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Trotz Corona-Krise

Warum Sie gerade jetzt Blut spenden sollten!

Wegen der Corona-Krise gehen weniger Leute Blut spenden – das ist aber gerade jetzt umso wichtiger!
Wegen der Corona-Krise gehen weniger Leute Blut spenden – das ist aber gerade jetzt wichtig!
Foto: Getty Images

Blut spenden kann Leben retten! Was Sie in der aktuellen Corona-Situation beachten müssen und warum es gerade jetzt umso wichtiger ist es weiterhin zu tun, lesen Sie hier.

Rückgang der Blutspenden durch Corona-Krise

Im Zuge der Corona-Krise gehen derzeit weniger Menschen weiterhin Blut spenden. Diesen Rückgang meldete das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bereits Mitte März. Die aktuelle Versorgungslage sei zwar noch stabil, das könnte sich aber unter Umständen in kürzester Zeit drastisch ändern. Deshalb appelliert der DRK-Blutspendedienst ausdrücklich, auch während der Quarantäne-Zeit noch kontinuierlich die angebotenen Termine zur Blutspende wahrzunehmen. Denn nur so kann eine Sicherung der Patientenversorgung auch in Zeiten der Coronavirus SARS-CoV-2-Epidemie gewährleistet werden. Es wird dabei immer wieder darauf verwiesen, dass der Gang zur Blutspende nicht unter die erlassenen Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen fällt, sondern weiterhin erlaubt und auch notwendig ist! 

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Ca. 15.000 Blutspenden werden in Deutschland täglich benötigt

Für Operationen, die Behandlung schwerer Krankheiten wie Krebs und die Versorgung von Unfallopfern werden in Deutschland nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) pro Tag etwa 15.000 Blutspenden benötigt. Beispielsweise müssen viele chronisch Erkrankte lebenslang Präparate einnehmen, die man aus Spenderblut herstellt. Mittelfristig betroffen von einer Knappheit sind nach Aussage des DRK vor allem auch Menschen mit Tumorerkrankungen, die aktuell eine Chemo- oder Strahlentherapie bekommen und dabei kontinuierlich auf Blutpräparate zur Linderung der starken Nebenwirkungen angewiesen sind. So sind etwa ein Fünftel der täglich benötigten Blutpräparate für Krebspatienten bestimmt.

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Die Stabilität der Patientenversorgung ist sehr sensibel. Schon nach einem Zeitraum von einer Woche ohne genügend Blutspenden könnte sie innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos zu gewährleisten sein. Das liegt vor allem daran, dass einige der Blutpräparate nur sehr kurz haltbar sind. Aus einer Blutspende lassen sich grundsätzlich drei verschiedene Typen von Blutpräparaten gewinnen. Zum einen die klassische Blutkonserve, fachsprachlich Erythrozyten-Konzentrat genannt, die rote Blutkörperchen enthält. Diese kann maximal 42 Tage verwendet werden. Aus Blutspenden gewonnene Blutplättchen (Thrombozyten) sind lediglich vier bis fünf Tage haltbar. Nur Blutplasma kann laut DRK länger gelagert werden. Auch hier wird jedoch vor einer Gefahr schneller Engpässe gewarnt. Unklar und nicht abzuschätzen allerdings sei bislang, ob sich die SARS-CoV-2 Epidemie selbst auch auf den generellen Bedarf an Blutprodukten auswirken wird.

Werden Blutspender auf Corona getestet?  

Blut spenden darf man nur unter gewissen körperlichen Voraussetzungen. In aller erster Linie muss man sich gesund und fit fühlen. Wer mit Grippe- oder Erkältungs-Symptomen sowie Magen-Darm-Beschwerden erscheint, wird generell, auch unabhängig von Corona, wieder nachhause geschickt. Vor dem Blutspenden wird ein kurzer Check-Up durchgeführt, bei dem Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und der Hämoglobin-Wert (Gehalt an rotem Blutfarbstoff) gemessen werden. Was allerdings, trotz derzeitiger Lage, nicht stattfindet, ist ein Test des Spenders auf das Coronavirus. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, ist eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Blut nach derzeitigem Wissensstand nicht anzunehmen, da man das Virus bei symptomlosen Personen im Blut gar nicht nachweisen kann. In der Folge werden Blutspenden deshalb auch nicht auf Coronaviren untersucht.

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Besondere Corona-Sicherheitsmaßnahmen beim Blut spenden

Natürlich steht aktuell auch beim Blut spenden die Vermeidung einer Corona-Ansteckung an aller erster Stelle. Um Spender und Helfer bei den Blutspendeterminen zu schützen, wurden zusätzliche Maßnahmen eingeführt:

  • An den Eingängen der Blutspendelokale hängen Plakate mit Checklisten aus. Spender sollen das Spendelokal nur betreten, sofern alle Aussagen bestätigt werden können
  • Bei allen Spendern wird bereits vor der Registrierung die Körpertemperatur gemessen
  • Es gibt die Möglichkeit zum Händewaschen und es wird Desinfektionsmittel bereitgestellt
  • Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer tragen Atemschutzmasken
  • Man soll einen eigenen, schwarz schreibenden, Kugelschreiber mitbringen
  • Ausreichender Abstand in der Warteschlange wird überprüft
  • Mitarbeiter desinfizieren oder wechseln ihre Handschuhe nach jedem Spender
  • Spendeliegen haben einen Abstand von mind. 1,5 Metern
  • Es gibt keinen Imbiss nach der Spende, sondern ein Care-Paket für den Heimweg

Rückkehrer aus einigen Ländern dürfen derzeit nicht Blut spenden

Generell gelten nach bestimmten Auslandsaufenthalten teilweise Sperrfristen für die Blutspende von bis zu sechs Monaten. Zusätzlich für vier Wochen zurückgestellt werden nun Rückkehrer aus einigen Ländern in Europa (Italien, Frankreich, Österreich, Spanien, Schweiz, Niederlande, Vereinigtes Königreich und Nordirland), dem Iran und Südkorea, Ägypten sowie den USA.

Vor allem aber weiterhin am wichtigsten, trotz gutem Willen: Wer den Verdacht hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, erscheint bitte nicht zu Blutspende und wendet sich an seinen Hausarzt.

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