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Studie hat's untersucht

Wie viel Sport ab welchem Alter das Erinnerungsvermögen bewahrt

Sport Erinnerungsvermögen: Mann joggt draußen
Sport ist gut fürs Gehirn und speziell für die Fähigkeit, sich noch lange an vergangene Erlebnisse erinnern zu könnenFoto: Getty Images

Sport bewahrt offenbar das Erinnerungsvermögen im Alter. Eine Studie hat jetzt obendrein herausgefunden, wie viel Bewegung pro Woche nötig ist, damit sich der positive Effekt einstellt.

Neue Forschungsergebnisse unter der Leitung von Psychologen der University of Pittsburgh haben zeigen, dass regelmäßig betriebener Sport das Erinnerungsvermögen älterer Menschen bewahren und manchmal sogar verbessern kann. Damit sind speziell Erinnerungen an Ereignisse aus der früheren Vergangenheit oder Kindheit gemeint, die in der zweiten Lebenshälfte besonders schnell verblassen. Die Forscher ermittelten auch, wie lange und wie oft Personen trainieren müssen, damit das Gehirn spürbar davon profitiert und vielleicht sogar einige tief verschüttete Erinnerungen wieder auftauchen.

Wie Sport das Erinnerungsvermögen bewahrt, indem es das episodische Gedächtnis schützt

Das episodische Gedächtnis befasst sich mit Ereignissen, die einem im Laufe des Lebens widerfahren. Und es ist besonders anfällig. Je älter man wird, desto größer werden die Lücken. Ausgerechnet das Herz kann dazu beitragen, diese Art des kognitiven Verfalls auszubremsen oder gar umzukehren. Und zwar, indem es durch Sport und Bewegung stärker pumpt, heißt es unter anderem in der Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde.1 So haben frühere Experimente mit Mäusen gezeigt, dass Bewegung den Nagern dabei half, ihr Gedächtnis zu verbessern.2 Aus diesem Grund suchten Dr. Sarah Aghjayan und ihr Forscherteam eine möglichst genaue Antwort auf die Frage, wie oft und wie lange jemand Sport treiben muss, damit auch das menschliche Erinnerungsvermögen langfristig davon profitiert.

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36 Studien mit fast 3000 Teilnehmern durchforstet

Das Team entdeckte 36 brauchbare Studien zu dem Thema. Insgesamt waren über 3000 ältere Erwachsene Frauen und Männer als Probanden in diesen involviert. Nach eingehender Analyse sah Aghjayan sich in der Annahme bestätigt, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Bewegung und episodischem Gedächtnis besteht. „Wir haben festgestellt, dass sich das Erinnerungsvermögen bei den 55- bis 68-Jährigen durch Sport stärker verbessert als bei den 69- bis 85-Jährigen. Daher ist es sinnvoller, früher damit zu beginnen“, so die Forscherin in der Universitätsmitteilung.3 Selbst wenn noch kein kognitiver Verfall eingesetzt haben sollte, profitiere das Gedächtnis durch regelmäßigen Sport enorm, heißt es weiter.

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Effekt bereits nach vier Monaten spürbar

Die von den Forschern ermittelte „Sport-Formel“ für ein bis ins hohe Alter stabiles Erinnerungsvermögen ist denkbar einfach: drei Tage die Woche, je 50 Minuten. Nach bereits vier Monaten sollen erste positive Effekte spürbar sein, verspricht Aghjayan. Es bedarf zwar weiterer Forschung, um den genauen Mechanismus hinter der „Sport-Gehirn-Verbindung“ zu verstehen, dennoch seien die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit nicht zu unterschätzen: „Bewegung ist eine einfache Möglichkeit, Gedächtnisschwund abzuwehren. Das kommt allen zugute.“

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