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Alltagsfrage

Darf man Wasser im Wasserkocher zweimal aufkochen?

Wasserkocher zweimal aufkochen: Ein Wasserkocher mit sprudelndem Wasser
Viele fürchten gelöste Chemikalien, kochen sie altes Wasser im Wasserkocher erneut aufFoto: Getty Images

Kann man das Restwasser im Wasserkocher erneut aufkochen? An der Frage scheiden sich die Geister. Viele fürchten Rückstände im Wasser. Ist die Angst begründet?

Wasser im Wasserkocher zweimal aufkochen? Das kommt für viele nicht infrage. Aus Angst vor Ablagerungen, die angeblich die Gesundheit gefährden, kippen sie das Restwasser weg und kochen lieber frisches Wasser auf. Laut einer Umfrage, die das Prüfinstitut Fresenius 2017 unter 500 Deutschen durchführte, befüllen 53 Prozent der Befragten den Kocher lieber neu. Die anderen 47 Prozent haben mit dem Restwasser kein Problem.

Wovor fürchten sich viele bei zweimal aufgekochtem Wasser?

Die Experten vom Institut Fresenius sagen, jeder Zweite von denen, die altes Wasser wegschütten, fürchte sich vor Keimen im Restwasser. Vor gelösten Schadstoffen habe jeder Dritte Angst. Auch Kalkablagerungen und unappetitlicher Geschmack wird als Grund genannt, lieber neues Wasser zum Aufkochen zu verwenden.

Ist die Furcht begründet?

Wohl nicht. „Die Angst vor abgestandenem Kochwasser ist ein Relikt aus der Zeit der Tauchsieder und Teekessel“, teilt Gisbert Lemke vom Prüflabor SGS Institut Fresenius in einer Presseerklärung mit. „Moderne Küchengeräte werden auf Produktsicherheit geprüft. Verbraucher sollten beim Kauf eines Wasserkochers auf das GS-Siegel achten.“

Mit folgenden Mythen über „Restwasser im Wasserkocher zweimal aufkochen“ räumt der Experte auf.

Rückstände

Steht das Wasser eine Zeit lang, sammelten sich schädliche Rückstände wie Bisphenol A oder Nickel an, so die Befürchtung von 36 Prozent der Befragten. Diese sei jedoch meist unbegründet, meint Lemke. „Tatsächlich zeigen Haushaltsgeräte, die wir in unseren Laboren für das GS-Siegel testen, nur selten problematische Belastungen.“

Bakterien

Viele kippen das alte Wasser weg, weil sie Angst vor Keimen und Bakterien haben. Die könnten sich nach Ansicht von 54 Prozent der Befragten mit der Zeit im Restwasser breit machen. Das stimmt prinzipiell sogar, denn Keime gibt es überall in der Umwelt. Sie können also auch ins Wasser gelangen. Allerdings hat das in der Regel keine gesundheitlichen Folgen. Denn durch das erneute Aufkochen werden mögliche Krankheitserreger in den meisten Fällen abgetötet. Wer das Restwasser jedoch nur erwärmt und nicht zum Kochen bringt, sollte tatsächlich lieber frisches, kaltes Wasser aus der Leitung verwenden.

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Geschmack

Kalkablagerungen im Restwasser sind für 59 Prozent der Grund, lieber frisches Wasser zum Aufkochen zu verwenden. Und immerhin 31 Prozent meinen, aufgekochtes altes Wasser schmecke ihnen nicht so gut. Nach Ansicht von Gisbert Lemke gebe es dafür jedoch keinen wissenschaftlichen Beleg. „Einige Teekenner empfehlen sogar, Wasser mehrmals aufzukochen. Es bringe die geschmacksbildenden Säuren des Tees besser zur Entfaltung“, erklärt der Experte.

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