalls nicht empfehlen, den Salatkonsum grundsätzlich einzuschränken. Die im Darm befindlichen Bakterien, die Mikrobiota, verstoffwechseln laut Worm die löslichen Ballaststoffe aus Gemüse, Früchten, Pilzen und Co. durch eine Art Gärung. „Davon leben sie – und man kann damit ihre Ansiedelung fördern.“ Im Zuge dieses Prozesses entstünden verschiedene Stoffe, beispielsweise kurzkettige Fettsäuren, die extrem wichtig für unsere Darmgesundheit seien. „Eine Kost, die arm an löslichen Ballastoffen aus Salat und Gemüse ist, kann zu einer Fehlbesiedelung des Darms führen“, so Ernährungswissenschaftler Worm weiter, „und erhöht als Folge das Risiko, dass vermehrt giftige Stoffe durch die Darmwand ins Kreislaufsystem gelangen können.“
Um nicht auf das Salatessen verzichten zu müssen, könne man ihn mit einem fettreichen Dressing oder Käse-Topping essen. Das schlägt zumindest ein Ratgeber von Stiftung Warentest vor. Die Kombination aus Fett und Eiweiß soll die Bekömmlichkeit von Rohkost erhöhen, da der Magen das Essen so besser für die Verdauung vorbereiten könne. Den Menschen, die aus einem Abnehmwunsch heraus mehr Salat essen wollen, ist mit dieser Methode natürlich nicht wirklich geholfen. Der Kaloriengehalt steigt dann nämlich deutlich an.
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