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Fall aus Frankreich

53-Jährigen juckt es im Auge – Ärzte machen schockierende Entdeckung

Auge Larven: Augen-OP
Nichts für schwache Nerven: Im Auge des Mannes hatten sich kleine Larven eingenistet, die entfernt werden mussten. (Symbolbild)Foto: iStock/Luis Portugal

Ein 53-jähriger Franzose kommt mit einem juckenden Auge ins Krankenhaus. Was die Ärzte darin finden, ist alles andere als appetitlich und zudem Resultat einer tierischen Verwechslung.

Ein neuer medizinischer Fallbericht aus Frankreich macht momentan die Runde, der übrigens nichts für schwache Nerven ist. In dieser Geschichte hat es diesmal einen Gärtner übel erwischt. Von einem quälenden Juckreiz geplagt, suchte der 53-Jährige vor Kurzem die Notaufnahme des Universitätskrankenhauses in Saint-Etienne auf. Bei der Untersuchung fanden die Ärzte in seinem rechten Auge schließlich Dutzende kleine Larven – und eine Erklärung, wie diese dort hineingeraten waren.

Schock-Diagnose: Ophthalmomyiasis

Ein schneller Scan brachte sofort Lichts ins Dunkel: Laut einem Bericht, der jetzt im New England Journal of Medicine erschienen ist, zeigte die Augenuntersuchung „mehr als ein Dutzend bewegliche, durchscheinende Larven“ um die Hornhaut herum.1 Die einen Millimeter kleinen Parasiten bewegten sich eigenständig und schienen sich recht wohl im Auge des Mannes zu fühlen. Doch damit war es schnell vorbei. Mit einer kleinen Pinzette holten die Ärzte Larve für Larve einzeln heraus. Zuvor machte das Team Fotos und auch Videos, um die Bewegungen der winzigen Kreaturen festzuhalten. Die Diagnose lautete übrigens Ophthalmomyiasis, also den Befall eines Auges durch Fliegenlarven.

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Auge von Schafbremsen-Larven befallen

Bei den Larven handelte es sich um die Brut einer Schafbremse (Oestrus ovis). Sie gehört zu den Dasselfliegen und befällt vor allem Schafe und Ziegen. Ihre Vermehrungsstrategie ist es, ihre Nachkommen in die Nasenlöcher von Schafen zu legen. Einmal abgelegt, schlängeln sich die Larven hinauf zu den Nebenhöhlen, wo sie sich mithilfe von keinen Häkchen festhaken und sich von Schleim ernähren. Haben sich die Larven nach einigen Wochen zu dicken Maden entwickelt, fallen sie aus der Nase auf den Boden. Dort beenden sie ihren Reifungsprozess und wachsen zu einem flugfähigen Insekt heran. Die Schafbremse gehört übrigens zu den wenigen lebendgebärenden („larviparen“) Fliegenarten, die keine Eier ablegen, sondern sogleich bewegliche Larven.

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Opfer einer „verwirrten schwangeren“ Schafbremse

Normalerweise achtet solch eine „schwangere“ Schafbremse ganz genau darauf, ihre lebenden Larven einzig in ein Schaf- oder Ziegen-Nasenloch zu stecken. In anderen Umgebungen kommen sie nämlich über das erste Stadium nicht hinaus. Doch kommt es laut dem Fallbericht immer wieder zu Verwechslungen. Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass die weiblichen Fliegen manchmal verwirrt sind und ihre Larven auf den Augäpfeln ahnungsloser Menschen ablegen. Und tatsächlich gab der Betroffene an, wenige Tage vor dem Befall in der Nähe einer Schaffarm gearbeitet zu haben.

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Bei Verdacht sofort ins Krankenhaus!

Der Mann habe richtig und umsichtig gehandelt, heißt es abschließend. Aufgrund ihrer mikroskopisch kleinen Widerhaken lassen sich die Larven einzig mit Werkzeugen aus den Augen entfernen. Reiben oder der Versuch, sie auszuspülen, hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Auch sei er gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen. Wenig später und der Befall hätte vermutlich bleibende Schäden hinterlassen. Zehn Tage später und nach einer Runde Antibiotika stellten die Ärzte bei der Nachuntersuchung fest, dass sich sein Auge vollständig erholt hatte.

Quellen

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