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Unterschiedlicher Effekt

Wie sich die Sonne auf den Hunger von Männern und Frauen auswirkt

Junger Mann beißt in Pizza
Wenn Männer längere Zeit der Sonne ausgesetzt waren, steigert sich offenbar ihr HungergefühlFoto: Getty Images

Die Sonne kann im Sommer den Hunger beeinflussen. Forscher fanden nämlich heraus, dass die Strahlung zu einer Zunahme des Essens führt – allerdings nur bei Männern. Der Grund sind die Hormone.

Hat er mal wieder die Eispackung leer gefuttert? Oder ist er beim Grillen selbst nach dem vierten Steak noch immer nicht satt? Möglicherweise kann man(n) gar nichts dafür. Es ist bekannt, dass Hormone einen großen Einfluss auf den Körper haben. So auch, wenn es um das Essen im Sommer geht. Ein Forscherteam hat dank eines Experiments an Mäusen zufällig herausgefunden, dass Männer beim häufigen Aufenthalt in der Sonne mehr Hunger empfinden und damit mehr essen.1 Frauen werden dagegen durch ein anderes Hormon vom vermehrten Essen „abgehalten“. Das steckt dahinter.

Sonne befeuert Hunger der Männer

Die Forschung hat bereits gezeigt, dass die Strahlung der Sonne die Vitamin-D-Produktion anregen, aber auch Hautschäden und ein höheres Hautkrebsrisiko verursachen kann. Ein spanisches Forscherteam, das mit mehreren Institutionen in Israel, mit Kollegen von der Columbia University in den USA und dem Institut für Diabetes und Adipositas in Deutschland zusammenarbeitet, fand nun heraus, dass Sonnenlicht noch etwas anderes bewirken kann: Es macht Männer hungrig. Ursprünglich wollten die Forscher untersuchen, wie Sonnenlicht bei Mäusen zu Hautkrebs führen kann. Dabei bemerkten sie allerdings, dass die männlichen Mäuse hungriger zu werden schienen, wenn sie UV-Licht ausgesetzt waren.

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Daten von 3.000 Menschen

Im Zuge dessen untersuchte das Forscher-Team Daten aus einer dreijährigen, israelischen Gesundheitserhebung von 3.000 Menschen über das Jahr hinweg und stellte fest, dass Männer erheblich von der Sonneneinstrahlung und ihren jahreszeitlichen Schwankungen betroffen sind. Die Folge ist eine um 15 Prozent höhere Energieaufnahme in den Sommermonaten. Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass auch eine tägliche UV-B-Bestrahlung die Nahrungsaufnahme bei männlichen Mäusen erhöht, nicht aber bei weiblichen Mäusen.

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Sonne aktiviert Hormon bei Männern

Um die Frage zu klären, warum sich das Essverhalten von Frauen nicht veränderte, untersuchten die Forscher das Hungerhormon Ghrelin genauer. Ghrelin wird von Zellen im Magen, in der Bauchspeicheldrüse, im Dünndarm oder im Gehirn produziert und kann Neuronen im Hypothalamus aktivieren, der daraufhin mit der Erzeugung von Hungergefühlen reagiert. Der Ghrelinspiegel steigt sowohl in Hungerperioden als auch kurz vor dem Verzehr einer Mahlzeit. Die Tests an Mäusen zeigten, dass der Ghrelinspiegel bei den männlichen Mäusen, die UVB-Strahlung ausgesetzt waren, anstieg. UV-B-Strahlen sind energiereicher als UV-A-Strahlen, dringen allerdings nur bis in die Oberhaut ein – UV-A-Strahlen gelangt in die tiefere Hautschicht. Das Hormon wurde außerdem auch in Hautproben von Männern entdeckt, die im Labor dem UV-Licht ausgesetzt waren.

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Östrogen hemmt Hunger-Hormon

Sonneneinstrahlung, genauer gesagt die UV-B-Strahlung, lässt bei Männern also den Ghrelin-Spiegel im Blut ansteigen und wirkt damit appetitanregend. Bei Frauen wird der steigende Ghrelin-Spiegel hingegen durch das Hormon Östrogen verhindert. Dadurch empfinden Frauen im Vergleich zu Männern bei häufigem Aufenthalt in der Sonne keinen größeren Hunger. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Männer bzw. männlichen Mäuse auch an Gewicht zunehmen. Die monatlichen Daten ergaben nämlich, dass neben der Kalorienaufnahme auch der Energieverbrauch im Sommer (März bis September) höher war als im Winter (Oktober bis Februar). Bei den Frauen blieb hingegen auch der Energieverbrauch stabil.

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Fazit

Die Ergebnisse zeigen nicht nur, wie unterschiedlich Frauen und Männer auf Umweltreize reagieren, sondern auch wie geschlechtsabhängig die Reaktion auf die UV-Strahlung der Sonne ist. Die Aufnahme der Sonnenstrahlen über die Haut scheint einen wichtigen Einfluss auf den Energiehaushalt zu haben und die Erkenntnisse dieser Studie könnten zukünftig zu therapeutischen Möglichkeiten für endokrinologische Erkrankungen führen, wie die Forscher erklären.

Quellen

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