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Nachgefragt bei Magen-Darm-Experten

Warum bekommt man beim Sport oft Blähungen?

Frau leidet unter Blähungen beim Sport
Auf Blähungen beim Sport könnte man wohl gut verzichten. FITBOOK hat Tipps zur Vorbeugung – und für den „Ernstfall“.
Foto: Getty Images

Blähungen beim Sport sind lästig und leider nicht ungewöhnlich. FITBOOK hat bei Magen-Darm-Experten nachgefragt, warum ausgerechnet bei Anstrengung Darmgase entweichen wollen, und wie man das Problem bestmöglich verhindert.

Beim Sport hat der Körper ja eigentlich schon genug zu tun. Unerfreulicherweise kommen gerade bei körperlicher Anstrengung gerne Blähungen dazu. Das ist beim Training oder in einer Wettkampfsituation natürlich unangenehm bis peinlich. Aber woher kommt‘s?

Wieso entstehen überhaupt Blähungen?

„Im Prinzip sind Blähungen ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet.“ Das sagt Dagmar Mainz, Sprecherin des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen.

Die Luft, die dabei entweichen will, ist zusammen mit der Nahrung in den Körper gelangt. Ein Teil verlässt ihn über den Magen wieder – als „Rülpser“ – und die restliche Luft wandert weiter in den Darm. Dort sind Bakterien angesiedelt, welche Gase produzieren. Trifft die beim Essen aufgenommene Luft auf diese Gase, wirbelt das Gemisch durch den Darm und will nach draußen. Voilà, bereit ist der Pups.

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Blähungen beim Sport

„Sport lähmt quasi den Darm, dadurch können Blähungen gefördert werden“, sagt Ernährungsmediziner und Internist Dr. med. Matthias Riedl zu FITBOOK.

Wie kann man Blähungen beim Sport vermeiden?

Dass man dadurch Blähungen beim Sport zuverlässig verhindern kann, dafür geben die Experten keine Garantie. Sie haben uns aber verraten, was man tun bzw. vermeiden sollte, um die Wahrscheinlichkeit auf unangenehmen Druck aus der Darmgegend zumindest bestmöglich zu reduzieren.

Keine ballaststoffreiche Lebensmittel

Verschiedene Lebensmittel können Blähungen begünstigen, warnt Dagmar Mainz. Darunter „Rohkost in Form von Obst und Gemüse, Müsli und Milchprodukte“. Merke: Auch wenn sie sonst gesundheitsförderlich sind – vor dem Sport ist nicht die geeignete Zeit für ballaststoffreiche Lebensmittel.

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Vor stressigem Sport: gar nichts essen

Insbesondere vor stressigen Mannschaftssportarten bzw. einem Wettkampf würde Dr. Riedl empfehlen, gar nichts zu essen. Dabei werde nämlich der Sympathikus stimuliert und dadurch die Symptomatik von Menschen, die zu Magen-Darm-Problemen neigen, womöglich verschlimmert.

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Der Sympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems, der den Menschen evolutionsbedingt dazu bereit macht, beispielsweise zu kämpfen oder zu flüchten. Sogenannte Stresshormone werden freigesetzt, der Herzschlag wird schneller und kräftiger – und auch die Darmtätigkeit beeinflusst.

Langsam trinken

Klar, der Flüssigkeitshaushalt ist beim Sport von wesentlicher Bedeutung. Gleichzeitig fördere hastiges Trinken – insbesondere von Kohlensäurehaltigem – die Entstehung von Blähungen. Also besser langsam trinken und Finger weg vom Sprudelwasser.

Verschiedene Tees (z.B. mit Kümmel- sowie Fenchelsamen, Pfefferminzblätter und Kamillenblüten) können die Neigung zu Blähungen verringern.

 

Kein Eiweißshake vor dem Sport

Nicht zuletzt sei es eine bekannte Nebenwirkung verschiedener Eiweißpulver zum Herstellen eines Shakes, dass sie Blähungen fördern können. Solche Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie deshalb besser nicht vor dem Sport zu sich nehmen.

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Was tun, wenn man doch pupsen muss?

Sie können mit einer leichten, kreisförmigen Massage im Uhrzeigersinn versuchen, die Blähungen in die Flucht zu schlagen. Beim Wettkampf oder etwa im Tennismatch geht das natürlich nicht.

Wenn Sie sich schnell besser fühlen wollen, müssen Sie die Darmgase früher oder später entweichen lassen. Beim Training allein und im Freien wohl ein kleineres Problem. Ansonsten (z.B. im Fitnessstudio) bitte kurz das Weite bzw. die Waschräume (auf-)suchen. Sonst gibt‘s dicke Luft.