7. September 2026, 20:06 Uhr |
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Wer Polizist in Berlin werden will, muss zunächst zeigen, dass er den körperlichen Anforderungen des Berufs gewachsen ist. Im Sporttest der Polizeiakademie wartet ein anspruchsvoller Hindernisparcours, den alle Bewerber in einer vorgegebenen Zeit absolvieren müssen.
Diese Aufgaben warten im Sporttest
Der Parcours umfasst fünf Runden mit verschiedenen Hindernissen: Bewerber müssen unter anderem über Kästen und ein Absperrgitter springen, einen 65 Kilogramm schweren Altreifen kippen, eine 1,80 Meter hohe Eskaladierwand überwinden und eine Rettungspuppe bewegen. Nach Angaben von Einsatztrainer Thomas Mehlert orientieren sich die Übungen an typischen Situationen im Polizeialltag. Verunglückte Menschen müssten gerettet, Hindernisse überwunden oder Fahrzeuge bewegt werden.
Die Polizei in Berlin sucht dringend Nachwuchs. An veränderten Anforderungen kann das nach Angaben von Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel nicht liegen. „In 15 Jahren haben wir unsere Anforderungen nicht gesenkt. Die Tests sind nicht leichter geworden, doch die Ablehnungsquoten steigen“, erklärt Meisel.
Neben der körperlichen Leistungsfähigkeit spielen auch sprachliche Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Von 10.874 Bewerbern in den Jahren 2024 und 2025 scheiterten 4271 am Deutschtest. Das entspricht 39,3 Prozent.
BILD-Reporter probiert den Aufnahmetest aus
Wie anspruchsvoll der Sporttest tatsächlich ist, wollte BILD-Polizeireporter Axel Lier (50) herausfinden. Er absolvierte den Parcours in 2:54 Minuten. Während die ersten Runden noch leicht fielen, machten sich später Erschöpfung und Orientierungsschwierigkeiten bemerkbar. Bei der Puppenrettung verließ den Reporter so langsam die Kondition.
Anschließend testete der Reporter auch das Diktat, das Bewerber im Auswahlverfahren absolvieren müssen. Dabei wird ein rund 200 Wörter langer Text über Kopfhörer diktiert. Wie viele Fehler erlaubt sind, verrät die Polizei nicht.
Trotz aktueller Nachwuchskrise sieht Polizeipräsidentin Slowik Meisel Licht am Ende des Tunnels: „Die wirtschaftliche Lage im Land treibt vermehrt geeignete Bewerber zu uns. Und vor KI muss sich auch niemand fürchten. Polizeiarbeit bleibt menschlich, nah am Bürger.“
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