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Fälle auch in Deutschland

Woran erkennt man, dass man Affenpocken hat? 

Hände mit Läsionen durch Affenpocken
Auf diesen Händen sind Läsionen durch Affenpocken zu sehenFoto: Getty Images

Die Affenpocken sind in Deutschland angekommen – welche Symptome gehen mit der Krankheit einher und welche neuen Erkenntnisse gibt es? FITBOOK bringt Sie auf den neusten Stand.

Weltweit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 131 Fälle von Affenpocken bestätigt, 5 davon in Deutschland (Stand: 24. Mai 2022). Experten schätzen den Ausbruch außerhalb Afrikas zwar als außergewöhnlich, aber nicht als besorgniserregend ein. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Welche Symptome auf Affenpocken hinweisen können und was bei Verdacht zu tun ist.

Affenpocken – Inkubationszeit, Symptome und Verlauf

Laut einer aktuellen Veröffentlichung des Robert Koch Instituts (23. Mai 2022) beträgt die Inkubationszeit zwischen 7 und 21 Tagen.1 Dies beschreibt die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung. So können Infizierte das Affenpockenvirus lange unbemerkt in sich tragen. Zu den allerersten Affenpocken-Symptomen gehören:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Erschöpfung

Einige Tage, nachdem das Fieber aufgetreten ist, beginnt sich ein Hautausschlag zu entwickeln.  Dieser beginnt häufig im Gesicht und breitet sich dann auf andere Körperteile aus. Der Ausschlag durchläuft über einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen folgende Stadien:

  • Flecken (Macula)
  • Erhobene, schmerzhafte wie feste Läsionen (Papula)
  • Mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen (Vesikula)
  • Eitrige Pusteln (Pustula)
  • gefolgt von Krusten, die schließlich abfallen

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Übertragung und Ansteckungsgefahr – welche neuen Erkenntnisse gibt es?

Das RKI und die WHO weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Verlauf mild ist und nur in seltenen Fällen tödlich endet. Affenpocken-Symptome verschwinden oft von selbst, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Bekannt ist, dass Menschen sich bei infizierten Tieren anstecken können, zum Beispiel durch einen Biss und dem Verzehr von infiziertem Fleisch. Das dürfte aber bei den aktuellen Fällen in Europa nahezu ausgeschlossen sein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur dann möglich, wenn das Gegenüber mit virenbelasteten Körperflüssigkeiten wie Eiter, Blut oder Schorf in direkten Kontakt kommt, schreibt das RKI weiter. Eine Gefahr durch Tröpfcheninfektion wie beim Coronavirus (Husten, Niesen, Sprechen) bestehe laut aktuellen Kenntnisstand nicht.

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Sind Affenpocken eine sexuell übertragbare Krankheit?

Bislang galten Affenpocken als nicht sexuell übertragbar, doch scheinen die neusten Fälle offenbar darauf hinzuweisen. So sind laut der WHO vor allem Männer betroffen, in der letzten Zeit sexuellen Kontakt zu anderen Männern hatten. Allerdings ist weiterhin nicht bekannt, ob Affenpocken durch sexuelle Übertragungswege verbreitet werden können (z. B. durch Sperma oder Vaginalflüssigkeiten). „Das Risiko, sich mit Affenpocken zu infizieren, ist nicht auf sexuell aktive Menschen oder Männer, die Sex mit Männern haben, beschränkt. Jeder, der engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, ist gefährdet“, schreibt die WHO.2 Die Organisation betont, dass Affenpocken den Symptomen von sexuell übertragbaren Krankheiten wie Herpes oder Syphilis ähneln, was erklären könnte, warum diese Fälle aktuell in Kliniken für sexuelle Gesundheit vermehrt entdeckt werden.

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Was zu tun ist, wenn Sie glauben, mit Affenpocken infiziert zu sein

Schon beim leisesten Verdacht sollten Betroffene unverzüglich einen Arzt aufsuchen, um mittels PCR-Test eine mögliche Infektion auszuschließen oder zu bestätigen. Des Weiteren gilt, sich zu isolieren (mindestens 21 Tage) und engen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Auch wenn in Deutschland das Affenpockenvirus zur Risikogruppe 3 gehört, besteht dennoch eine Meldepflicht, um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Als weitere Maßnahme habe die Bundesregierung „bis zu 40.000 Dosen“ eines Impfstoffs bestellt, der in den USA gegen Affenpocken zugelassen sei und auch in Deutschland wirken würde, wie unter anderem „Zeit Online“ berichtet.

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