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Ausdauer, Kraft und Gelenkigkeit

Studie analysiert Einfluss von Fitness der Eltern auf die ihrer Kinder

Fitness der Eltern beeinflusst Kinder
Nicht nur beim gemeinsamen Toben: Der Level und die Art der Fitness von Eltern stehen in direktem Zusammenhang mit der Fitness ihrer biologischen Kinder.Foto: Getty Images

Wie stark hängt es von der Veranlagung ab, ob ich ein guter Ausdauersportler bin oder bspw. eher im Kraftaufbau schnell Fortschritte mache? Eine kanadische Studie hat nun herausgefunden, dass die Zusammenhänge zwischen dem jeweiligen Fitness-Level der Eltern und dem der Kinder ausgeprägter sind als bislang gedacht.

Denn: Die Fitness der Eltern hat großen Einfluss auf die ihrer Kinder, lautet das Fazit der Forschung einfach zusammengefasst. Jedoch gibt es zahlreiche Besonderheiten. So spielt das Geschlecht sowohl bei den Eltern, als auch beim Nachwuchs eine große Rolle. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Art der Fitness.

Gelenkige Eltern haben gelenkigere Töchter

Die Ergebnisse der Studie veröffentlichte die kanadische Presseagentur „Canadian Press“. Sie zeigen, wie die Ausdauerfähigkeit, Muskelkraft (gemessen an der Griffkraft) und Gelenkigkeit von Kindern mit den entsprechenden Fähigkeiten ihrer Eltern zusammenhängen. Unter aerober bzw. kardiorespiratorischer Fitness versteht man die Fähigkeit des Kreislauf- und Atmungssystems, die Muskulatur bei körperlicher Aktivität mit Sauerstoff zu versorgen – Stichwort: VO2max. So haben Jungen, deren Eltern eine exzellente kardiorespiratorische Fitness haben, eine bessere kardiorespiratorische Fitness als der männliche Nachwuchs von Eltern, die in diesem Bereich mangelhaft sind. Bei den Mädchen ließ sich derselbe Effekt in Bezug auf die Gelenkigkeit nachweisen (überprüft anhand des Sit-and-Reach-Tests).

Die Korrelation in Bezug auf die kardiorespiratorische Fitness war jedoch nur bei Mutter-Sohn-Paaren signifikant. Eine signifikante Zusammenhang bei der Flexibilität wurde hingegen nur bei Mutter-Sohn- und Vater-Sohn-Gespannen beobachtet. Eine Wechselwirkung im Bereich der Griffkraft habe sich in allen Paarungen gezeigt, mit Ausnahme der zwischen Vater und Sohn.

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Datenbasis und Einordnung der Studie

Für die Studie wertete die kanadische Statistikbehörde Gesundheitsdaten aus. Sie stammen aus der „Canadian Health Measures Survey“, einer kontinuierlichen Umfrage der Statistik- und der Gesundheitsbehörde, die detaillierte Daten von kanadischen Staatsbürgern im Alter zwischen 3 und 79 Jahren sammelt. Für die Studie zum Zusammenhang zwischen dem Fitness-Level der Eltern und Kinder wurde eine repräsentative Stichprobe von Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren und mindestens eines biologischen Elternteils ausgewertet. Bei der kardiorespiratorischen Fitness waren es 615 Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren, bei der Muskelkraft 1.319 Kinder und in der Stichprobe der Gelenkigkeit wurden 1.295 berücksichtigt. Die Daten wurden in drei Zeiträumen, von 2007 bis 2009, von 2009 bis 2011 und von 2016 bis 2017 erhoben.

Das Forscherteam weist darauf hin, dass die Analyse auf die leiblichen Eltern begrenzt sei, die an der Umfrage teilgenommen haben. Sie seien eher jünger gewesen, hätten einen Bachelorabschluss oder eine höhere Ausbildung genoßen, stammten aus kleineren Haushalten mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 100.000 kanadischen Dollar pro Jahr. Dementsprechend lassen sich die Ergebnisse der Studie nicht zwingend auf einkommensschwächere Familien, Großfamilien oder Kinder mit älteren Eltern übertragen. Zudem solle man bei der Interpretation der Ergebnisse bedenken, dass der aerobe Test, der Teil der Studie war, eigentlich nur für Erwachsene gedacht sei. Es Könne sein, dass in der Stichprobe von vornherein nur „etwas gesündere“ Kinder mit aufgenommen wurden.

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