3. April 2026, 18:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer dem christlichen Glauben angehört, ist sich dessen meist bewusst. Für Menschen anderer oder keiner Religion ist hingegen oft weniger bekannt, dass der Karfreitag in vielerlei Hinsicht kein gewöhnlicher Feiertag ist. Am Freitag vor Ostersonntag gelten besondere Vorschriften – und diese wirken sich sogar auf den Sport aus.
Wie schön, ein Freitag, an dem die Arbeit mal ruht, da hat man doch mal Zeit für ein ausgiebiges Training im Gym. Oder aber man packt seine Familie ins Auto und fährt sich ein spannendes Fußballspiel angucken. Aber halt – es handelt sich um Karfreitag und da ist es mit dem Sport so eine Sache. Was ist denn an diesem speziellen Tag erlaubt und was nicht?
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Warum gelten Karfreitag überhaupt besondere Regeln?
Karfreitag ist ein sogenannter „stiller“ Feiertag. An diesem Tag soll Rücksicht genommen werden auf Trauer und generell religiöse Gefühle. Für viele Christen ist Ostern das wichtigste Religionsfest, es übertrifft sogar Weihnachten. Während mit dem Weihnachtsfest die Geburt von Jesus Christus gefeiert wird, gedenkt man an Ostern seinem Tod und seiner Auferstehung. Dem Karfreitag kommt dabei der traurige Teil dieses Gedenkens zu. An diesem Tag soll Jesus Christus nach christlicher Überlieferung gekreuzigt worden und am Kreuz gestorben sein.
Vor dem Hintergrund hält man es für unangebracht, am Karfreitag laute, fröhliche Veranstaltungen abzuhalten oder feiern zu gehen. Ruhe ist stattdessen das oberste Gebot. Und dies gilt für alle in Deutschland lebenden Menschen, egal, ob sie religiös sind oder nicht oder ob sie Ostern persönlich als wichtig empfinden und feiern.
Eine Sonderregel, die für Karfreitag gilt, ist z. B. das allgemeine Tanzverbot. Der Zeitraum, für den dieses gilt, variiert zwischen den Bundesländern zwar, es existiert aber in allen. Auch wie streng es wirklich durchgesetzt wird, ob etwa in Bars und Clubs kontrolliert wird, unterscheidet sich.1
Was gilt beim Sport an Karfreitag?
Die besonderen Karfreitagsregeln betreffen auch öffentliche sportliche Veranstaltungen.2Die besonderen Karfreitagsregeln betreffen auch öffentliche sportliche Veranstaltungen. Diese sind in den meisten Bundesländern am Karfreitag grundsätzlich untersagt oder nur mit ausdrücklicher Ausnahmegenehmigung erlaubt. Auch hier gehen die Bundesländer unterschiedlich strikt vor. Am strengsten sind Bayern und Nordrhein-Westfalen. In NRW etwa dürfen Events und Veranstaltungen an Karfreitag keinen „unterhaltenden“ Charakter haben. Das gilt auch für Sportveranstaltungen bzw. organisierten Sport, z. B. von Vereinen. Zwar gibt es vereinzelt Sonderregelungen, aber ohne entsprechende Genehmigung sind entsprechende Veranstaltungen in der Regel nicht erlaubt.3
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Auch die Bundesliga ist von den Sonderregeln betroffen
An Karfreitag finden im Fußball von der Kreisklasse bis zur 1. Liga keine Spiele statt. Der Spieltag am Osterwochenende beginnt daher erst am Samstag. Die genaue Verteilung der Partien auf Samstag und Sonntag variiert je nach Spielplan.4
Was ist mit Joggen oder Fitnessstudio?
Privater Sport ist nicht von den strengen Karfreitagsregeln betroffen und wie an jedem anderen Tag im Jahr erlaubt. Das gilt für das Homegym genauso wie für die Joggingrunde im Park. Auch in Gesellschaft ist das Training erlaubt.
Lust, am Karfreitag ins Fitnessstudio zu gehen? Kein Problem! Denn die Studios sind ebenfalls nicht von dem Verbot betroffen. Das Training ist auch an dem „stillen“ Feiertag möglich, insofern der Betreiber nicht selbst beschließt, sein Gym zu schließen. Sowohl das Schwitzen auf den Trainingsflächen, mit Hanteln oder an Geräten, als auch der Besuch von Kursen ist erlaubt. Der Grund: Anders als bei öffentlichen Sportveranstaltungen geht es beim privaten Sport – egal ob zu Hause, an der frischen Luft oder im Fitnessstudio – nicht rein um Unterhaltung und Freizeitvergnügen, sondern um Gesundheit und Wohlbefinden.