Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Unglaublicher Weltrekord

Familienvater machte ein Jahr lang täglich mehr als 4000 Liegestütze

Nate Carroll im MetLife Stadium in New Jersey (USA)
Nate Carroll mit seinen Kindern Charlie, Louie und Millie im MetLife Stadium in New Jersey. Dort hat der Familienvater die letzten 20 Liegestütze für seinen Weltrekord absolviert.Foto: Nate Carroll

Ein Familienvater aus Wisconsin (USA) hat einen Liegestütz-Weltrekord geknackt. Die Anzahl an Push-ups, die er über ein Jahr absolviert hat, ist kaum zu glauben.

Nate Carroll hat wahrlich Durchhaltevermögen bewiesen. Der 45-jährige Familienvater aus dem US-Bundesstaat Wisconsin knackte den Weltrekord in Liegestütze. Festhalten, die Zahl macht schwindelig: In einem Jahr schaffte er 1.500.231 Push-ups. Das sind circa 4.110 Liegestütze pro Tag!

Vier bis sechs Stunden Liegestütze pro Tag

Mehr als 4000 Liegestütze pro Tag? Wie viel Zeit geht dafür drauf? „Ich war vier bis sechs Stunden pro Tag damit beschäftigt, Liegestütze zu machen. Dabei muss man bedenken, dass ich die Zeit nicht für Push-ups reserviert, sondern sie in meinen Alltag integriert habe“, sagt Nate Carroll zu FITBOOK. 4000 Liegestütze in einen Tag zu integrieren erfordere Zeit, Planung und Engagement. Nate Carroll war klar, dass Motivation allein nicht reichen würde, um diese Challenge durchzuhalten. „Um es bewältigen zu können, muss es zu einem Teil von dir werden, und nicht etwas, das man tut.“

Facebook Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Facebook
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Bei der Planung der Liegestütz-Challenge habe er seine Zeitnutzung und sein Verhalten in der „Freizeit“ ausgewertet und festgestellt, dass er sehr viel Zeit im Sitzen verbrachte. Darüber hinaus analysierte er während des Trainings, wie viel Zeit er für die Durchführung von Liegestütze benötigt und die Zeit, die er zur Erholung braucht. Daraus erstellte Nate Carroll eine Vorlage, die er während seiner Challenge verwenden würde. Zum Beispiel Morgenroutine: drei Sätze Liegestütze alle fünf Minuten. „Dies würde ungefähr 90 bis 105 Liegestütze mit zweieinhalb Minuten zur Erholung ermöglichen. Jeder Morgen bestand aus 60 Sätzen“, erklärt Carroll.

Der Wecker klingelte um 03:45 Uhr, dann kurzes Dehnen und um 04:00 Uhr legte Nate Carroll mit den Push-ups los. Nach seinen ersten 60 Sätzen integrierte er seine Liegestütze in seinen Arbeitstag und in seine Pausen. „Manchmal machte ich während der Arbeit Blöcke von sechs Sätzen. Nach der Arbeit, je nach Zeitplan, baute ich mehr Sets in die jeweiligen Aktivitäten ein“, so Carroll zu FITBOOK. Darüber hinaus hieß es: Liegestütze beim Wäschefalten, Abwaschen, Rasenmähen, Schneeschaufeln und Kochen von Mahlzeiten – zwischen einem und drei Sätzen alle fünf Minuten!

Um zu beweisen, dass er wirklich 1.500.231 Liegestütze in einem Jahr gemacht hat, protokollierte Carroll alles, etwa mit Videos, um den Rekord auch nachweisen zu können.

Mehr News von FITBOOK jederzeit aufs Handy – jetzt die kostenlose Buzz-App herunterladen: Google Play | Apple App Store.

Liegestütz-Weltrekord für einen guten Zweck

Die ganze Aktion hat einen ernsten Hintergrund. Carroll wollte nicht nur „einfach“ einen neuen Liegestütz-Weltrekord aufstellen. Um die unmöglich erscheinende Herausforderung bewältigen zu können, war ihm klar, dass er die Aktion mit einem guten Zweck verbinden muss. Und so nutzte Carroll die mediale Aufmerksamkeit, um Geld für die Tunnels of Tower Foundation zu sammeln. Die gemeinnützige Organisation unterstützt Angehörige von Ersthelfern und Feuerwehrleuten, die während ihres Einsatzes den Tod fanden. Das gesammelte Geld geht an die Hinterbliebenen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Für die letzten Push-ups zum Rekord nutzte Carroll die Halbzeit eines Football-Spiels zwischen der Polizei und Feuerwehr von New York. In Gedenken an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 machte er im MetLife Stadium in New Jersey (USA) zuerst neun und anschließend noch einmal elf Liegestütze („9/11“, die englische Bezeichnung für das Datum 11. September).

Neben dem wohltätigen Zweck war es Nate Carroll ein wichtiges Anliegen, seinen Kindern zu zeigen, dass selbst unerreichbar erscheinende Ziele erreichbar sein können, wenn man sie in kleine Schritte herunterbricht. Nate Carroll zu FITBOOK: „Wenn man diese kleinen Teilschritte immer und immer wieder wiederholt, kann etwas Großartiges entstehen!“ Wie wahr!

Muskelaufbau und neues Körperbewusstsein

Soviel zur mentalen Herausforderung. Aber wie sieht es eigentlich mit der körperlichen Transformation aus? Auf die Frage, ob es ihn überhaupt noch anstrengt, Push-ups zu machen, sagt Carroll: „Absolut. Physisch passt sich der Körper der Arbeitsbelastung zwar an. Trotzdem übersäuern meine Muskeln wie bei allen anderen, ich werde müde und fühle mich geistig ausgelaugt.“ Die Sinnhaftigkeit hinter seinem Ziel habe ihm geholfen durchzuhalten. Verändert habe sich sein Bewusstsein dafür, wie sich sein Körper anfühlt. Und wie er auf den Stress von Tausenden Push-ups am Tag reagiert.

Auch interessant: Irre Challenge – Evan machte 30 Tage lang täglich 300 Liegestütze

Wie sehen Nate Carrolls nächste Ziele nach dem Liegestütz-Weltrekord aus?

Das Irre: Im vergangenen Jahr hat Nate Carroll nicht nur am Liegestütz-Weltrekord gearbeitet: „In den letzten 15 Monaten bin ich 50 Meilen um mein Haus gelaufen, habe 3000 Liegestütze während eines Marathons, 5000 Liegestütze während eines 31 Meilen langen Trailrennens und mehr als 1,5 Millionen Liegestütze in 365 Tagen absolviert, ich bin 45 Jahre alt und werde nicht jeder jünger, aber ich habe immer noch Dinge, die ich erreichen möchte.“ Für Carroll ist es auch nach seinem Liegestütz-Weltrekord wichtig, aktiv zu bleiben. Er möchte seinen Kindern ein Vorbild sein.

Nate möchte die Möglichkeit haben, weiterhin Familien von gefallenen Ersthelfern zu unterstützen, daher sind die nächsten zwei Ausdauer-Herausforderungen schon geplant: ein 50-Meilen-Rennen (circa 80 Kilometer) mit einem 50 Kilogramm schweren Rucksack. „Und ich möchte über die neun Meilen über den Lake Winnebago in Wisconsin schwimmen“, sagt Carroll. Was für eine Power.