4. April 2026, 18:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Gerade zu Ostern gehören Eier einfach dazu – ob bunt gefärbt oder klassisch gekocht. Doch rund um die Zubereitung hält sich ein hartnäckiger Küchentrick: das Anpieksen der Schale. Viele hoffen, so ein Aufplatzen zu verhindern. Aber ist das wirklich sinnvoll – oder bringt es sogar Nachteile?
Ostereier-Tradition: Warum Eier gekocht und gefärbt werden
Im Christentum entwickelte sich das Ei zum Symbol der Auferstehung von Jesus Christus. Da diese Tradition bereits seit Jahrhunderten besteht, wurden Eier früher hart gekocht, um sie ohne Kühlung haltbar zu machen. Die Art und Weise, wie und womit sie anschließend gefärbt wurden, variierte je nach Region. Bis heute ist das Färben von Ostereiern fester Bestandteil des Brauchtums.
Vor dem Kochen greifen viele jedoch zu Nadel oder Eierpikser und stechen ein kleines Loch in die Schale – in der Hoffnung, dass das Ei beim Kochen nicht platzt.
Warum Eier überhaupt angestochen werden
Beim Kochen kann sich im Inneren des Eis ein Druck aufbauen, insbesondere in der Luftkammer am stumpfen Ende. Durch das Anpieksen soll ein kleiner Kanal entstehen, über den Luft entweichen kann, sodass die Schale nicht reißt.
Zwar kann so tatsächlich etwas Druck entweichen, allerdings hat die Methode auch Nachteile: Die Schale wird geschwächt, wodurch Eier im Zweifel eher aufbrechen können. Zudem ist das Anpieksen keine verlässliche Lösung – es kann passieren, dass das kleine Loch beim Kochen durch gerinnendes Eiweiß wieder verschlossen wird.1
Anpieksen verkürzt die Haltbarkeit
Für Frühstückseier mag der Trick noch vertretbar sein – für Ostereier, die länger aufbewahrt oder verschenkt werden sollen, ist er jedoch ungeeignet. Die Verbraucherzentrale NRW warnt, dass durch kleine Löcher die schützende Schale beschädigt wird. Dadurch können Keime leichter eindringen und sich vermehren, was die Haltbarkeit deutlich reduziert.2
Wer Ostereier also lagern möchte, sollte auf das Anpieksen verzichten.
Was tun, wenn ein Ei platzt?
Platzt ein Ei beim Kochen dennoch, empfiehlt es sich, dieses zeitnah zu verzehren. Für eine längere Lagerung oder zum Färben ist es nicht geeignet.
Auch interessant: Die gesündeste Art, Eier zuzubereiten
Aus diesen Gründen sollte man bunte Eier aus dem Supermarkt nicht kaufen
Wie lange sind Eier wirklich haltbar? Machen Sie den Frische-Check
Warum man Ostereier nicht abschrecken sollte
Auch das Abschrecken mit kaltem Wasser ist laut Verbraucherschützern problematisch. Durch den plötzlichen Temperaturunterschied können feine Risse in der Schale entstehen, durch die Mikroorganismen ins Innere gelangen. Das wirkt sich ebenfalls negativ auf die Haltbarkeit aus.
Haltbarkeit: Wie lange gekochte Eier frisch bleiben
Die Verbraucherzentrale nennt klare Richtwerte: Ein nicht abgeschrecktes Ei mit unversehrter Schale ist gekühlt etwa vier Wochen haltbar. Wurden Eier abgeschreckt, verkürzt sich die Haltbarkeit auf rund vierzehn Tage.
Eier mit sichtbaren Rissen sollten grundsätzlich im Kühlschrank aufbewahrt und möglichst schnell verbraucht werden.
*mit Material von dpa