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Alltagsfrage

In welchem Alter sollten Kinder am besten schwimmen lernen? 

kinder schwimmen: Kinder im Schwimmbecken
Kinder sollten spätestens im Vorschulalter mit dem Schwimmenlernen beginnenFoto: Getty Images

Schwimmen zu können, kann mitunter Leben retten und natürlich macht das sich sichere Bewegen im kühlen Nass besonders Kindern großen Spaß. FITBOOK verrät, wann der richtige Zeitpunkt ist, den Nachwuchs mit dem Wasser vertraut zu machen und was Sie bei der Kurswahl beachten sollten.

Die Badesaison ist im vollen Gange. Für die meisten Kinder gibt es an heißen Tagen nichts Herrlicheres als ausgelassen im Freibad oder See zu planschen. Doch die Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt bereits seit Jahren davor, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Eine Situation, die sich durch die Corona-Pandemie noch verschärft habe. Und je später sie damit anfangen, umso länger dauert es auch, es zu lernen. Dabei ist es in manchen Fällen überlebenswichtig! Deshalb gilt: das Kind so früh wie möglich ans Schwimmen heranführen.

Corona führt zu noch mehr Nichtschwimmer-Kindern

Geschlossene Hallen- und Freibäder, abgesagte Schwimmkurse – seit 2020 hatten Eltern häufig monatelang keine Chance, selbst mit ihren Kindern erste Wassererfahrungen zu sammeln, geschweige denn, sie in den Schwimmunterricht zu schicken. Damit hat Corona dafür gesorgt, dass noch weniger Kinder schwimmen gelernt haben als es sowieso schon der Fall war.

Mittlerweile sind die Bäder wieder offen, doch heißt das nicht, dass sich die Lage in Sachen Schwimmenlernen entspannt hat. So teilte z. B. die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Bad Nenndorf Ende 2021 mit, dass die Nachfrage nach Schwimmkursen für Kinder explodiert seien. Dem könne man aber kaum nachkommen. Daher müssen aktuell Eltern häufig lange auf einen Platz für ihren Nachwuchs in einem Schwimmkurs warten.

Dauerhaft zu deutlich mehr sicheren Schwimmern unter den Kindern käme man erst, wenn der Schwimmunterricht in den Schulen flächendeckend wieder stattfinden könne. Dafür seien mehr Schwimmbäder und qualifiziertes Personal in den Schulen nötig. Und mehr Wasserflächen für die Vereine, damit diese ihrerseits vor allem mehr Kinder im Vorschulalter ausbilden könnten, heißt es vonseiten der DLRG.

Doch von der coronabedingten Lage einmal abgesehen, stellen sich viele Eltern grundsätzliche Fragen: In welchem Alter sollte mein Kind schwimmen lernen? Sollte man schon mit Babyschwimmen anfangen und reicht ein erster Schwimmkurs im Kleinkindalter? Und worauf sollte man bei der Wahl des Kurses achten?

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Niveaustufen des Schwimmen-Könnens

  • Wassergewöhnung
  • Grundfertigkeiten
  • Basisstufe
  • sicheres Schwimmen1

Was bringt Babyschwimmen?

Babyschwimmen ist laut DLRG keine Notwendigkeit: „Doch hilft es Kindern, sich schon früh an das Wasser zu gewöhnen, sodass sich keine Ängste entwickeln. Außerdem wird vermittelt, dass Wasser ein tolles Erlebnis ist.“ Alternativ können Eltern ihren Kindern diese Erfahrung auch in der heimischen Badewanne oder im Planschbecken vermitteln. Pädagogisch gesehen sei der frühe, spielerische Umgang mit Wasser laut der DLRG jedenfalls absolut sinnvoll

Falls der Zeitpunkt verpasst wurde, hilft es, wenn Eltern gemeinsam mit ihrem bereits etwas älteren Nachwuchs im Schwimmbad Zeit verbringen. Ein DLRG-Tipp ein Elternteil setzt sich mit dem Kind gemeinsam an den Beckenrand und ermuntert es, sich gegenseitig nass zu spritzen, bis es sich traut, zusammen mit Mama oder Papa den Kopf unterzutauchen: „Auf diese Art merken auch ältere Kinder oft schnell, dass Wasser eine tolle Sache ist.“

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Wann ist die richtige Zeit für den ersten Schwimmkurs?

„Ganz klar mit fünf Jahren“, heißt es vonseiten der DLRG. „Denn das ist genau der Zeitpunkt, ab dem Kinder in der Lage sind, drei Dinge gleichzeitig zu koordinieren, sprich Atmung, Arm- und Beinbewegung. Der erste Schwimmkurs sollte deshalb vor der Einschulung absolviert werden. In der Regel wird dieser immer mit dem Seepferdchen und einer Urkunde abgeschlossen wird.“

„Allerdings bedeutet das Seepferdchen nicht, dass mein Kind plötzlich schwimmen kann, es ist lediglich in der Lage, sich 25 Meter weit im Wasser zu bewegen. Das sollten Eltern dringend beachten, denn für unbeaufsichtigtes Baden im See reichen diese Fähigkeiten bei Weitem nicht.“ Erst das Freischwimmer-, also Bronze-Abzeichen bescheinigt sicheres Bewegen im Wasser, so die Experten. „Dieses sollten Kinder mit acht, neun Jahren erreicht haben.“

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Worauf sollten Eltern bei Wahl des Schwimmkurses achten?

Mit den Schwimmkursen, die von der DLRG oder dem Deutschen Schwimm-Verband angeboten werden, ist man auf der sicheren Seite. Sie sind nicht nur vergleichsweise kostengünstig, sondern gewährleisten gut ausgebildete Trainer, die pädagogisch und didaktisch stets bestens geschult sind, rät die DLRG. Auch sind sie als zertifizierte Rettungsschwimmer in der Lage, in Gefahrensituationen beherzt einzugreifen.

Ein weiterer DLRG-Tipp für Eltern: „Halten Sie sich während der Trainingsstunden nicht am Beckenrand auf, das lenkt nur Kinder und Trainer ab. Gehen Sie währenddessen einfach gemütlich einen Kaffee trinken. Das Kind schafft Schwimmenlernen auch ohne, dass Mama oder Papa dabei zuschauen.“

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Schwimmunterricht in der Schule

Spätestens in der Grundschule steht für Kinder der Schwimmunterricht auf dem Plan. Dazu heißt es in einem Schreiben des Bundestags: Alle Schülerinnen und Schüler nehmen verpflichtend am Anfangsschwimmunterricht teil, sofern sie nicht durch ärztliches Attest ausdrücklich davon befreit sind. Es ist bis zum Alter von 10 bis 12 Jahren anzustreben, dass jede Schülerin und jeder Schüler das sichere Schwimmen und die damit verbundenen Fähigkeiten beherrscht. Aufbauend auf der ersten Niveaustufe (Wassergewöhnung) lernen die Schülerinnen und Schüler schrittweise die für
die Beherrschung des sicheren Schwimmens notwendigen Grundfertigkeiten Atmen, Tauchen, Springen, Gleiten und Fortbewegen.“

So die Theorie. In der Praxis fällt jedoch häufig – und das schon vor Corona – häufig der Schwimmunterricht aus.3 Ein weiterer Grund, warum Eltern darüber nachdenken sollten, ihre Kinder, soweit möglich, in Schwimmkursen anzumelden, um sicherzugehen, dass sie sicheres Schwimmen lernen.

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