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„Highway to Health – Studien kompakt“

Wie viele Eier am Tag mit besserer Gehirngesundheit assoziiert sind

Moderater Eierkonsum könnte laut einer Studie eine positive Wirkung auf die Gehirngesundheit haben
Moderater Eierkonsum könnte laut einer Studie eine positive Wirkung auf die Gehirngesundheit haben Foto: Getty Images, Niels Starnick; Collage: FITBOOK
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Nuno Alves
Chefredakteur

17. November 2025, 10:39 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wie sehr beeinflusst unsere Ernährung die Leistungsfähigkeit des Gehirns – und was sagt die körperliche Fitness über die Herzgesundheit aus? Eine Übersichtsarbeit hat untersucht, ob der regelmäßige Verzehr ganzer Eier die Gehirngesundheit bei gesunden Erwachsenen stärkt. Eine finnische Langzeitstudie wiederum zeigt, dass der sogenannte Fit-Fat-Index ein überraschend präziser Indikator für das Risiko eines plötzlichen Herztods sein kann.

Eier könnten Gehirngesundheit im Alter fördern

Was wurde untersucht? Eine in der Fachzeitschrift „The Journal of Nutrition, Health and Aging“ veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit untersuchte, ob der Verzehr ganzer Hühnereier die geistige Leistungsfähigkeit bei gesunden Erwachsenen beeinflusst.1 Dafür wurden elf Studien mit insgesamt mehr als 38.000 Personen ausgewertet. Diese umfassten Beobachtungsstudien, einen Vergleich zwischen Menschen mit und ohne Demenz sowie eine Untersuchung, in der Teilnehmer acht Wochen lang täglich zwei Eier aßen.

In Eiern sind u. a. Cholin und Phospholipide enthalten – Stoffe, die bekanntermaßen zur Unterstützung wichtiger Hirnfunktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Bildung neuer Zellen beitragen.

Ergebnisse: Ein mäßiger Eierkonsum (etwa 0,5 bis 1 Ei pro Tag) wurde in mehreren Studien mit einem besseren Gedächtnis, verbaler Ausdrucksfähigkeit (Sprachfluss), schnellerem Denken und einem geringeren Risiko für Demenz in Verbindung gebracht. Eine Studie beobachtete bei höherem Konsum (mehr als 1 Ei täglich) ein erhöhtes Risiko für geistige Einschränkungen bei älteren Erwachsenen, während andere Studien bei hohem Konsum keine Vorteile mehr zeigten.

Bedeutung: Ein moderater Konsum von Eiern könnte dabei helfen, bestimmte geistige Fähigkeiten – besonders im Alter – länger zu erhalten. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die positiven Ergebnisse hauptsächlich aus Beobachtungsstudien stammen, die nur Zusammenhänge aufzeigen und keine direkte Ursache-Wirkung beweisen. Die Methoden zur Messung des Konsums und der geistigen Leistung waren zudem sehr unterschiedlich. Weitere gut durchgeführte Untersuchungen sind notwendig, um genau zu klären, ob und wie Eier zur Vorbeugung von Gedächtnisproblemen beitragen können.

Auch interessant: Sind braune Eier gesünder als weiße?

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Männer mit hohem Fit-Fat-Index haben geringeres Risiko für plötzlichen Herztod

Was wurde untersucht? Eine finnische Langzeitstudie mit 1.662 Männern zwischen 42 und 61 Jahren untersuchte, wie sich das Risiko für einen plötzlichen Herztod besser vorhersagen lässt. Im Fokus stand der sogenannte Fit-Fat-Index – ein Wert, der Ausdauerleistungsfähigkeit ins Verhältnis zu Körperfett setzt. Die Teilnehmer wurden über 28 Jahre beobachtet.2 Ziel war es, herauszufinden, ob dieser Index aussagekräftiger ist als herkömmliche Maße wie der Body-Mass-Index oder das Verhältnis von Bauchumfang zu Körpergröße oder Hüfte.

Ergebnisse: Männer mit hoher Ausdauer und wenig Körperfett – also einem hohen Fit-Fat-Index – hatten ein deutlich geringeres Risiko für plötzlichen Herztod. Bei ihnen traten etwa ein Drittel weniger Todesfälle auf als bei Männern mit niedrigem Wert. Auch gute Ausdauer allein war mit einem niedrigeren Risiko verbunden. Klassische Kennzahlen wie der Body-Mass-Index oder das Verhältnis von Taille zu Körpergröße blieben zwar statistisch bedeutsam, schnitten im Vergleich jedoch weniger robust ab.

Bedeutung: Der Fit-Fat-Index bietet einen einfach messbaren und verlässlichen Hinweis auf das Risiko für plötzlichen Herztod – unabhängig vom Gewicht allein. Je fitter ein Mensch ist und je geringer sein Körperfett im Verhältnis dazu, desto besser ist er geschützt. Der Index könnte künftig helfen, gefährdete Männer frühzeitig zu identifizieren und präventiv zu betreuen.

Quellen

  1. Sultan, N., Kellow, N. J., Tuck, C. J., Cheng, E., MacMahon, C., & Biesiekierski, J. R. (2025). Egg intake and cognitive function in healthy adults: A systematic review of the literature. The Journal of Nutrition, Health and Aging, 29(12), Article 100696. https://doi.org/10.1016/j.jnha.2025.100696 ↩︎
  2. Isiozor NM, Kunutsor SK, Kurl S, Savonen K, Kauhanen J, Laukkanen JA. Fit-Fat Index and the risk of sudden cardiac death in Finnish men. Prog Cardiovasc Dis. 2025 Aug 22:S0033-0620(25)00128-8. doi: 10.1016/j.pcad.2025.08.007. Epub ahead of print. PMID: 40850670. ↩︎

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