27. Oktober 2025, 10:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Dieses Mal in „Highway to Health – Studien kompakt“: Eine britische Studie hat untersucht, ob Granatapfel-Polyphenole ein Hormon beeinflussen können, das eng mit Muskeln und Regeneration im Alter verbunden ist. Und eine internationale Auswertung zeigt, wie eng der Erhalt von Muskelmasse mit Fettstoffwechsel und Blutzuckerregulation verknüpft ist.
Granatapfel-Extrakt steigert wichtiges Hormon IGF-1, das Muskelmasse im Alter erhält
Was wurde untersucht? Eine britische Studie untersuchte, ob ein Extrakt aus Granatapfel – reich an natürlichen Antioxidantien (Polyphenolen) – altersbedingte Veränderungen im Körper beeinflussen kann.1 72 gesunde Erwachsene im Alter von 55 bis 70 Jahren nahmen zwölf Wochen lang täglich 740 Milligramm Extrakt oder ein Placebo ein. Erfasst wurden zwei Werte: die Telomerlänge – das sind schützende Endstücke der Erbinformation, die sich mit dem Alter verkürzen – und der Spiegel von IGF-1. Dieses körpereigene Hormon spielt eine zentrale Rolle für die Muskelmasse, Muskelregeneration, Knochendichte und Durchblutung. Mit zunehmendem Alter sinkt der IGF-1-Spiegel, was mit typischen Alterserscheinungen in Verbindung steht.
Ergebnisse: Nach zwölf Wochen war der IGF-1-Spiegel in der Granatapfel-Gruppe um durchschnittlich 14,09 Nanogramm pro Milliliter gestiegen – ein statistisch signifikanter, moderater Anstieg. In der Placebo-Gruppe blieb der Wert unverändert. Die Telomerlänge zeigte in beiden Gruppen keine Veränderung.
Bedeutung: Granatapfel-Polyphenole könnten helfen, den altersbedingten Rückgang von IGF-1 zu verlangsamen und damit zur Erhaltung von Muskeln und weiteren körperlichen Funktionen beitragen. Auf die Zellalterung hatte die kurze Einnahmedauer jedoch keinen messbaren Einfluss. Längere Studien sind nötig.
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Mehr Muskelmasse senkt Fettanteil und Blutzuckerwerte
Was wurde untersucht? Ein internationales Forscherteam analysierte in einer Übersichtsarbeit, wie sich gezielter Muskelaufbau auf Fettmasse und den Zuckerstoffwechsel bei Menschen und Tieren auswirkt.2 Dafür wurden 122 Studien ausgewertet (99 mit Menschen, 23 mit Tieren), in denen Muskelwachstum entweder durch Krafttraining, Medikamente wie Bimagrumab oder genetische Veränderungen angeregt wurde. Ziel war es, herauszufinden, ob die Vergrößerung der Muskulatur allein ausreicht, um Übergewicht und gestörten Blutzucker positiv zu beeinflussen.
Ergebnisse: Schon ein durchschnittlicher Muskelzuwachs von rund zwei bis drei Prozent beim Menschen war mit einem Rückgang der Fettmasse um etwa vier Prozent verbunden. Gleichzeitig sanken der Langzeitblutzuckerwert HbA1c um gut vier Prozent und der Nüchternblutzucker um knapp sechs Prozent. Tierstudien zeigten deutlich stärkere Effekte: Bei durchschnittlich 18 Prozent mehr Muskelmasse fiel die Fettmasse um fast 24 Prozent. Diese Effekte traten besonders deutlich bei medikamentösen oder genetischen Eingriffen auf – also unabhängig von Bewegung. In Humanstudien mit Krafttraining bleibt der spezifische Beitrag des Muskelwachstums im Vergleich zum Training selbst aber noch unklar.
Bedeutung: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass gezielte Muskelvergrößerung – etwa durch bestimmte muskelaufbauende Mittel wie Bimagrumab oder durch Training – Fettabbau und Blutzuckerwerte positiv beeinflussen kann. In Tierversuchen und pharmakologischen Studien zeigt sich, dass Muskelwachstum allein ausreicht, um diese Effekte auszulösen. In Humanstudien ist der genaue Anteil der Hypertrophie gegenüber dem Trainingseffekt noch nicht vollständig geklärt. Dennoch sehen die Autoren im Muskelwachstum einen potenziellen Therapieansatz, etwa als Ergänzung zu Diät oder Medikamenten, und fordern, künftig gezielt Muskel- und Fettmasse getrennt zu erfassen.
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